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Kronach
Gesundheitswesen

Bei der Frankenwaldklinik Kronach tut sich was

In der Nähe der Frankenwaldklinik soll eine neue Einrichtung für Psychiatrie und Psychotherapie durch den Bezirk Oberfranken entstehen. Darüber informierte Landrat Oswald Marr (SPD) die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Soziales und Gesundheit.
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Die Frankenwaldklinik stand im Rampenlicht der Sitzung des Kreistags- Ausschusses Soziales und Gesundheit. Foto: K.-H. Hofmann
Die Frankenwaldklinik stand im Rampenlicht der Sitzung des Kreistags- Ausschusses Soziales und Gesundheit. Foto: K.-H. Hofmann
Ferner werde auch ein zweites Personalwohnheim in Nähe der Frankenwaldklinik entstehen, bestätigte der Landrat auf Nachfrage des Betriebsratsvorsitzenden der Frankenwaldklinik, Manfred Burdich.

Die Klinik ist eine wichtige Säule der medizinischen Grundversorgung im Frankenwald, weshalb die Ausschussmitglieder Anregungen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Hausärzten, Fachärzten und der Klinik einbrachten. Es soll ein Netzwerk entstehen. Auf Grund eines Antrags der Grünen-Politiker Edith Memmel und Matthias Rudolph im Kreistag, tagte der erweiterte Ausschuss unter der Beteiligung von Gesundheitsexperten. Dies waren unter anderem der Vorsitzende im ärztlichen Kreisverband, Uwe Fleischmann, der Arzt Matthias Rudolf und der Behindertenbeauftragte im Landkreis, Hermann Feuerpfeil, sowie der Betriebsratsvorsitzende der Frankenwaldklinik, Manfred Burdich.

Gegen Schwarzmalerei

Zur Situation der Frankenwaldklinik meinte der Landrat, dass man nicht zu viele Befürchtungen äußern sollte. Er empfahl, bis Ende Februar abzuwarten; dann werde ein Gespräch mit dem Helios-Beauftragten für Süddeutschland stattfinden. Seine bisherigen Gespräche mit Helios-Managern hätten nur gute Ansätze mit Chancen für die Frankenwaldklinik aufgezeigt.

Uwe Fleischmann bezeichnete die momentane Situation für die Mitarbeiter nicht gerade als motivationsfördernd. Fleischmann sieht die Kommunalpolitik durchaus in der Pflicht gegenüber dem Klinikbetreiber gewisse Forderungen zu stellen. Auch hinsichtlich der Ansiedlung von niedergelassenen Hausärzten und Fachärzten sei die Kommunalpolitik gefordert. Sie müsse Anreize in der Region schaffen und durch Verbesserungen der Infrastruktur den Landkreis attraktiver für junge Arztfamilien gestalten. Aber es werde schwer sein, junge Ärzte aus Ballungsräumen in die ländliche Region zu holen, sagte Fleischmann.

Ein möglicher Impulsgeber

Manfred Burdich meinte, der Ausschuss könnte durchaus ein Impulsgeber sein. Seiner Meinung nach bestünden auch Verständnisschwierigkeiten mit der Geschäftsführung der Frankenwaldklinik, weil diese zu wenig in der Region verwurzelt sei. Zudem wechsle die Klinikleitung zu oft. "Es wäre gut, wir hätten im Landkreis eine Art Ombudsmann oder eine Beschwerdestelle für das Gesundheitssystem", erklärte er. Diese Stelle könnte zwischen Klinik, Ärzten und Patienten vermittelt. Ein weiterer Vorschlag von Burdich zielte auf die Errichtung einer Tagesklinik für Demenzkranke ab.

Petra Zenkel (Frauenliste) forderte, darüber nachzudenken, die Klinik durch den Landkreis zurückzukaufen und sie dann zu vermieten oder zu verpachten; dies sei nach ihrem Kenntnisstand möglich. Und warum solle eine Kommunalverwaltung eine Klinik nicht auch wirtschaftlich betreiben können, fragte sie. Kreiskämmerer Günther Daum bemerkte dazu, dass ein Rückkauf nur in zwei Fällen möglich wäre: bei Insolvenz oder bei Nichterfüllung des Versorgungsauftrags durch die Klinik. Ansonsten stehe es dem Kreistag natürlich frei, ein lukratives Angebot an den Klinikbetreiber zu richten, fügte er schmunzelnd an.

Themenkatalog für die Politiker

Nach weiteren Diskussionsbeiträgen fasste Rudolph den Themenkatalog aus dem Ausschuss als Aufgabenstellung an die Kommunalpolitik zusammen. Er nannte die Errichtung einer Weiterbildungsinitiative für junge Ärzte, die Einrichtung eines Beschwerdemanagements oder eines Ombudsmannes, die Einführung eines Sozialdienstes an der Klinik, bessere Versorgung für Demenzpatienten und für psychisch Kranke. Ferner gelte es, an der Frankenwaldklinik eine gute Grundversorgung zu sichern.

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