Buchbach
Politik

Der Minister ist beeindruckt

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe informierte sich in Buchbach über die Projekte "Lebensqualität für Generationen" und "Initiative Gesunder Betrieb".
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Herzlich war der Empfang vor dem Buchbacher Mehrgenerationenhaus. Im Bild von links MdB Hans Michelbach, Bürgermeister und Landratskandidat Klaus Löffler, Gesundheitsminister Hermann Gröhe und MdB Emmi Zeulner Foto: Veronika Schadeck
Herzlich war der Empfang vor dem Buchbacher Mehrgenerationenhaus. Im Bild von links MdB Hans Michelbach, Bürgermeister und Landratskandidat Klaus Löffler, Gesundheitsminister Hermann Gröhe und MdB Emmi Zeulner Foto: Veronika Schadeck
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Am Donnerstagnachmittag weilte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Buchbach. Vor Ort machte sich der 55-Jährige ein Bild vom BRK-Mehrgenerationenhaus, vom Betreuungsnetzwerk "Lebensqualität für Generationen" (LQG) und informierte sich über die "Initiative Gesunder Betrieb gGmbH" (i-gb).

Der Empfang war herzlich. "Schön, dass du da bist!", begrüßte ihn Bürgermeister und CSU-Landratskandidat Klaus Löffler. Der Gesundheitsminister war ganz Ohr, als ihm der BRK-Kreisgeschäftsführer Roland Beierwaltes, die Projektmanagerin von LQG, Antje Angles und Harald Schubert von i-gb ihre Initiativen vorstellten.

Roland Beierwaltes ging auf LQG ein, bei dem mittlerweile 18 Unternehmen und zwei Kommunen mit über 2000 Mitarbeitern integriert sind.
Es geht darum, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung, die Mitarbeiter und auch deren Leistungsfähigkeit den Betrieben solange als möglich zu erhalten. Der BRK-Chef erklärte dem Minister, dass es bei der LQG um die Betreuung von Kindern, und pflegenden Angehörigen geht. Dabei arbeite man mit weiteren Netzparkpartnern zusammen und vermittelt Hilfen und Unterstützung.

Die Projektmanagerin Antje Angles hob das Alleinstellungsmerkmal von LQG hervor: Egal ob Kinder-, Ferienbetreuung, Hilfe bei der Bewältigung von Bürokratie, Vermittlung von Kurzzeitpflege, ambulante Unterstützung bei einem Pflegefall, ein Anruf beim Projektmanagement genüge. Dort setze man sich dann mit den entsprechenden Einrichtungen in Verbindung und versucht, individuelle Lösungen für den Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen zu finden.

Harald Schubert ging auf i-gb ein. Er berichtete aus Erfahrung, dass seit i-gb rund 50 Prozent der Mitarbeiter des BRK-Seniorenhauses das Angebot für kostenlosen beziehungsweise reduzierten Eintrittspreis zu Gesundheitseinrichtungen nutzen, um sich fit zu halten. Dies könne beispielsweise das Schwimmbad, ein Fitnessstudio sein. Bei i-gb geht es darum, die Mitarbeiter für ein Gesundheitsbewusstsein zu sensibilisieren.

Sowohl bei LQG als auch bei i-gb geht es im Kern um Prävention, um Unterstützung in schwierigen Lebenslagen der Mitarbeiter. Denn sowohl Harald Schubert, als auch die Initiatoren von LQG, Roland Beierwaltes und Klaus Löffler, wissen, dass mangelnde Bewegung, Belastungen in der Familie irgendwann auch am Körper und Leistungskraft negative Spuren hinterlassen.

"Ich finde das beeindruckend, was hier in der Region gemacht wird", so Hermann Gröhe. Und: "Man merkt, das Herz ist voll!", lobte er die Initiatoren und deren "Leuchtturmprojekt". Er ging auf Neuerungen im Gesundheitswesen ein. Diesbezüglich sprach er vom neuen Pflegestärkungsgesetz, vom Präventionsgesetz. Im Zuge dessen würden pro Jahr über 500 Millionen Euro für die Gesundheitsförderung in der Kita, in Schulen und am Arbeitsplatz investiert. Beim zweiten Pflegestärkungsgesetz soll künftig der Grad der Pflegebedürftigkeit der Menschen besser erfasst werden können. Dabei findet die Demenz mehr Berücksichtigung.

Gröhe erwähnte das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Somit will man beitragen, dass die Menschen ihre letzte Lebensphase zu Hause verbringen können. Sie werden durch die Hospiz- und Palliativversorgung bis zum Ende begleitet.

Verstärktes Augenmerk, so der Gesundheitsminister, müsse künftig auf die psychische Beeinträchtigungen gelegt werden. Diese seelischen Krankheiten liegen mittlerweile an dritter Stelle. Deshalb denke man daran, entsprechende Richtlinien für die Behandlung von seelischen Beeinträchtigungen zu erlassen.

Weiterhin diskutiere man, ob es möglich sei, nach dem "Hamburger Modell" krankzuschreiben. Dieses Modell ermöglicht Arbeitnehmern nach einer längeren Krankheit den Wiedereinstieg in den Beruf. Und warum sollte es nicht möglich sein, einen Patienten von vorne herein nur zu 50 Prozent arbeitsunfähig zu schreiben?

Gröhe verhehlte nicht, dass im Gesundheitswesen noch einige Herausforderungen zu meistern sind, auch gebe es die Reformen nicht zum Nulltarif. Aber durch gezielte Förderung und durch Schaffung von Anreizen in Gesundheitsprävention gehe man auch längerfristig von Kostenersparungen aus.

Roland Beierwaltes berichtete vom Problem der Schnelleinstufung beim Pflegesatz, wenn etwa Patienten von der Klinik ins Seniorenheim verlegt werden. Auch Kurzzeitpflegekräfte seien Mangelware. Rund 98,5 Prozent der Betten müssen in einem Heim permanent belegt sein. Der BRK-Kreisverband ist glücklich, dass im Rahmen von Pflegeflex zumindest fünf Betten für Notfälle bereitgestellt werden können. Wie dringend Handlungsbedarf ist, erkannte der Minister an den Ausführungen von Harald Schubert. Der berichtete von einem Fall, in dem ein Mann von seiner Frau gepflegt wurde, diese aber plötzlich einen Schlaganfall hatte.

Abschließend bedankte sich der Bürgermeister und CSU-Landratskandidat Klaus Löffler bei seinem "Duz-Freund", Hermann Gröhe. Sein Dank galt auch der MdB Emmi Zeulner, die diese Zusammenkunft initiierte. Und Gröhe war überzeugt, dass Klaus Löffler die Erfolge, die er in seiner Gemeinde hatte, als Landrat auf den Landkreis übertragen wird.

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