Küps
Bürgermeisterwahl 1

Bernd Rebhan wird Küpser Bürgermeister

Am Sonntag entfielen 62,30 Prozent der 3748 abgegebenen Stimmen auf den CSU-Kandidaten. Die Wahlbeteiligung erreichte 60,86 Prozent.
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Nach der Wahl gibt der künftige Bürgermeister Bernd Rebhan probeweise schon mal den Ton vor dem Rathaus an. Foto: Veronika Schadeck
Nach der Wahl gibt der künftige Bürgermeister Bernd Rebhan probeweise schon mal den Ton vor dem Rathaus an. Foto: Veronika Schadeck
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o Coburg über den "grandiosen Zuspruch". Mit Martinshorn und Blaulicht war er zuvor als neues Gemeindeoberhaupt von der Küpser Feuerwehr begrüßt worden. Rebhan sprach von einem überwältigenden Vertrauensvorschuss. Je näher der Wahltag gerückt ist, desto positiver war sein Gefühl, wie er feststellte.

In seiner Rede forderte er die Küpser Bürger auf, sich für ihre Gemeinde einzubringen, jeder an seinem Platz und mit seinen Ideen. "Es gibt viel zu tun!" Küps sei die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises und habe großes Potenzial, das es zu nutzen gelte. "Aber dafür brauche ich Euch!" Sein Dank galt den Wählern, seiner Familie und dem Wahlkampfteam. Sein Dank galt zudem seinem Mitbewerber Thomas Friedlein. Es sei ein sehr fairer Wahlkampf gewesen. "Es gab keine Verletzungen", betonte Rebhan.

Der CSU-Kandidat kam erst nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses ins Rathaus. Sein Herausforderer Thomas Friedlein verfolgte hingegen im Foyer am Monitor die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke mit. Seine Enttäuschung konnte er dabei nicht verbergen.


Glückwünsche für den Sieger

Während sich Interessierte, darunter auch MdL Jürgen Baumgärtner (CSU), der Weißenbrunner Bürgermeister Egon Hermann (SPD) und der noch amtierende Bürgermeister Herbert Schneider, anstellten, um dem neuen Gemeindeoberhaupt zu gratulieren, entfernte sich Thomas Friedlein - nachdem er Bernd Rebhan seine Glückwünsche entgegengebracht hatte - unbemerkt. Wenig später war er im Sportheim in Theisenort zu finden.

Er sei mit 30 Prozent gestartet, erzählte er. In den letzten Tagen habe er sich aber wegen der vielen aufmunternden Worte bei den Hausbesuchen mehr erhofft. Landrat a. D. Oswald Marr habe ihn aufgemuntert und gemeint, als Neuling habe er doch ein beachtenswertes Ergebnis erreicht.

Thomas Friedlein ist erst seit zweieinhalb Jahren im Gemeinderat. Vor etwa drei Monaten wurde er von den SPD-Ortsverbänden als Bürgermeisterkandidat nominiert. Jetzt "will ich erst alles mal setzen lassen". Danach werde er zusammen mit seinem Team die Wahl analysieren. Eventuell werfe er in sechs Jahren wieder seinen Hut in den Ring.

Fest steht für Friedlein, dass er ab 21. März - an diesem Tag beginnt die Amtszeit von Bernd Rebhan - konstruktiv mit dem Bürgermeister und dem Gremium zusammenarbeiten will. Er will versuchen, möglichst viele Anregungen und Wünsche, die die Bürger während des Wahlkampfes an ihn herangetragen haben, in Zusammenarbeit zu umzusetzen.

Im Sportheim herrschte beinahe eine heitere Stimmung. Die Genossen und auch die Sportfreunde des TSF Theisenort freuten sich, dass ihr Kandidat ein beachtliches Ergebnis erzielt hatte. "Egal wie", meinte eine Anwesende, "der Friedel ist unser Bürgermeister der Herzen!"


