Küps
Infrastrukturprojekte

Debatte um Tausch-Plan der SPD beim Straßenbau

Der von der SPD vorgestellte Plan, die im Bundesverkehrswegeplan für Marktrodach gedachten Gelder in Küps einzusetzen, stößt auf harsche Kritik der CSU.
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Um das zukünftige Aussehen der Ortsdurchfahrt von Küps gibt es seit vielen Jahren Diskussionen.  Foto: Archiv
Um das zukünftige Aussehen der Ortsdurchfahrt von Küps gibt es seit vielen Jahren Diskussionen. Foto: Archiv
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Marktrodach verzichtet auf die im Bundesverkehrswegeplan bewilligten Finanzmittel zur Ortsumfahrung. Stattdessen sollen die Gelder Küps zur Verfügung gestellt werden, wo mit ihnen die vieldiskutierte "Tunnel-Trog-Lösung", eine Ausbauvariante, bei der die B 173 unterirdisch durch den Ort verlaufen würde, realisiert werden könnte. Diesen Tausch-Plan hatte die Kreis-SPD am Dienstag am Rande eines Besuchs von bayerischen Bundestagsabgeordneten vorgestellt.

Mit dabei war auch Martin Burkert. Der Vorsitzende der SPD-Landesgruppe und des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Bundestag stellte während des Ortstermins in Küps in Aussicht, sich im Ausschuss bei den Beratungen über den Bundesverkehrswegeplan für den Vorschlag einzusetzen. Und tätigte damit eine Aussage, die bei CSU-Politikern für Verwunderung sorgte.
"Ich bin positiv überrascht, dass der Vorsitzende des Verkehrsausschusses das sagt", betont CSU-Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner. Schließlich - so der Landtagsabgeordnete für Kronach und Lichtenfels - sei es die SPD gewesen, die das Projekt immer wieder negiert habe. Baumgärtner begrüße die Kursänderung und sei gespannt, wie die SPD-Fraktion in Berlin darauf reagiere.

"Ich halte den Wunsch, die Projekte in Marktrodach und Küps zu tauschen, aufgrund der neuen Argumente für nachvollziehbar", bekräftigte Burkert am Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion, dass er die Pläne zum Tausch der Projekte in das parlamentarische Verfahren einspeisen möchte.


Verkehrswegeplan veränderbar

Schließlich, so argumentiert Burkert, gebe es in Marktrodach einen Gemeinderatsbeschluss, wonach die Kommune die im Verkehrswegeplan vorgesehene Ortsumgehung gar nicht möchte. Hinzu kämen Bedenken wegen des Hochwasserschutzes.

"Wenn mir eine Region, ihre Vorhaben vernünftig schildert, dann verschließe ich mich nicht", sagt der Verkehrsexperte, der seit 2005 für den Stimmkreis Nürnberg-Süd/Schwabach im Bundestag sitzt. Er betont, dass sich am Verkehrswegeplan während der drei Beratungstage des Ausschusses noch einiges ändern könne. "Kein Gesetz geht aus dem Parlament so heraus, wie es eingebracht wurde."

"Wir wollen in den Planungsprozess für Küps einsteigen. Die Planungskosten dafür werden kaum höher sein als in Marktrodach. Jetzt muss man schauen, wie die CSU dazu steht", sagt Burkert, der einen Tausch der beiden Infrastruktur-Projekte für ein "realistisches Konzept" hält und einen Parlamentsbeschluss im Dezember anstrebt.


Debatte um Kosten

"Das ist unseriöse Politik", kritisiert hingegen Jürgen Baumgärtner. Ein Tunnelbau durch Küps koste vier- bis fünf Mal so viel wie für die nicht gewollte Umfahrung von Unterrodach veranschlagt sei. Ein Tausch der beiden Vorhaben habe deshalb mit sinnvoller Kreisentwicklung nichts zu tun. Baumgärtner: "Zu suggerieren, Marktrodach wäre gnädig, da wird ja die Henne in der Pfanne verrückt."

Der Steinberger, der nach eigener Aussage seit vielen Jahren für eine "Tunnel-Trog-Lösung" in Küps kämpfe, aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens seit dem Ausbau der B 303 aber nur noch wenig Hoffnung habe, sehe in Berlin trotz der Aussagen von Burkert keine politische Mehrheit für das Projekt. Für diesen Fall favorisiere er eine Lösung mit signifikanten Veränderungen auf der Bestandsstrecke inklusive zweier Brücken in Küps-Mitte und Oberlangenstadt, die er in vier Wochen vorstellen will.

In die gleiche Richtung äußerte sich Hans Michelbach (CSU). Der Bundestagsabgeordnete für Coburg und Kronach bezeichnet den Tausch-Plan der SPD als "Wahlkampf, der sich bei so einem wichtigen Thema verbietet". Verglichen mit anderen Regionen Deutschlands sei Coburg-Kronach einer der Gewinner des neuen Bundesverkehrswegeplanes. "Hier wieder ein Fass aufzumachen, wo man jahrelang eher Stillschweigen hat walten lassen, verwundert", sagt Michelbach, der an den B 173- Ausbau zwischen Lichtenfels und Küps erinnert, welcher nach langen Jahren diesmal Eingang in den Entwurf gefunden hat.


CSU will den "Pressig-Tausch"

Auch die CSU-Abgeordneten betonen, dass es im Landkreis ausbaurelevante Straßen gebe, die nicht Teil des Plans sind. Neben der Durchfahrt von Küps, die dort ausgeklammert ist, nennen sie die B 85 in Pressig. "Wir wollen die in Marktrodach gesparten Gelder dort einsetzen", legt Baumgärtner ein eigenes Tauschvorhaben für die Finanzierung vor. Allerdings soll Pressig nicht Teil des Verkehrswegeplans, werden, sondern der dortige Ausbau im Zuge von davon unabhängigen sogenannten Bedarfsmitteln realisiert werden.

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