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Kronach
Geschichte

Crana Historica V: Recken kreuzen wieder die Klingen

Am Samstag beginnt das dreitägige Festival Crana Historica V auf der Kronacher Festung Rosenberg. Besucher werden dabei in die Vergangenheit zurückversetzt.
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Im Jahr 2014 war die Schlachtdarstellung ein Höhepunkt des historischen Treibens auf der Festung. Auch bei Crana Historica V werden wieder die Waffen gezückt. Foto: Archiv/Marco Meißner
Im Jahr 2014 war die Schlachtdarstellung ein Höhepunkt des historischen Treibens auf der Festung. Auch bei Crana Historica V werden wieder die Waffen gezückt. Foto: Archiv/Marco Meißner
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Ein Harnisch glänzt in der Sonne, Klingen blitzen auf, Schüsse donnern durch den Wallgraben, Männer brüllen Kommandos - die Schlacht tobt. Bei Crana Historica IV waren die Kampfszenen ein Höhepunkt des "Festivals der Geschichte". Zwei Jahre später, bei der fünften Auflage, dürfte die Schlachtdarstellung wieder zum Besuchermagnet werden. Doch das ist lange nicht alles, was die Veranstaltung auf der Festung Rosenberg ab Samstag bis zum Pfingstmontag zu bieten hat.

Auch Rosi Ross, die stellvertretende Vorsitzende des veranstaltenden Historischen Vereins Kronach, hält die täglich um 15 Uhr stattfindenden Gefechte für einen der Höhepunkte des Festivals. Daneben haben sich die Organisatoren aber noch viele andere Programmpunkte einfallen lassen. So gibt es zum Beispiel am Samstag und Sonntag eine Feuershow; Ritter-Schaukämpfe sind ebenfalls geplant.


Rund 30 Gruppen zu Gast

Das besondere Flair von Crana Historica wird aber vor allem durch die Präsenz der etwa 30 historischen Gruppen aus nah und fern erreicht. So steht heuer beispielsweise der erste Gegenbesuch "der quirligen, italienischen Gruppe aus Palmanova" an, wie Rosi Ross berichtet. Diese Gäste stammen aus einer Bastionsplanstadt, die ebenso wie die Festung Rosenberg in das Forte-Cultura-Programm (Festungsmonumente zwischen Ostsee und Adria) aufgenommen wurde.

Ein "harter Kern" des Vereins sorgt dafür, dass alle zwei Jahre ein so umfassendes Programm in und um das Kronacher Wahrzeichen auf die Beine gestellt werden kann. "Das sind circa 20 Männer und Frauen", berichtet Rosi Ross. Die bringen dann noch ihre Freunde mit, so dass sich ein schlagkräftiges Vorbereitungsteam bildet. "Es sind dann bestimmt 50 Leute, die Einsatz zeigen", erklärt die stellvertretende Vorsitzende. "Da ist auch alles gut durchorganisiert, wir haben Pläne; jede und jeder weiß, wo angepackt werden muss."

Und so schweißtreibend Crana Historica IV auch gewesen sei, habe schnell festgestanden, dass eine fünfte Runde eingeläutet wird. "Nach dem Fest ist vor dem Fest", sagt Rosi Ross. Schon während des Festivals im Jahr 2014 habe es erste Voranmeldungen gegeben. "Ab Anfang 2015 liefen die Kontaktgespräche an. Erste Pläne und Ideen wurden ebenfalls ab dem Frühjahr 2015 in Angriff genommen."

Während unseres Gesprächs über die Vorbereitungen begegnet Rosi Ross ein muskulöser Mann mit Sonnenbrille und einem Lächeln auf den Lippen. Sein Tonfall klingt nicht sehr fränkisch, dennoch scheint er sich unter den vielen Helfern heimisch zu fühlen. "Das ist der Torsten aus Berlin", stellt Rosi Ross den engagierten Helfer vor.

Torsten Bleier ist einer von mittlerweile über 20 Berlinern, die bei den Vorbereitungen zu Crana Historica anpacken. Vom Festivalbesucher sei er inzwischen zum Urlauber und Helfer in Kronach geworden, blickt er zurück. "Wir genießen das. Das ist für uns schon wie ein Freundestreffen", erzählt er davon, dass ihn viele Gleichgesinnte aus seinem Umfeld begleiten. Wie viele es sind? Heuer etwa 25. "Der limitierende Faktor ist dabei im Wesentlichen, für wie viele ich ein Bett kriege", sagt er schmunzelnd. Rosi Ross ist stolz auf diese Anziehungskraft des Festivals und das Engagement der Gäste aus der Hauptstadt: "Die sind Gold wert!"


