Kronach
Werkausschuss

Crana Mare im Fokus

Wie geht es mit dem Hallen- und Freibad weiter? Laut der SPD hat die Einrichtung ein Imageproblem.
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In den nächsten Monaten wird man sich mit Verbesserungen beim Crana Mare befassen und auch einen Zweckverband mit dem Landkreis gründen wollen. Foto: K.- H. Hofmann
In den nächsten Monaten wird man sich mit Verbesserungen beim Crana Mare befassen und auch einen Zweckverband mit dem Landkreis gründen wollen. Foto: K.- H. Hofmann
Große Erleichterung im Werkausschuss der Stadt Kronach. Nach längerer Ausfallzeit durch Krankheit konnte Werkleiter Peter Maaß gut gelaunt wieder an der Sitzung am Mittwoch im Rathaus teilnehmen. Ein ganzes Paket an Zahlen war aufzuarbeiten. So die Bilanz und der Geschäftsbericht der Jahre 2014 und 2015. Der Stadtrat hat Mittel für die Erstellung einer Entwicklungsplanung für das Hallen- und Freibad Crana Mare bereitgestellt. Nun nimmt der Werkausschuss das Crana Mare ins Visier. Zum Einstieg in die wohl über einen längeren Zeitraum anhaltende Diskussion stellte die Werkleitung aktuelle Daten zum Bestand und Betrieb des Crana Mare vor.


"Hoffnungsvolles Signal"

Weil das Crana Mare auch von Schülern aus Klassen weiterführender Schulen benutzt wird, strebt man einen Zweckverband mit dem Landkreis Kronach an. Hierzu sei ein erstes hoffnungsvolles Signal, dass der Landkreis für 2017 bereits einen Betrag über 50 000 Euro für eine Studie über Gründung eines Zweckverbandes im Haushalt angesetzt habe, informierte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Dieser Vorschlag zur Gründung eines Zweckverbandes kursiere schon lange und daher habe er schon vor einiger Zeit die Anträge in Stadtrat und Kreistag Kronach gestellt, ergänzte Bernd Liebhardt (CSU). "Wir müssen diskutieren, wie wir das Schwimmbad attraktiver gestalten." Marina Schmitt (SPD) fand, dass das Schwimmbad trotz seiner Jahre gut in Schuss ist. Das Bad habe aber ein Imageproblem. Einerseits diene es als Sport- und Lehrbecken für Kinder und Schüler, andererseits soll es Wellness und Entspannung bieten. Doch man werde nicht das Ambiente eines reinen Wellness- oder Heilbades erreichen, dennoch müsse man ständig weiter etwas tun.
Peter Witton (Bündnis 90 Grüne) sah im Crana Mare eine wichtige Einrichtung für die Stadt. Markus Wich (CSU) begrüßt einen Zweckverband zwischen Landkreis und Stadt und wünschte sich, den Bereich Sport von Freizeit und Erholung zu trennen. In die richtige Richtung wiesen auch zwei Anträge von 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann. Einmal ging es um die Schaffung eines Arbeitskreises Crana Mare. Hierzu meinte der Bürgermeister, das sei eine gute Idee, aber wir sollten darüber zu gegebener Zeit entscheiden. Den Antrag nahm der Ausschuss zur Kenntnis, er will bei Beratungen Fachleute und Behörden einbeziehen.
Bernd Liebhardt ergänzte, dass man gemeinsame Planungen mit dem Landkreis abstimmen und gemeinsame Lösungen anstreben solle.
Auch ein weiterer Antrag von 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann auf Erweiterung des bestehenden Ausgangs zum Parkplatz hin zu einem vollwertigen Zugang zum Freibad werde in die Planungen mit aufgenommen und die Durchführbarkeit überprüft. In diesem Zusammenhang sprach Marina Schmitt die unbefriedigende Parksituation im gesamten Stadtbereich an. Auch hier müsse eine Grundsatzdiskussion geführt und mehrere Lösungen herbeigeführt werden.
Einen Antrag der DLRG auf Nutzung des Bades für die Durchführung eines 24-Stunden-Schwimmens im Hallen- und Freibad wurde stattgegeben. Einstimmiges Votum fand ein Antrag von Bernd Liebhardt für die Erneuerung der Treppenanlage an der Aussegnungshalle im Friedhof Friesen. Zusätzlich schlug Werkleiter Peter Maaß die Anbringung einer Rampe zur Verbesserung der Zugänglichkeit der Aussegnungshalle vor. Die Gesamtkosten wurden mit 12 000 Euro veranschlagt. Eine genauere Prüfung des Ist-Zustandes sei erst nach Abbau der bestehenden Treppenanlage möglich.
Auf Antrag von Barbara Bayer (FW) auf Schaffung eines Waldfriedhofs/Friedwalds befasste sich das Gremium grundsätzlich mit den Friedhofseinrichtungen im Stadtbereich. Werkleiter Maaß hatte dazu ausführlich Unterlagen erarbeitet. Ein Waldfriedhof lasse sich im Stadtbereich Kronach nicht realisieren, war man sich einig. Um dennoch den oftmals vorgetragenen Wunsch nach einer einfachen, ohne jede Grabpflege auskommenden Bestattungsart nachkommen zu können, wurde die Werkleitung beauftragt, zu prüfen, inwieweit Urnen und Wiesengräber möglichst in allen Friedhöfen eingebracht werden können.


