Stockheim
Ausstellung

Der Bergbau hat Stockheim geprägt

Die Neukenrother Zecherhalle wurde auf 500 Quadratmetern in ein Bergbaumuseum verwandelt.
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Sie haben sich um den Bergbau verdient gemacht, Berthold Schwämmlein als Initiator (rechts) sowie Otto Heinlein.  Foto: Gerd Fleischmann
Sie haben sich um den Bergbau verdient gemacht, Berthold Schwämmlein als Initiator (rechts) sowie Otto Heinlein. Foto: Gerd Fleischmann
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Obwohl die Katharinazeche Ende März 1968 endgültig schloss, ist der Steinkohlenbergbau mit seiner 400-jährigen Geschichte in diesen Tagen besonders allgegenwärtig. Bis zum 23. September beherbergt die Neukenrother Zecherhalle eine bergbauliche Mammutausstellung.

Auf 500 Quadratmetern kann diese außergewöhnliche Ära - in Stockheim befand sich der bedeutendste Steinkohlenabbau Bayerns - optisch ausgezeichnet nachvollzogen werden. Ab 16. September ist die Präsentation speziell für Schulklassen aus dem Kreis reserviert.


Schwarzes Gold

Unter der Regie von Günther Scheler und Gerwin Eidloth haben sich die heimatkundlich orientierten Vereine, und zwar der Arbeitskreis Bergbau-Magazin, der Knappenverein, der Volkstrachtenverein Zechgemeinschaft Neukenroth, die Bergmannskapelle, der Trachtenverein Haig sowie Laienspieler der Gemeinde Stockheim mächtig ins Zeug
gelegt. Herausgekommen ist eine umfassende Dokumentation mit dem Titel "Schwarzes Gold II unter Neuhaus und Stockheim".

Außerdem ist dieses Vorhaben von der Gemeinde Stockheim - Bürgermeister Rainer Detsch hat die Schirmherrschaft übernommen - unterstützt worden. Ebenfalls präsentieren sich die Firmen ASS - der Bildungseinrichter, Rebhan Kunststoffverpackungen, Zitzmann Power Cast, Hans Rebhan mit GSD, Hotel und Küchenstudio. Dazu stellt Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann auf sechs Tafeln die bedeutsame Ära der Champagnerflaschenfabrik Sigwart & Möhrle von 1877 bis 1930 vor. Die vielen anderen Themen hat Vitus Wagner professionell dokumentarisch umgesetzt.


Acht Meter hoher Förderturm

Der Eingangsbereich vor der Zecherhalle löste zur Eröffnung bei den vielen Gästen Begeisterung aus. Ein acht Meter hoher Förderturm, ein mächtiges Floß der Neuseser Flößer sowie ein Bergbaustollen sorgen für eine ideale Einstimmung zum Besuch der Zecherhalle, die mit großer Einsatzfreude in ein bergbauliches Dokumentationszentrum verwandelt wurde. Zu den vielen Gästen zählten unter anderem Landrat Oswald Marr, MdL Klaus Adelt (SPD), die Landratsbewerber Klaus Löffler (CSU) und Norbert Gräbner (SPD) sowie Bürgermeister Andreas Meusel (Neuhaus-Schierschnitz) und Dritter Bürgermeister Wolfgang Förtsch (Pressig).

Während Edmund Sprenger die Auftaktveranstaltung moderierte, sorgten das Klarinettenensemble der Bergmannskapelle sowie die Sängergruppe des Volkstrachtenvereins Zechgemeinschaft Neukenroth für die musikalische Umrahmung. Günther Scheler - der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Bergbaumagazin - dankte allen Beteiligten für ihr großes Engagement. Seit der ersten Ausstellung 2004 habe sich viel getan, die Bergbaugeschichte auch für die Zukunft zu bewahren.


Bergmännische Tradition

Schirmherr und Bürgermeister Rainer Detsch stellte erfreut fest, dass trotz starker Strukturveränderungen der vergangenen Jahrzehnte die bergmännische Tradition zu den Wurzeln gehört, aus denen man heute noch Kraft schöpfen könne. So habe der Bergbau als prägendes Element unserer Heimat die Menschen geformt. Traditionspflege stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie sei auch zum großen Teil Wertevermittlung und gebe Orientierung auf unserem Weg in die Zukunft. Deshalb appellierte der Bürgermeister an die Heimatfreunde, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen, das historische Erbe der Vorfahren zu bewahren.

Zum Auftakt erlebten die Besucher eine filmische Premiere mit dem Titel "Das Wunder vom Maxschacht". Rainer Steiger und Gisela Lang sowie Vitus Wagner hatten in zwei unterschiedlich langen Versionen die dramatische Rettungsaktion von 1879 dokumentiert. Dabei handelt es sich um zwölf Bergleute, die zu Ostern vier Tage lebendig begraben waren. Nach einer verzweifelten Rettungsaktion konnten die zwölf Verschütteten aus ihrem unterirdischen Verlies befreit werden. Wenige Wochen später pilgerten sie aus Dankbarkeit nach Vierzehnheiligen. Eine Votivtafel in der Mirakelkammer sowie eine Kopie davon in der Stockheimer St. Wolfgangskirche erinnern an dieses bewegende Ereignis. Mit dem gemeinsam gesungenen Glückauf-Lied endete der Auftakt zu einer Veranstaltung, die hohe Maßstäbe setzt.
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