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Kronach
Exposition

Ausstellung in Kronach soll Mut machen und Hoffnung schenken

Die Wanderausstellung "Selbsthilfe (m)eine Chance" geht von Kronach aus auf Reisen. Selbsthilfegruppen aus der Region stellen sich und ihre segensreiche Arbeit vor.
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Birgit Weickert (rechts) führte die Behinderten-Beauftragte Irmgard Badura (links) durch die Ausstellung. Foto: Heike Schülein
Birgit Weickert (rechts) führte die Behinderten-Beauftragte Irmgard Badura (links) durch die Ausstellung. Foto: Heike Schülein
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Wertvolle Ratschläge für den Alltag, ein offener Austausch mit Gleichgesinnten, mögliche Auswege aus der Krise - Selbsthilfe-Gruppen geben ihren Mitgliedern Verständnis, Hoffnung und Zuversicht. Oft erfolgt ihre wertvolle Arbeit im Stillen. Eine in der Kronacher Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle zu sehende Wanderausstellung "Selbsthilfe (m)eine Chance" gibt einen Einblick in ihre vielfältigen Angebote.

In beeindruckender Weise verdeutlichen die bunten und freundlich gestalteten Aufsteller, dass in solchen Gruppen eben nicht nur über Probleme geredet wird oder sich die Betroffenen gegenseitig bedauern. Vielmehr gehe es darum, Kraft, Mut und Hoffnung zu schenken und zu zeigen, dass es sich lohnt, sich für andere einzusetzen.


Gemeinsam ist vieles leichter


"Ich bin ein Gewächs der Selbsthilfe", betonte die Schirmherrin Irmgard Badura.
In ihrem mitreißenden Vortrag berichtete die selbst hochgradig sehbehinderte Beauftragte der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit. An die Anwesenden appellierte die 42-jährige Nürnbergerin, mit ihren Möglichkeiten das Beste aus ihrem Leben zu machen. "Nutzen sie die Chance der Selbsthilfe", legte sie ihnen ans Herz. Gemeinsam seien Herausforderungen leichter zu meistern.

Ein wichtiges Thema in ihrer Arbeit sei die Barrierefreiheit, was sich nicht nur auf bauliche Bereiche, sondern insgesamt auf die Teilhalbe am öffentlichen Leben beziehe. Abschließend appellierte Badura: "Melden Sie sich zu Wort. Sagen Sie, was Sie brauchen, sonst kann Ihnen keiner helfen."


Rund 100 Besucher


Gebietsdirektor Robert Porzelt hatte eingangs die rund 100 Gäste willkommen geheißen. Gerne gebe die Sparkasse heimischen Verbänden eine Plattform, die sei auch ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung für ihre wertvolle Arbeit.

"Die Arbeit lohnt sich, die Vernetzung funktioniert, die Wohlfahrtsverbände arbeiten eng zusammen", sagte die Caritas-Kreisgeschäftsführerin Cornelia Thron.

Laut Birgit Weickert ist die Caritas im Landkreis seit 1964 vertreten. Seit Anfang an werde soziale Beratung betrieben. Die Unterstützungsstelle für Selbsthilfe sei eine Nebenaufgabe. "Der Landkreis kann stolz sein auf sein vielfältiges Beratungs- und Hilfsangebot", sagte sie. Die Ausstellung wolle auch zeigen, dass in den Gruppen nicht nur über Probleme geredet wird, sondern auch der Spaß nicht zu kurz kommt.


Für mehr Menschlichkeit


"Wir brauchen wieder mehr Menschlichkeit", sagte stellvertretender Landrat Gerhard Wunder. Die von den Selbstgruppen geleistete Arbeit sei nicht mit Geld zu bezahlen.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Mitglieder der Aphasiker Selbsthilfegruppe. Vor dem Rundgang wurden - auf Anregung von Rainer Hader vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund kleine Brote ausgeteilt, die bewusst etwas "schief" gebacken worden waren. Damit sollte symbolisch dargestellt werden, dass im Leben nicht alles gerade verläuft. Die Ausstellung wird von der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern und vom Landkreis Kronach bezuschusst.

Bei der Schau liegt auch der neue Selbsthilfewegweiser des Kronacher Caritasverbands aus.

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