Kronach
Freischießen

Der Kronacher Bürgermeister und das Freischießen

Die "fünfte Jahreszeit" ist in Kronach etwas Besonderes. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein spricht von einem "persönlichen Highlight".
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Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein wurde beim Bieranstich von Michael aus Mitwitz (li.) und seinem Sohn Jannik unterstützt.  Foto: Andreas Schmitt
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein wurde beim Bieranstich von Michael aus Mitwitz (li.) und seinem Sohn Jannik unterstützt. Foto: Andreas Schmitt
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Wenn man den Bürgermeister sucht, dann ist "Heidi`s Bartreff" an den kommenden Abenden ein guter Tipp. "Jeder weiß, dass ich nach 22 Uhr oft dort stehe", sagt Wolfgang Beiergrößlein (FW), der seinen Stammplatz im Epizentrum des Kronacher Freischießens auch 2016 gleich wieder gefunden hat. "Es freut mich, mit den Schaustellern und vielen Bekannten ins Gespräch zu kommen", sagt Beiergrößlein.


Ein ausführlicher Auftakt

Den ersten Festabend auf der Hofwiese hat der Bürgermeister am Donnerstag ausführlich genossen. "Um halb eins sind wir aufgebrochen, dann isst du noch ein Eis und schon ist es 1 Uhr bis du nach Hause gehst", sagt der 61-Jährige, der sich sofort korrigiert. Denn trotz des Stammplatzes an der Bar trinkt er seit einigen Jahren keinen Alkohol und ist deshalb nicht nach Hause gegangen, sondern hat sich und andere gefahren.

Spät wurde es freilich trotzdem, weshalb Beiergrößlein am Freitag nicht wie sonst um sieben Uhr, sondern erst eine halbe Stunde später im Büro war.

Dass sich das Stadtoberhaupt mit Bier auch auskennt, ohne es zu trinken, hat der Bürgermeister sechs Stunden vorher bewiesen. Nur einen einzigen Schlag hat er gebraucht, um im Gampert-Zelt das symbolische erste Fass anzustechen. "Ich habe mir gedacht, jetzt gehst du mal Risiko. Egal, ob die Finger dazwischenkommen", scherzt Beiergrößlein, der in den vergangenen Jahren meist zwei oder drei Schläge nehmen musste. Heimlich geübt habe er nicht: "Ich habe ja schon einige Fässer in meinem Leben angestochen. Manchmal hat es auch nicht geklappt, diesmal schon."


Volltreffer auf dem Freischießen

Ein perfekter Auftakt also für einen, der auf dem Freischießen schon einmal einen Volltreffer landete. Vor 25 Jahren, als er im Kaiserhöfer-Zelt seine Frau kennenlernte. Und auch als kleiner Junge war er schon auf dem Festplatz, hat beim Aufbau geholfen, sich mit Freunden getroffen oder etwas zu Essen geholt. Nur ein einziges Mal war er nicht dabei. "Als Zwölfjähriger schickten mich meine Eltern während des Freischießens zur Kur. Das werde ich ihnen nie verzeihen", sagt der Bürgermeister, der die fünfte Kronacher Jahreszeit als "persönliches Highlight" bezeichnet.

Dass er deshalb einen vollen Terminkalender hat, stört ihn überhaupt nicht. "Das macht doch Spaß", sagt er über die vielen Freischießen-Verpflichtungen. Am Sonntag beispielsweise läuft er ab 10.30 Uhr zusammen mit seinem Bürgermeister-Kollegen aus der ungarischen Partnerstadt Kiskunhalas und mit der Kronacher Bürgerwehr beim Schützenauszug vom Marktplatz zur Hofwiese mit.

Am Dienstag geht es dann nach der Stadtratssitzung zusammen mit den Ratskollegen aufs Fest, ehe dieses dann allerdings noch in der Nacht auf Mittwoch für Beiergrößlein abprupt endet.

"Um fünf Uhr früh geht der Flieger nach Kreta", erzählt er von den bevorstehenden beiden Urlausbwochen, die mitten im Festtreiben beginnen. "Wir hatten nichts anderes bekommen", sagt er fast schon ein wenig entschuldigend. Sorgen mache er sich aber nicht: "Meine Stellvertreterin Angela Hofmann ist instruiert und hat mein vollstes Vertrauen."

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