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Tettau
Fest

Bauernhof-Einöde bot Kontrastreiches

Das Wildbergfest war ein gelungenes Treffen von Kunst und Kultur. Erneut wurde die Bauernhof-Einöde zum Eldorado für Wanderer, Kunst-, Kultur-, Natur- und Tierliebhaber gleichermaßen.
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Ziege Sara musste zwar ihren Stall für eine Kunstausstellung räumen, dafür hatten aber die Kinder ihren Spaß mit Sara. Foto: K. H. Hofmann
Ziege Sara musste zwar ihren Stall für eine Kunstausstellung räumen, dafür hatten aber die Kinder ihren Spaß mit Sara. Foto: K. H. Hofmann
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Die Kontraste konnten gegensätzlicher nicht sein. Der Ziegenstall wurde zur Kunstgalerie und Kleinbühne für Poesie mit Musik umgewandelt. Draußen auf dem Hof gab es zünftige Blasmusik vom "Frankenwald Express der Tettauer Musikanten". Eine Ausstellung mit Stein-Skulpturen von Hartmut Bechmann aus Ernstthal und von Webbildern von Angelika Schütze aus Tettau wurde schon am Freitag eröffnet und war drei Tage zu sehen. Sowohl zur Vernissage, wie auch zur Matinee am Sonntagvormittag überzeugten durch Akustik und Aura mit Rezitationen von Gedichten von Angelika Schütze und Lyrik Vorträgen aus Werken von Rainer Maria Rilke, die beiden Kölner Hanns Steilmann (Gitarre) und Dieter Fahring.
Der Rezitator Dieter Fahring beeindruckte mit seiner ausdrucksstarken, emotionalen Stimmwandlung durch Stimm- und Sprechtechnik, Mimik und Gestik.
Beide Kölner ließen Muse im Raum aufkommen und sorgten für eine besinnliche Stunde, die weit wegführte von Hektik und Lärm des Alltags. Eine begeisterte Besucherin kommentierte beim Verlassen des außergewöhnlichen Kunst- und Konzertraumes ihre Eindrücke so, "das war ein Labsal für die Seele" und ein anderer Besucher fügte hinzu, "das ist ein gelungenes Refugium zwischen Landwirtschaft, Landschaft, Natur, Kunst und Kultur wie man es seinesgleichen wohl weit suchen muss". "Wir sind beeindruckt von dem, was der Wildberg bei Tettau zu bieten hat", sagte ein Ehepaar das aus Bad Tölz angereist war.
Angetan war auch der Frauenchor Judenbach vom Rahmenprogramm des Wildbergfestes. Nach einer Begehung des Lutherweges, geführt von Dietrich Schütze und mit eigenen Gedanken von Rainer Tröbs untermalt, kehrten sie auf den Hof zurück und gaben spontan ein kleines Konzert unter Leitung von Barbara Zach und interpretierten zur Freude der Besucher schöne Heimatlieder. Auf große Resonanz stieß die Ausstellung mit Skulpturen des Ernstthaler Bildhauers Hartmut Bechmann und den als Kontrast präsentierten Webbildern von Angelika Schütze.
Das Wildbergfest wurde weiter umrahmt durch den Bänkelsänger & Vagabund, Robert Klein und natürlich ging an beiden Tagen der "Frankenwald Express der Tettauer Musikanten" auf dem Wildberg ab. Mit zünftiger Blasmusik sorgten die Musikanten unter Leitung von Holger Heinz für beste Stimmung im Wildberghof. Für die Kinder sorgten, eine Heuhüpfburg und ein Streichelzoo mit Ziegen, Pferden, Rindern, Katzen und mehr für viel Spaß und Freude. Die Kuchen der Wirtin vom Wildbergcafe, Steffi Bauer, rundeten für viele Besucher den unvergesslichen Besuch geschmackvoll ab.
Den Wildbergbesitzern, Angelika und Dietrich Schütze, war keine Mühe zu viel, um die Gäste selbst persönlich zu begrüßen und zu betreuen. Angelika Schütze führte dabei meist durch die Ausstellung und Dietrich Schütze kümmerte sich um Interessierte, die gerne auf Luthers Spuren wandelten oder auch interessante Informationen über das "Grüne Band" erfahren wollten. Dies ist ein Naturschutzprojekt, welches unmittelbar am Wildberghof vorbeiführt und auf dem ehemaligen Grenzstreifen der innerdeutschen Teilung entstanden ist. Wieder einmal wurde den Besuchern der geschichtshistorische Reichtum des Einödhofes Wildberg an der ehemaligen Heeres- und Handelsstraße und unmittelbar am einstigen Eisernen Vorhang und jetzt an der bayerisch-thüringischen Grenze gelegen, bewusst und spürbar.

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