Kronach
Tag der Arbeit

DGB fordert "Zeit für mehr Solidarität"

Der DGB-Empfang zum Tag der Arbeit im Landkreis Kronach stand ganz im Zeichen von "Zeit für mehr Solidarität".
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"Zeit für mehr Solidarität" forderten (von links) Peter Blinzler, Eckhard Schneider, Ingrid Heinisch, Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann, Mathias Eckardt und Wolfgang Schmitt.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
"Zeit für mehr Solidarität" forderten (von links) Peter Blinzler, Eckhard Schneider, Ingrid Heinisch, Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann, Mathias Eckardt und Wolfgang Schmitt. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der oberfränkische Regionsgeschäftsführer Mathias Eckardt forderte in der ehemaligen Synagoge aufgrund gut florierender Wirtschaft eine gerechtere Verteilung.

Die Gewinne der Dax-Konzerne lagen Eckardt zufolge 2015 bei 68 Milliarden Euro, "und die Vorstände haben sich bereits mit Millionen- Gehältern bedient". Von einer gerechten Verteilung sei keine Spur. Auch die scheinbar niedrige Arbeitslosenzahl trüge, denn die Arbeitsplätze seien oft nur befristet, unsicher und schlecht bezahlt.


"Sozialstaatlicher Skandal"


Acht Millionen Menschen arbeiteten immer noch im Niedriglohnsektor, viele Menschen bezögen trotz Arbeit Hartz IV, Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen nähmen zu, beklagte Eckardt. "Arbeit war einst Quelle von Wohlstand für viele, heute ist Arbeit Quelle für immer mehr Armut." 16 Millionen Menschen lebten in Deutschland in Armut, das sei wirklich kein Grund zur Freude. Der Redner sprach von einem "sozialstaatlichen Skandal".

Andererseits führe der Hochleistungskapitalismus mit dem Raubbau an der Gesundheit der Menschen zu immer mehr Krankheiten. Aufgrund von Stress und Arbeitshektik drohe der Burnout zur Volkskrankheit zu werden. Im heutigen Turbo- Kapitalismus ein Renteneintrittsalter mit 70 Jahren zu fordern, hält Eckardt für völlig indiskutabel und geradezu absurd. Stattdessen wäre eine deutliche Anhebung des Rentenniveaus als Schutz vor Armut notwendig.


Für mehr Menschlichkeit und Miteinander


Betriebsseelsorger Eckhard Schneider sah Solidarität auch unter dem Gesichtspunkt der katholischen Soziallehre. "Zeit für mehr Solidarität" bedeute auch Zeit für mehr Miteinander, mehr Zusammenrücken und mehr Menschlichkeit. All das würde den Betrieben in unserer Region gut tun. Schneider dankte allen ehrenamtlichen Helfern im Landkreis Kronach, die sich liebevoll um Flüchtlinge kümmern.

Peter Blinzler, Betriebsrat bei der Firma M.A.I. in Neuses, und Ingrid Heinisch, Betriebsrätin bei Loewe Technologies in Kronach, brachten ihre Gedanken und Erfahrungen aus den Betrieben in Bezug auf Solidarität vor. Blinzler regte eine engere Vernetzung der Betriebsräte im Landkreis Kronach an. Ingrid Heinisch meinte, Solidarität bedeute auch, Verantwortung zu zeigen. Ohne Solidarität gäbe es keine Tarifverträge und jeder müsste für sich selbst verhandeln.

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann nannte die Stadt Kronach einen Partner der Arbeitnehmer. Sie dankte dem DGB für sein Engagement für bessere Arbeitsbedingungen und für mehr Gemeinsamkeit und Solidarität.
DGB-Kreisvorsitzende Wolfgang Schmitt forderte er mehr Achtung vor dem Sonntag. Er dankte dem Duo Flair, das das Treffen mit einfühlsamen Liedern und nachdenklichen Texten bereicherte.
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