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Stockheim
Veranstaltung

Brückenbau bremst Radler aus

Weil die Bahnunterführung in der Stockheimer Maxschachtstraße erneuert wird, sagt der Veranstalter den für dieses Jahr geplanten Frankenwald-Radmarathon ab.
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Nichts geht: Das Warten auf den Start des Frankenwald-Radmarathons fällt heuer aus. Foto: Michael Wunder/Archiv
Nichts geht: Das Warten auf den Start des Frankenwald-Radmarathons fällt heuer aus. Foto: Michael Wunder/Archiv
Es braucht schon einiges, um bestens motivierte Radfahrer dazu zu bringen, ihr Rad stehen zu lassen. Bestes Beispiel: Tour de France. Senkt sich während einer Etappe unerwartet bei einem Bahnübergang eine Schranke und trennt Ausreißer- von Verfolgergruppe, ist das für viele noch lange kein Grund, abzusteigen. Stattdessen schlängelt sich ein Fahrer nach dem anderen - verbotenerweise - noch zwischen den gesenkten Balken hindurch. Ungeachtet der Gefahr des sich immer weiter nähernden Zugs.

In Stockheim ist es hingegen deutlich ungefährlicher, wenn ein Zug die Maxschachtstraße kreuzt - schließlich gibt es eine Unterführung, dank der die Schienen nicht weiter beachtet werden müssen. Dennoch sorgt nun genau diese Brücke dafür, dass der im Sommer geplante 15. Frankenwald-Radmarathon abgesagt und ins Jahr 2018 verschoben werden muss. "Die Bahnbrücke wird neu gebaut und die Maxschachtstraße von Mitte Februar bis Ende Oktober gesperrt", erklärt Stockheims Bürgermeister Rainer Detsch. "Die Straße wird dann zu einer Sackgasse." Und genau da beginnt das Problem.


Ein Sicherheitsaspekt

Ohne die Maxschachtstraße gehe es einfach nicht, erklärt Karl-Heinz Fugmann, Vorsitzender beim ausrichtenden ASC BikeRunners Frankenwald. Denn über diese kommen die Radler nach schweißtreibenden Kilometern für gewöhnlich ins Ziel. "Wir haben zwar noch die angrenzende Sportstraße, aber darüber kommen unter anderem auch unsere ganzen Anlieferungen", so Fugmann. Logistisch nicht ganz einfach, aber nicht der einzige Grund für die Absage. Denn mit eventuellen Platzproblemen hätten sich die Veranstalter im Zweifelsfall sogar noch arrangieren können. Den Ausschlag habe allerdings der Sicherheitsaspekt gegeben, weil die Sportplatzstraße auch als Rettungsweg für Feuerwehr- und Krankenwagen dient. "Es will doch keiner die Verantwortung dafür übernehmen müssen, dass der Rettungsdienst zehn Minuten zu spät kommt, weil er nicht durchkam", sagt der 54-Jährige.

Ein Argument, dem Rainer Detsch nur zustimmen kann. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde von den Umbauplänen der Bahn erfahren, aber nicht gewusst, ob die Straße deshalb komplett gesperrt werden muss. "Jetzt mussten wir entscheiden, was wir machen und haben das mit den Organisatoren besprochen", erklärt Detsch. Er trage die Entscheidung mit. "So eine Brücke wird vielleicht alle 50 Jahre mal neu gebaut. Da kann man eine solche Veranstaltung auch mal ein Jahr aussetzen. Auch wenn das natürlich sehr schade ist", sagt der Bürgermeister.


Keine Abstriche

Alles sei ja seit Jahren perfekt organisiert und durchgeplant. Warum solle daher an dem bewährten Konzept dann nicht festgehalten werden, gibt er zu bedenken. Eine Frage, die sich auch die Organisatoren stellten. "Wir hätten nirgends den Platz gehabt wie in Stockheim, zudem wäre alles 50 Prozent unter unserem Niveau gewesen.

Und Abstriche sollen auf keinen Fall gemacht werden, steht doch ein Doppel-Jubiläum an. Die 15. Auflage wäre nämlich gleichzeitig die zehnte gewesen, die nach den Anfangsjahren in Weißenbrunn und Neuses in Stockheim stattfindet.

Wann genau die Anmeldung für den auf 2018 verschobenen Radmarathon beginnt, steht noch nicht fest. "Derzeit überarbeiten wir die Homepage noch", sagt Fugmann, der einen Termin im Oktober oder November anstrebt. Also etwas früher als wie bisher gewohnt im Januar. Die neu gewonnene Planungszeit möchten die Organisatoren nutzen, um sich für die Jubiläumsausgabe etwas Besonderes einfallen zu lassen. "Insgesamt ist die Absage eine Enttäuschung, ich denke aber, dass wir das mit der Meldung über Facebook und auf unserer Homepage ganz gut kommuniziert haben", sagt Fugmann. Auch eine Mail soll noch einmal über die Absage und die Gründe informieren.

Wer auf dem Laufenden gehalten werden will, bittet Fugmann zudem, sich auf der Homepage www.frankenwald-radmarathon.de in den Newsletter einzutragen.

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