Weißenbrunn
Gemeinderat

Das alte Pumphaus wird abgerissen

Zwischen Weißenbrunn und Wildenberg wird das ausgediente Gebäude am Hochbehälter entfernt. Der Gemeinderat genehmigte Mehrkosten beim Straßenausbau.
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Dieser Hochbehälter an der Gemeindeverbindungsstraße Weißenbrunn-Wildenberg wird zurückgebaut und der Spitzhacke zum Opfer fallen. Dadurch wird auch die Sicht in der scharfen Kurve etwas verbessert werden, so Bürgermeister Egon Herrmann an der Baustelle.  Foto: eh
Dieser Hochbehälter an der Gemeindeverbindungsstraße Weißenbrunn-Wildenberg wird zurückgebaut und der Spitzhacke zum Opfer fallen. Dadurch wird auch die Sicht in der scharfen Kurve etwas verbessert werden, so Bürgermeister Egon Herrmann an der Baustelle. Foto: eh
Das Gemeinde- Entwicklungskonzept (GEK), Mehrkosten beim Straßenbau und der Abriss eines Pumphauses standen im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung am Dienstag im Rathaus.

Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) informierte, dass es im Zuge des Straßenausbaus der Gemeindeverbindungsstraße Weißenbrunn-Wildenberg zu Mehrkosten komme. Zusätzliche Leistungen wurden gegenüber dem ursprünglichen Bodengutachten wegen festgestellter erhöhter PAK-Werte (Polyzyklische aromatische Wasserstoffe) nötig. Dies hat zur Folge, dass anstatt der ursprünglich kalkulierten 500 Tonnen nun 2300 Tonnen behandelt und auf circa 6500 Quadratmeter unter der Asphalttragschicht wieder eingebaut werden müssen. Die zu erwartenden Mehrkosten hierzu belaufen sich auf circa 73 000 Euro.


Mehrkosten auch durch Fels

Weiter wurden im Zuge der Erdarbeiten und der Herstellung der Rohrgräben verschiedene große Felsbereiche lokalisiert. Auch wenn in diesen Bereichen ein minderstarker Aufbau notwendig ist, belaufen sich die zu erwartenden Mehrkosten auf rund 49 000 Euro. Somit betragen die gesamten zuwendungsfähigen Mehrkosten auf 123 437 Euro. Die Nachträge wurden bereits wegen der Förderfähigkeit mit der Regierung von Oberfranken abgesprochen. Die Kosten werden im Gesamtumfang in die vorgesehene Förderung aufgenommen.

Laut Bauamtsleiter Fenner wird sich am Zeitplan nichts ändern, die Straße soll Ende Oktober fertiggestellt sein. Ursprünglich wurden 1,264 Millionen Euro für die Gemeindeverbindungsstraße Weißenbrunn- Wildenberg veranschlagt, welche sich nun um rund 123 437 Euro erhöhen werden.

Das Gremium beschloss einstimmig den Rückbau des Pumphauses am Hochbehälter Weißenbrunn/Wildenberg. Da die Firma Rädlinger ohnehin in diesem Bereich mit dem Straßenbau beschäftigt ist und das Pumphaus laut FWO nicht mehr benötigt wird, kann dieses abgebrochen werden. Der Hochbehälter wurde 1957 errichtet, zusätzlich wurde im Jahr 1977 ein weiterer erschlossen. Inzwischen wurde der alte Hochbehälter auch leck und der Betrieb eingestellt.

Der Rückbau des Hochbehälters hat unter anderem Vorteile für den Straßenverkehr, da sich das Blickfeld im Kurvenbereich deutlich verbessern würde und auch aus Unterhaltsgründen sei ein Rückbau zu befürworten. Das Gremium beschloss einstimmig, die Firma Rädlinger, Selbitz, zu Kosten von 9 145 Euro damit zu beauftragen.


Die Bürger sind gefragt

In den nächsten Wochen und Monaten werden die Bürger von Weißenbrunn stark in die Erstellung eines Gemeinde-Entwicklungskonzeptes (GEK) mit einbezogen. Das mit der Erstellung des GEK beauftragte Büro Baurconsult Architekten Ingenieure, Haßfurt, informierte die Räte über weitere Vorgehensweisen. Es wird am Dienstag, 20. September, um 19 Uhr in der Leßbachtalhalle eine Auftaktveranstaltung geben, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Hierbei will das Büro in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg (ALE) zunächst die Bürger ausführlich über die weiteren Schritte informieren.