CSU lobt "verdienten Sieger", SPD wertet eigenes Ergebnis als Erfolg

Die CSU war nach den beiden Bürgermeister-Wahlen am Sonntagabend in Feierlaune - nicht nur in Küps, sondern auch auf Landkreisebene. In Stockheim erreichte ein Vertreter aus dem bürgerlichen Lager, Rainer Detsch (FW), ohne Gegenkandidaten 99,45 Prozent. In Küps eroberte die CSU selbst mit einem klaren Ergebnis den Bürgermeister-Sessel.
"Ich freue mich! Das ist ein toller Erfolg für Bernd Rebhan und für die CSU insgesamt", unterstrich Kreisvorsitzender Jürgen Baumgärtner. Er sieht im Wahlsieger einen "hochqualifizierten Bürgermeister", der vor Motivation, Schaffensfreude und Ideen sprühe. Es sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt für Rebhan als Gemeindeoberhaupt.
"Er wird mit seinem Netzwerk die Marktgemeinde signifikant nach vorne bringen", ist der CSU-Kreisvorsitzende überzeugt. Ein Verdienst, das er auch der CSU-Familie in Küps anrechnet. Diese habe sich für den Wahlkampf ein großes Kompliment verdient.
Ein Lob, das die Küpser CSU-Fraktionsvorsitzende Ursula Eberle-Berlips gerne hören dürfte. Doch am Sonntagabend ist es für sie sicher eher nebensächlich. An diesem Abend gönnt auch sie das ganze Rampenlicht dem Wahlsieger. "Bernd Rebhan hat es verdient", versicherte Eberle-Berlips. Sein Ergebnis sei hervorragend, und der CSU-Kandidat werde ein guter Bürgermeister werden. "Ich bin fest davon überzeugt, dass er die beste Wahl für Küps ist."
Bei der Analyse der einzelnen Ergebnisse bemerkte Eberle-Berlips, dass jeder Kandidat seinen heimischen Wahlbezirk klar für sich entscheiden konnte. Darüber hinaus habe Bernd Rebhan aber in allen Wahlbezirken durch seine Kompetenz und Erfahrung überzeugt. Und wo muss er in seiner künftigen Funktion als erstes anpacken? "Dass allerdringlichste Problem ist die Bundesstraße durch Küps", stellt die Fraktionsvorsitzende fest. Rebhan müsse mit aller Macht eine Lösung finden, die für den Markt Küps und den Landkreis Kronach gleichermaßen gut ist.


Zusammenarbeit suchen

Der SPD-Fraktionsvorsitzende, Dieter Lau, sieht Bernd Rebhan zum Beginn von dessen Bürgermeister-Amtszeit weniger thematisch als vielmehr menschlich in der Pflicht. "Er ist jetzt dran, die versprochene Gemeinsamkeit im Marktgemeinderat umzusetzen", hofft Lau auf ein konstruktives Miteinander.

Er gratulierte natürlich nach der Auszählung der Stimmen dem Gewinner der Wahl, doch sein Respekt gilt auch dem eigenen Kandidaten. Ein Verlierer ist Thomas Friedlein seiner Ansicht nach in keinster Weise - ebenso wenig die Küpser SPD. "Thomas ist seit drei Jahren in der Kommunalpolitik, der Bernd seit 25 Jahren", stellt er fest. "Von daher kann sich das Ergebnis sehen lassen. Auch für die SPD ist es ein sehr gutes Resultat." Friedlein habe sich durch einen engagierten Wahlkampf ausgezeichnet, bei dem ihn seine Parteigenossen tatkräftig unterstützt hätten, unterstreicht der Fraktionsvorsitzende.

Das sieht auch der SPD-Kreisvorsitzende Ralf Pohl so. Natürlich habe seine Partei einen Sieg angestrebt, doch das Ergebnis sei unter dem Strich nicht schlecht ausgefallen. Der Wahlkampf in Küps sei aus Sicht der Sozialdemokraten gut geführt worden. Und für Pohl wäre es aus der heutigen Perspektive ein denkbares Szenario, bei der nächsten Wahl in sechs Jahren wieder den dann bekannteren Thomas Friedlein ins Rennen zu schicken.

Auch der Kreisvorsitzende erhofft sich, dass es unter Bernd Rebhan zu einer guten Zusammenarbeit im Ratsgremium kommen wird. Das liegt seiner Ansicht nach jedoch zunächst einmal in den Händen der CSU, die dort eine "solide Machtposition" habe. Rebhan müsse nun beweisen, dass er wirklich eine gemeinsame Konzeptpolitik betreiben will und nicht Entscheidungen durchdrückt. "Wir werden sehen, für welchen Weg er sich entscheidet", so Pohl. Die SPD werde Rebhan jedenfalls die Hand reichen und zum Wohl des Marktes ihre Mitarbeit anbieten.


Meinung

Gesamtpaket überzeugte

Was war der entscheidende Faktor bei der Bürgermeister-Wahl in Küps? Waren es die Sachthemen? Blickten die Bürger auf die bessere Vernetzung? Hat sich die CSU einfach besser präsentiert? Oder war es doch die größere Erfahrung, die den Ausschlag zugunsten Bernd Rebhans gab?
Es ist müßig, in die Köpfe der Wähler schauen zu wollen. Klar ist aber, dass Rebhan letztlich den besseren Zugang zu den Menschen gefunden hat. Diese setzten angesichts der großen Themen wohl eher auf das Gesamtpaket des routinierten CSU-Politikers als auf den Wahl-Neuling Thomas Friedlein. Doch der SPD-Kandidat muss sich nicht ärgern. Als Novize hat er sich einen guten und vor allem fairen Wahlkampf - der erfreulich wenig von einem Kampf hatte - mit Rebhan geliefer


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