Neuses
Einweihung

Azubis programmieren in Neuses Roboter

Das neue Ausbildungszentrum der Firma M.A.i in Neuses kostete rund eine Viertelmillion Euro. Der Nachwuchs des Unternehmens wird geschult.
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"Das ist unser Azubi-Projekt, das haben wir selbst gebaut", schwärzem die Auszubildenden Daniela Koch und Andreas Schlaf vom Arbeitsplatz mit dem Roboter, der Kunststoffteile für die Autoindustrie aus der Presse nehmen und lasern kann. Mit im Bild (von links): Geschäftsführer Vertrieb Hermann Fischer, Ausbildungsleiter Tobias Geiger und Geschäftsführer Technik Arthur Schwab.  Foto: Friedwald Schedel
"Das ist unser Azubi-Projekt, das haben wir selbst gebaut", schwärzem die Auszubildenden Daniela Koch und Andreas Schlaf vom Arbeitsplatz mit dem Roboter, der Kunststoffteile für die Autoindustrie aus der Presse nehmen und lasern kann. Mit im Bild (von links): Geschäftsführer Vertrieb Hermann Fischer, Ausbildungsleiter Tobias Geiger und Geschäftsführer Technik Arthur Schwab. Foto: Friedwald Schedel
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Auszubildender in der Firma M.A.i in Neuses zu sein, ist etwas Besonderes. Das wissen auch der Mechatroniker Andreas Schlaf, der sich im vierten Ausbildungsjahr befindet, und seine Kollegin, die technische Produktdesignerin Daniela Koch (zweites Ausbildungsjahr). Sie und die weiteren 26 jungen Leute werden gefordert, aber auch gefördert, seit Donnerstag sowieso, denn ein neues Ausbildungszentrum, das 250 000 Euro gekostet hat, wurde eingeweiht.

Tobias Geiger, seit heuer Leiter Ausbildung, erläuterte, warum M.A.i ein eigenes Ausbildungszentrum mit zahlreichen Robotern und Schaltanlagen auf 300 Quadratmetern braucht: "Unsere Anforderungen übersteigen die allgemeinen Berufsanforderungen deutlich. Wir wollen zu Fachkräften ausbilden und diese ans Unternehmen binden." Damit hat das Automotive-Unternehmen aus Neuses Erfolg, denn die meisten der jungen Leute haben einen Notendurchschnitt von unter 2,0 und über 90 Prozent werden übernommen.
Und Geiger freut sich: "Die meisten von denen, die gegangen sind, kommen wieder."


Inzwischen 250 Beschäftigte

Das ist gut für das Unternehmen, das seit 1998 rund 100 junge Leute in den Berufen Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Technischer Produktdesigner Zerspanungsmechaniker sowie Dual-Studenten mit der Fachrichtung Automatisierung und Robotik ausgebildet hat. Denn die Firma M.A.i wächst und wächst. Jeweils in fünf Jahren verdoppelt sich die Mitarbeiterzahl. Inzwischen sind 250 Leute im Werk in Neuses beschäftigt. Sie entwickeln und fertigen Automatisierungslösungen für die Industrie. Dabei reicht die Betreuung von der Idee über die Entwicklung und Fertigung bis zum Aufbau der Roboter und Schaltschränke beim Kunden.

Arthur Schwab, Geschäftsführer Technik von M.A.i und seit dem Anfang der 90er Jahre verantwortlich im Unternehmen, zeigte anhand eines Videos auf, wie mehrere Roboter in der Fertigung zusammenspielen, eine ganze Montagelinie aufgebaut ist. "Es macht einen stolz, wenn eine solche Anlage steht", freute sich Schwab. Programmiert wurde alles von den Mitarbeitern aus Neuses, die auf hochmoderne Automatisierungstechnik spezialisiert sind. Die gesamte Anlage wurde in Neuses gefertigt.

In der Automation ist M.A.i eines der führenden Unternehmen und breit aufgestellt. Schwab stellte die drei Hauptgeschäftsfelder vor: Automation von Montageprozessen, Automation in der Kunststoffverarbeitung sowie Sonderanwendungen.


Das beste Kapital

"Die Mitarbeiter sind unser bestes Kapital", stellte Arthur Schwab heraus. "Und wir brauchen gut ausgebildete Mitarbeiter: Maschinenbautechniker mit entsprechender Erfahrung, die die eigenentwickelten Systeme beherrschen sowie Zerspanungstechniker. Wir investieren gerne in unsere Jugend", betonte der Geschäftsführer.
Sein Ausbildungsleiter Geiger verdeutlichte, warum sein Unternehmen das Ausbildungszentrum ausgebaut hat: "Wir wollen sie zu Fachkräften ausbilden und an uns binden. Wir führen konsequent neue Schulungen ein, maßgeschneidert für unsere Mitarbeiter. Von unseren Partnern haben wir Roboter für das Ausbildungszentrum zur Verfügung gestellt bekommen." Die Plätze mit den Robotern haben die Auszubildenden selbst eingerichtet. "Das haben alles wir gebaut", sagte Andreas Schlaf. Und Daniela Koch ergänzte: "Das war unser Azubi-Projekt. Wir haben das entwickelt, konstruiert und gebaut."

Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann freute sich, dass durch die Investition der Wirtschaftsstandort weiter gestärkt werde. "Wir wollen junge Menschen in der Region halten oder wieder hierher bringen, denn die demografische Entwicklung ist eine Herausforderung für uns. Die Firma M.A.i habe die Zeichen der Zeit erkannt. Die jungen Leute auszubilden, sei die beste Lösung, Fachkräfte zu bekommen, gratulierte sie dem modernen, zukunftsorientierten Management.


Optimale Vorbereitung

Im Ausbildungszentrum können sich die jungen Leute optimal auf den Beruf vorbereiten. Durch das Schulungskonzept ist M.A.i in der Lage, über 50 Personen pro Jahr in den unterschiedlichsten Fachbereichen zu unterweisen. Nicht nur in Mechanik und Elektronik, sondern auch in Pneumatik sowie in der Programmierung der unterschiedlichsten Roboter. Als Dienstleister kann M.A.i auch Schulungsprogramme für Externe zusammenstellen.

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