Jahresfehlbetrag von 431 952 Euro

Bilanz 2015: Zu den Stadtwerken gehören der Bauhof, das Parkdeck, Erlebnisbad Crana Mare, Friedhöfe, Wasserversorgung- und Abwasserbeseitigung und Energie. Zur Ertragslage der Stadtwerke führte Peter Maaß an, dass man einen Jahresfehlbetrag von 431 952 Euro für das Jahr 2015 ausweise. Insgesamt habe sich das Ergebnis in den einzelnen Betriebszweigen mit Ausnahme der Entwässerung im Rahmen der Erwartungen oder besser als diese entwickelt. Die Stadtwerke sehen ihre Entwicklung, soweit keine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen eintrete, positiv, blickte Werkleiter Maaß optimistisch in die Zukunft.


Rund um das Crana Mare


1970 Vom Werkausschuss der Stadt Kronach wurde zur Kenntnis genommen, dass das Crana Mare 1970 in Betrieb genommen wurde, also vor 47 Jahren, und eine Sanierung und Erweiterung im Jahr 1994 abgeschlossen werden konnte. Trotz des zeitlichen Abstands sind diese Sanierungskosten noch nicht vollständig finanziert, es verbleibt immer noch eine Restschuld von rund 860 000 Euro zum Ende 2016.

1996 Seit Übernahme des Crana Mare durch die Stadtwerke im Jahr 1996 wurden allein über sieben Millionen Euro an Zins und Tilgung für das Schwimmbad geleistet. Das Schwimmbad wurde vor 23 Jahren generalsaniert und modernisiert. Und ständig kommen neue Herausforderungen der Instandhaltung und Modernisierung hinzu.
So sind in ein Einsparcontracting EcoConTec rund 750 000 Euro investiert worden. Dieses Projekt zur Senkung der Betriebskosten umfasst auch weitere Erneuerungsmaßnahmen im technischen Bereich. Trotz aller Investitionen und Modernisierungen konnten die Eintrittspreise seit 2009 stabil gehalten werden.

8 Euro Dem Ertrag von 416 000 Euro im Jahr 2015 standen 1,149 Millionen Euro an Finanzausgleichen gegenüber. Das Hallen- und Freibad zusammen hat jährlich circa 145 000 Besucher. Der Bilanzverlust betrug 2015 rund 1,3 Millionen Euro. Rechnet man das Defizit auf die Besucherzahl um, so wird jeder Besucher des Crana Mare mit über acht Euro subventioniert. eh
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