Kronach
Kultur

Ausstellung zum Lucas-Cranach-Preis eröffnet

Am Samstag wurde im Fürstenbau der Festung Rosenberg die Ausstellung "Cranach 2.0" zum Internationalen Lucas-Cranach-Preis 2015 eröffnet. Preisträgerin Katerina Belkina hatte eine ganz besondere Muse dabei.
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Preisträgerin Katerina Belkina hält zur Ausstellungseröffnung ihr Baby Mia in den Armen. Sie ist der Grund für ihre Inspiration.
Preisträgerin Katerina Belkina hält zur Ausstellungseröffnung ihr Baby Mia in den Armen. Sie ist der Grund für ihre Inspiration.
Die Bandbreite ist beachtlich. Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Video, Skulptur und Installation reihen sich in den Ausstellungsräumen der Festung Rosenberg aneinander. Jedes Werk ist ein Blickfang, der zum Verweilen und Nachdenken anregt. Ein Symposium moderner Kunst, geeint durch den Fokus auf Cranach, begeisterte zahlreiche Gäste von nah und fern.

Insgesamt 639 Künstler und Künstlerinnen nahmen an dem Wettbewerb zum Thema "Cranach 2.0" teil, der von der Cranach-Stadt Kronach und der Lutherstadt Wittenberg ausgeschrieben wurde. Bereits im April wurden 69 Werke ausgewählte und in Wittenberg ausgestellt. In Kronach sind sie nun bis zum 31. Oktober im Fürstenbau der Festung Rosenberg zu bestaunen.

Eigener Zugang zum Werk

"Alle Werke setzen sich mit Lucas Cranach dem Jüngeren auseinander", freut sich Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein über die Ausstellung in Kronach. "Man sieht, dass sich die Künstler auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema beschäftigt haben. Von den Teilnehmern wurde erwartet, dass sie Lucas Cranach neu entdecken und ihren eigenen Zugang zum Werk suchen", beschreibt Wilhelm Wenning, Regierungspräsident von Oberfranken, die Ergebnisse des Wettbewerbs.

Konkret orientieren sich die Bilder an zwei Werken Cranachs: " Das Bildnis einer jungen Frau" und das "Gebet am Ölberg". Von Adaptionen über direkte Bildzitate bis hin zu Interpretationen weist die Ausstellung im Fürstenbau eine große Bandbreite verschiedenster Cranach-Varianten auf.

Mix aus Foto und Computerkunst

"Die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten sind faszinierend und vielgestaltig. Es ist interessant zu sehen, wie die Vorgabe, sich von Lucas Cranach dem Jüngeren inspirieren zu lassen, umgesetzt wurde", freut sich Lucas-Cranach-Beauftragter Dietmar Lang. Eine Verbindung zum Siegerbild stellt er folgendermaßen her: "Ich denke, dass Cranach zu seiner Zeit schon sehr modern war, vielleicht vergleichbar mit den Fotografien heutzutage."
Preisträgerin ist Katerina Belkina mit ihrem Werk "Die Sünderin". Das Gewinnerbild ist ein Selbstportrait der Künstlerin. Die Fotografie zeigt sie anmutig mit gesenktem Blick auf einem Stuhl sitzen, während sie ihren Babybauch umarmt. "Es ist ein Mix aus Fotografie und Computer-Print" erklärt die Fotografin die Technik ihrer Arbeit.

So gelang es ihr, im dunklen Hintergrund des Bildes dezent, aber umso wirkungsvoller, Figuren Cranachs einzubringen: "Es zeigt eine hochschwangere Frau mit Spießbürgern im Hintergrund. Früher galt eine solche Frau als Sünderin - und heute merkt man, dass sich die Zeiten geändert haben", sagt Dietmar Lang über das gelungene Werk, welches seiner Meinung nach vor allem durch den persönlichen Bezug punkten konnte. Kerstin Löw, Leiterin des Tourismusbetriebs in Kronach, gefällt vor allem die Ausgewogenheit des Bildes: "Die Ruhe und Innigkeit der Umarmung steht im Kontrast zu dem Hintergrund."

Sonderpreisträger Ralf Rassloff arbeitete bei seiner sechsteiligen Bilderserie ebenfalls mit Fotografien: " Es geht bei mir um die genaue Inszenierung der Hand und die damit verbundenen Inhalte", erklärt der Künstler aus Mühlheim an der Ruhr seine Herangehensweise. Außerdem habe er sich vor der Serie mit der Malerei der Zeit Cranachs auseinandergesetzt und festgestellt, dass es bei Porträts sehr auf Ausdruck und Handhaltung ankomme.

Die Lucas-Cranach-Stadt Kronach vergab gemeinsam mit dem Verein für Regionale Kunstförderung Kronach, der Cranach- Stiftung Wittenberg und der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg den internationalen Lucas-Cranach-Preis. Auf der Festung Rosenberg können die Kunstwerke von nun an bis zum 31. Oktober bewundert werden. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17.30.


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