Als nächstes sind dann fünf Planungsspaziergangstermine vorgesehen und zwar in Weißenbrunn, Hummendorf, Thonberg/Reuth, Wildenberg/Grün und Gössersdorf. Daran sollen sich vor allem die Bürger in den Gemeindeteilen beteiligen und Ideen und Vorschläge vor Ort vorbringen, jeweils Stärken und Schwächen ihres Ortes ausarbeiten und Verbesserungsvorschläge einbringen. Es ist äußerst wichtig, die Bürger von vornherein mitsprechen zu lassen, erwähnten die beiden Fachfrauen von Baurconsult, Claudia Roschlau und Maren Wirth. Vor Gemeinderäten und Bürgermeister, den Bürgern und dem ALE stehe in Zusammenarbeit mit ihrem Büro eine große Aufgabe bevor, die Mitte nächsten Jahres in der Konzepterstellung abgeschlossen sein sollte. Dann beginne die Umsetzungsphase, so die beiden Fachreferentinnen.

Auf Nachfrage von Heinz Krause (FW), wie lange sich denn die Umsetzung hinziehen werde, antwortete Bauamtsleiter Jürgen Fenner, dass es sich um ein nachhaltiges Projekt handle, das sich über Jahre erstrecken kann. Er erinnerte, dass die Dorferneuerung in Friesen bereits zehn Jahre laufe und immer noch weitere Objekte umgesetzt würden. Was wann und wo umgesetzt werde, lege ohnehin der Gemeinderat fest, der auch in Zusammenarbeit mit Regierung und ALE die Machbarkeit jeweils prüfen muss.


Verein sieht sich benachteiligt

Marga Bassing ergriff in der Bürgerfragestunde erneut das Wort. Schon in der Sitzung am 26. Juli hatte sie als Vorsitzende der Vereinigten Nachbarn Schleyreuth um Gleichbehandlung aller Vereine gebeten. Sie sah ihren Verein bei einer Veranstaltung, die am Rathausplatz stattfand, als benachteiligt, da man zweimal einen Nutzungsbetrag von 60 Euro pro Tag an die Gemeinde ausgleichen muss. Der Verein wäre bereit, für Strom und Wasser eine Pauschale von circa 25 Euro mehr zu bezahlen, aber nicht ein Nutzungsentgelt von 60 Euro. Wir haben für ein paar Stunden der Nutzung 120 Euro bezahlt. Sie wisse, dass in der Gemeinde mit zweierlei Maß gemessen werde. Andere Vereine oder Verbände zahlen weniger oder gar nichts, monierte sie.

Ihr Antrag aus der vorangegangenen Sitzung hätte, ihrer Meinung nach, eigentlich in öffentlicher Gemeinderatssitzung behandelt werden müssen, und sie wollte wissen, wie das Abstimmungsverhalten im Gremium war. Bürgermeister Egon Herrmann informierte, dass es keine Abstimmung in nicht-öffentlicher Sitzung gab, dass aber das Gremium mehrheitlich der Meinung war, sich nach der vorgegebenen Satzung zu richten, und danach habe die Gemeinde gehandelt.

Im Antrag auf Nutzung des Geländes war von einer zweitägigen Veranstaltung die Rede und in der Satzung wurde festgelegt, pro Tag 60 Euro zu berechnen und genauso habe sich die Verwaltung verhalten, erklärte Geschäftsleiter Peter Biedermann. Bürgermeister Egon Herrmann versicherte aber, dieses Thema in der nächsten Sitzung als Tagesordnungspunkt aufzugreifen.

Friedrich Thaler wollte wissen, wann mit dem Abschluss der Bauarbeiten der Wasserleitung Reuth-Eichenbühl und der damit zusammenhängenden Straßenarbeiten zu rechnen ist. Nachdem Verzögerungen eingetreten waren, wird wohl erst Mitte bis Ende November alles abgeschlossen sein, antwortete das Gemeindeoberhaupt.
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