Steinbach an der Haide
Bauerntag

Bauern beklagen niedrige Milchpreise

In Steinbach an der Haide feierte die Landjugend 50-jähriges Bestehen. Dabei wurde auch ein Bauerntag abgehalten.
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BBV-Kreisvorsitzender Erwin Schwarz (links) und die Vorsitzende der Landjugend Steinbach an der Haide, Elisabeth Heyder, dankten Martin Baumgärtner für seinen Vortrag.  Foto: Michael Wunder
BBV-Kreisvorsitzender Erwin Schwarz (links) und die Vorsitzende der Landjugend Steinbach an der Haide, Elisabeth Heyder, dankten Martin Baumgärtner für seinen Vortrag. Foto: Michael Wunder
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Zum 50-jährigen Bestehen der Landjugend Steinbach an der Haide war auch der Landesvorsitzende der Bayerischen Bauernschaft, Martin Baumgärtner, gekommen. Der Gast aus dem Landkreis Kulmbach referierte zum Abschluss des dreitägigen Festes mit Bauerntag zum Thema "Zukunft auf dem Land im Blick".
Wie der 33-jährige Landwirt ausführte, sei die Bildung die Basis für Landwirtschaft. Dabei sei der Standort des Hofes zunächst zweitrangig. Die Jungbauern hätten es selbst in der Hand, die Zukunft zu gestalten. Von ganz entscheidender Bedeutung sei die Qualität der Ausbildung, welche im Blockunterricht am besten vermittelt werden könne.

Baumgärtner erklärte, Flächen könnten durch Landwirte gemeinsam gepachtet, die Arbeit könne gut verteilt werden. Das Kapital könne jedoch nur durch eine solide Ausbildung erworben werden. Unternehmerische Entscheidungen würden in der Landwirtschaft heutzutage immer wichtiger. Der Nachwuchs müsse deshalb verantwortungsbewusst Handeln. Man müsse auf Innovationen und neue Technologien setzen.
Wichtig sei es auch, die Bürger mitzunehmen und die Gesellschaft über Änderungen aufzuklären. Der Landesvorsitzende ist fest davon überzeugt, dass sich noch vieles in den landwirtschaftlichen Betrieben ändern wird. Der gesellschaftliche Wandel werde sich auf die Landwirtschaft auswirken, die Umwelt werde stärker in den Fokus rücken. Baumgärtner verwies darauf, dass die hohen gesetzlichen Standards nicht mehr ausreichen werden. "Nur wer mehr als den Standard macht, wird sich mit seinen Produkten durchsetzen", zeigte er sich überzeugt.

Ein großer Bereich sei von den Bauern abhängig. "Wenn es der Landwirtschaft gut geht, geht es auch den anderen gut", so Baumgärtner. Er sah in den kritischen Verbrauchern auch eine Chance, die besten Lösungen anzubieten. Man müsse die Stärken des ländlichen Raumes besser herausstellen. Junge, gut ausgebildete und motivierte Landwirte hätten trotz fallender Milchpreise eine Chance in der Landwirtschaft.

Eingangs des Bauerntages dankte Kreisvorsitzender Erwin Schwarz der Landjugend sowie der Familie Wittmann für die vorangegangene Betriebsführung. Er bezeichnete den Milchpreis von 25 Cent als skandalös. "Jeder Landwirt weiß, dass zu diesen Preis keine Milch zu produzieren ist", sagte Schwarz. Er bezeichnete die Erhöhung der Produktion als falsches Signal. "Wir haben nur eine Chance, wenn wir die Milchmenge kürzen, dann wird der Preis automatisch wieder steigen", sagte er. Die von der Bundesregierung zugesicherten 100 Millionen Euro bezeichnete Schwarz als Almosen, denn alleine im Landkreis Coburg würden 40 Millionen Euro weniger erzielt. Der Preisverfall beim Getreide trage zum Jammern bei. "Für uns Bauern geht es mittlerweile ans Eingemachte", sprach Erwin Schwarz deutliche Worte und forderte zugleich Unterstützung bei Betriebserweiterungen.

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