Kronach
Event

Cranach-Nights auf der Festung in Kronach

Die "Cranach Nights" lockten am Wochenende viele Besucher in die neu illuminierte Fränkische Galerie und auf die Bastion Marie. Museologe Alexander Süß erzählte Details zu den Werken Lucas Cranachs und wie dieser es schaffte, in der damaligen Zeit so erfolgreich zu sein.
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Das blaue Licht sorgte in der Fränkischen Galerie für eine mystische Atmosphäre. Fotos: Mariell Dörrschmidt
Das blaue Licht sorgte in der Fränkischen Galerie für eine mystische Atmosphäre. Fotos: Mariell Dörrschmidt
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Zahlreiche Lichtdetails inszenieren das historische Gemäuer der Festungsanlage. Die traumhafte Atmosphäre lädt bei milden Temperaturen zum Schlendern und Entdecken ein. Ein Lichterweg verbindet die beiden Programmpunkte: Bastion Marie und Fränkische Galerie.

Ein kleiner Sommernachtstraum auf der Festung Rosenberg, der drei Tage lang, Gäste aus nah und fern in seinen Bann zog und seine eigene Erfolgsgeschichte schrieb.

Doch der äußerliche Festungsschein ist längst nicht das Ende des Traums. Betritt man die Fränkische Galerie, geht der Sinnesrausch auch schon in die zweite Runde. Treppenaufgang, Türrahmen sowie weitere Details wurden in blaues Licht getaucht und leiten den Besucher an, sich auf den Weg Cranachs zu machen.


Verweilen und Staunen

Die mystische Atmosphäre, kombiniert mit dem unverbindlichen Charakter der "Cranach Nights", lädt zum Verweilen und Staunen ein. "Ohne großen Aufwand gelingt es, mit Licht eine überproportional schöne Wirkung zu erzielen. Licht spielt für die Inszenierung von Kunstwerken eine große Rolle", schwärmt Tourismus-Chefin Kerstin Löw zufrieden über die gelungenen Museumsnächte. Die Kennerin spricht von einem "lyrischem Licht", dass Dinge lebendiger erscheinen lässt und Energien freisetze: "Licht ist wie Musik, es geht unter die Haut und beeinflusst Menschen."

Museologe Alexander Süß wünscht sich, dass die Menschen dabei entspannen und sich mit schönen Dingen beschäftigen. Kunst und Ästhetik, die dem Auge schmeicheln: "Wir haben die Gesamtheit der Galerie bewusst gelassen. Die beleuchteten Rahmen führen die Besucher, wie ein Magnet, zu Cranach." Außerdem sei Cranach ein interessantes Thema, das man immer wieder neu entdecken könne: "Das geht mir selbst genauso", weiß der sympathische Galerieexperte.

Dass das Licht seine Wirkung erzielt, berichten auch Gäste der Fränkischen Galerie: "Es ist eine beeindruckende Atmosphäre in der Dunkelheit und die Bilder wirken anders. Manche Kunstwerke geben ein Rätsel auf und man beginnt, sich über einzelne Kunstwerke mehr Gedanken zu machen", erläutert Anja Schindler ihre Gedanken, wenn sie durch die Galerie läuft.


Das Highlight der Nächte

Doch es gibt nicht nur viel zu sehen, sondern auch viel zu hören. Die Cranach-Führungen des Museologen Alexander Süß waren nicht nur Hauptinstrument der "Cranach Nights", sondern auch das absolute Highlight der drei Nächte. Zu später Stunde brachte Alexander Süß auf besonders unterhaltsame Art und Weise seinem Publikum den Künstler Cranach näher. Die Besucher hingen dem eloquenten Kunstexperten wortwörtlich an den Lippen und folgten neugierig dessen Erläuterungen zum Künstler der Stadt. Dabei deckte er von Grafiken bis zu Gemälden eine große Bandbreite an Informationen ab: "Ich gehe dabei auf Biografie, Technik und verschiedene Themen Cranachs ein, um den Besuchern einen Zusammenhang zu vermitteln", erklärt Alexander Süß, der sich über den regen Zuspruch und das Kunstinteresse der vielen Gäste freut. "Es ist ein schöner Effekt, wenn es angenommen wird."

Und diesen Effekt können die Besucher nur teilen: "Es war eine exzellente Führung und ich habe viel mitgenommen. Eigentlich sollte man viel öfter in die Galerie gehen", berichtet Besucherin Alin Jünger-Geißler über ihren Eindruck der "Cranach Nights". Auch die Lichtinszenierung findet bei der Kronacherin gefallen: "Atmosphärisch ist alles sehr schön gemacht."

Zusätzliche zum Kunsterlebnis in der Galerie, konnten die Gäste anschließend ihren Abend auch kulinarisch auf der Bastion Marie ausklingen lassen. Dort wurden im Biergarten ebenfalls zusätzliche Lichtakzente gesetzt, die zu einem gelungenen Sommernachtsfeeling beitrugen. "Die Bastion ist das i-Tüpfelchen der Cranach-Nights. Ich würde mir wünschen, dass öfters was los ist", freut sich Karin Gehring aus Unterrodach über die laue Sommernacht.

"Wir haben mit Musik und Licht versucht, unsere Bastion neu zu inszenieren und eine angenehme und entspannte Atmosphäre zu schaffen", erzählt Sandra Bauer, Betreiberin der Gaststätte und verrät ihr fruchtig, frisches Geheimnis: "Der Cranach-Rio ist unser neuer Cocktail."

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