Veränderungen vorgenommen

Während vieles, wie der Kontakt zu den Berlinern, von Veranstaltung zu Veranstaltung gewachsen ist, gibt es auf der anderen Seite auch Zöpfe, welche die Organisatoren abgeschnitten haben. So wird seit 2014 auf die parallel laufenden Mittelalter-Rockkonzerte verzichtet. "Die waren zwar toll, aber mit Schwierigkeiten verbunden", erinnert sich Rosi Ross. Überwiegend hätten die Konzerte ihr eigenes Publikum gezogen, und mit den Metallbühnen und der modernen Technik auch den Sinn von Crana Historica konterkariert. "Jetzt sind wir wieder da, wo wir eigentlich hin wollten." Mittelalterliche Musik gebe es noch reichlich, aber in einer Form, die mit dem Festival harmoniert.

Auch in anderen Dingen haben die Veranstalter aus den vergangenen Festivals ihre Lehren gezogen. "Zum Beispiel wurde die Hauptmusik mit ,Frölich Geschray‘ und ,Heiter bis Folkig‘ nach innen in die Taverne verlegt", erzählt die stellvertretende Vorsitzende. Die gute Atmosphäre und Akustik sind dafür ausschlaggebend. Das Ambiente hat auch für eine Verlegung des ökumenischen Gottesdienstes am Montag auf die Bastion V (Heinrich) gesorgt. Das historische Lager wird heuer in Epochen präsentiert, und für die Kinder gibt es einen Malwettbewerb zum Thema "Burgen, Prinzessinnen und Rittersleut'".

Froh ist Rosi Ross, dass die Veranstaltung auf eine ungebrochen gute Resonanz stößt. Dafür macht sie mitverantwortlich, dass Crana Historica die Kronacher Geschichte nicht neu erfinden will oder sie verunstaltet. Vielmehr geht es darum, ein Verständnis für die Zeit der Vorfahren zu wecken. Das spricht nicht nur Auswärtige, sondern auch die heimische Bevölkerung an. "Es gibt viele Kronacher, die ihre Geschichte kennen", weiß Rosi Ross. "Gestiegen sind jedoch das Interesse und die Wahrnehmung. Wir merken dies an den vielen Fragen."
Eine Frage hat Rosi Ross auch an unsere Leser. Heuer steht das Festival ganz im Zeichen von "400 Jahren Cronacher Ausschuss-Compagnie". Die stellvertretende Vorsitzende weist darauf hin, dass 400 Jahre für Geschichtskundige eigentlich ungewöhnlich erscheinen. Wie es dazu kommt? Das können Interessierte beim Festival herausfinden nach dem Motto: "Kommen, hören, sehen!"

Crana Historica V im Überblick

Termin Als Veranstalter von Crana Historica hat der Historische Verein Kronach mit all seinen Arbeitskreisen wieder ein großes Programm auf die Beine gestellt. Vom Pfingstsamstag, ab 10 Uhr, bis Pfingstmontagabend geht es wieder auf eine Reise durch verschiedene Jahrhunderte.

Eintrittskarten Tickets gibt es an den Kassen am Fuß der Festung zum Tagespreis von acht Euro. Die Eintrittskarte für das gesamte Wochenende ist für 16 Euro zu haben. Kinder bis zum zwölften Lebensjahr haben freien Eintritt. Für Jugendliche und Behinderte gibt es Preisermäßigungen.

Shuttlebusse Weder in der Altstadt noch an der Festung stehen Parkplätze zur Verfügung. Es wird gebeten die Shuttlebusse zu nutzen, die an den Festtagen ständig zwischen Industriestraße, Kaulanger und Festung verkehren. Am Pfingstsonntag und Pfingstmontag wird auch der Parkplatz des Real-Marktes von den Bussen bedient. Die einfache Fahrt kostet 1,50 Euro. Die Busse verkehren an allen Tagen ab 9.45 Uhr bis zum Ende des Hauptprogramms.

Programmheft Jeder Besucher erhält an den Kassen ein kostenloses Programmheft mit Übersichtsplan und Uhrzeiten der jeweiligen Programmpunkte.

Internet Der Historische Verein Kronach bietet weitere Infos unter: www.crana-historica.de. red

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