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Tettau
Besuch

Brasilianer staunen über Klein Eden

Ein Handelsreferent der brasilianischen Botschaft sowie eine Abordnung agrarwirtschaftlichen Produzenten aus Brasilien informierten sich über das Tropenhaus in Kleintettau und über das Bioenergiedorf in Effelter.
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Die "Chemie" stimmte sofort zwischen dem Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (rechts) und Guarani de Morais von der brasilianischen Botschaft. Gemeinsam bestaunten sie die tropischen Früchte, die im Tropenhaus in Kleintettau wachsen. Foto: Veronika Schadeck
Die "Chemie" stimmte sofort zwischen dem Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (rechts) und Guarani de Morais von der brasilianischen Botschaft. Gemeinsam bestaunten sie die tropischen Früchte, die im Tropenhaus in Kleintettau wachsen. Foto: Veronika Schadeck
Dass das Tropenhaus nicht nur auf die einheimische Bevölkerung eine Faszination ausübt, wurde am Montagmittag wieder einmal sichtbar. Denn da war Guarani de Morais von der brasilianischen Botschaft in Berlin mit einer Abordnung von agrarwirtschaftlichen Produzenten aus Brasilien zu Besuch.

Mit Hilfe einer Dolmetscherin und der guten Deutschkenntnisse von Guarani de Morais gab es einen informativen Austausch zwischen dem Geschäftsführer des Tropenhauses "Klein Eden", Ralf Schmitt, der Delegation und dem Bürgermeister Peter Ebertsch.

Die Brasilianer bestaunten die tropischen Früchte, die Bananen, die Kaffeebohnen, Papayas und Mangos. Staunend nahmen sie die weiße Schneepracht wahr.

Doch was nimmt die Delegation an Eindrücken aus Kleintettau mit in ihre brasilianische Heimat? Es wird der Schnee sein, war Guarani de Morais überzeugt. Es ist die Nutzung der Abwärme aus der Glashütte, die für das Wachstum der Pflanzen eingesetzt wird, meinte dagegen die Leiterin der Delegation, Heldisia Fonfes: "Es ist der Gedanke, Energie zu nutzen!"

Für sie sei es bisher unvorstellbar gewesen, dass man die Kälte draußen und die tropische Wärme innen, miteinander verbinden kann. "Dieser Kontrast ist beeindruckend!"

Klein Eden

Voller Interesse lauschten die Brasilianer den Ausführungen des Geschäftsführers des Tropenhauses, Ralf Schmitt. Dieser erklärte das Konzept von "Klein Eden". Er sprach unter anderem von der Abwärme der Glashütte, mit dem das Tropenhaus geheizt wird, vom Regenwasser das über die Dächer kommend aufgefangen und für die Fischzuchtanlage verwendet wird. Das nährstoffreiche Fischerwasser wird wiederum für die Pflanzen eingesetzt.

Schmitt stellte klar, dass die Betreiber von "Klein Eden" den Produktionsländern von tropischen Früchten nichts wegnehmen wollen. Es gehe lediglich um einen Forschungsauftrag und darum, wie die Abwärme der Glashütte sinnvoll genutzt werden könne.

Bürgermeister Peter Ebertsch strahlte. "Willkommen in Klein-Sibirien", begrüßte er die Abordnung. Er erklärte, dass die Idee mit dem Tropenhaus an einem kalten Winterabend geboren worden sei. "Jetzt haben wir das Paradies in Kleintettau!" Ebertsch erwähnte die Klimapartnerschaft des Marktes Tettau mit Kolumbien. Er bot Guarni de Morais eine Partnerschaft an. "Man sollte die Kontakte vertiefen!"

Schnee draußen, tropische Früchte drinnen

Dem war auch der Handelsreferent aus der brasilianischen Botschaft nicht abgeneigt. Seine Aufgabe sei es unter anderem, so Morais, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen, die in Brasilien investieren möchten und anders herum, mittelständische brasilianische Firmen zu beraten, die nach Deutschland importieren, beziehungsweise hier Firmen und Niederlassungen gründen möchten. So einen Kontrast habe er noch nie gesehen, meinte er, während er den Schnee draußen und die tropischen Früchte im Tropenhaus bestaunte.

Die Abordnung aus Brasilien, bestehend aus Vertretern von Agrargenossenschaften und kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, ist noch bis 15. Februar in Nürnberg bei der Bio-Messe. Bereits am ersten Tag in Deutschland hatte sie ein straffes Programm zu bewältigen. So wurde ein Biomarkt in Töpen (Landkreis Hof) besichtigt, danach standen "Klein Eden" und das Bioenergiedorf Effelter auf dem Programm.

Der Kontakt mit dem Tropenhaus, erklärte Guarani de Morais, sei durch das berufliche Bildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft zustande gekommen. Sinn des Besuches in Deutschland sei es, Möglichkeiten für eine bessere Energieeffizienz in der heimischen Agrarwirtschaft auszukundschaften. Weiterhin gehe es um eine Verbesserung der Logistik, also darum, wie die Wege von Produzenten zu den Verbrauchern optimiert werden können.

Sowohl der Bürgermeister Peter Ebertsch und der Geschäftsführer des Tropenhauses Ralf Schmitt, als auch Guarani de Morais haben nun die feste Absicht, weiterhin den Kontakt aufrecht zu erhalten.