Kronach
Spendenaktion

Aufruf: Spenden Sie fürs Lädla

Das Lädla und der mobile Sozialladen der Caritas versorgen Menschen, die Sozialleistungen beziehen, mit günstigen Lebensmitteln. Dazu ist nicht nur ein organisatorischer Aufwand notwendig, sondern auch ein finanzieller. Mit "Franken helfen Franken" können Sie das Projekt unterstützen.
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Zusammen mit vielen Ehrenamtlichen kümmern sich Irene Piontek (inks) und Helga Nickol-Löffler (rechts) um den Sozialladen. Foto: Marco Meißner
Zusammen mit vielen Ehrenamtlichen kümmern sich Irene Piontek (inks) und Helga Nickol-Löffler (rechts) um den Sozialladen. Foto: Marco Meißner
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100 Karten mehr als im vergangenen Jahr hat die Caritas heuer ausgestellt. Karten für diejenigen, die im Lädla oder im mobilen Sozialladen einkaufen.
Das heißt, dass die Caritas mehr Lebensmittel benötigt, um alle Kunden versorgen zu können. Doch daneben hat die Caritas auch noch jährlich eine fünfstellige Summe an Unterhaltskosten aufzubringen, um dieses Angebot aufrecht zu erhalten. Wir haben mit Projektleiterin Irene Piontek und mit der Leiterin des Lädlas, Helga Nickol-Löffler, darüber gesprochen.

100 Karten mehr als im vergangenen Jahr. Woran liegt das?
Irene Piontek: Das liegt unter anderem auch daran, dass im Landkreis mehr Asylbewerber leben und auch diese natürlich bei uns einkaufen dürfen.

Wie viele Bürger nehmen die Leistungen von Lädla und mobilem Sozialladen überhaupt in Anspruch?
Helga Nickol-Löffler: Wir versorgen insgesamt 1000 Haushalte.

Wer erhält überhaupt eine solche Berechtigungskarte?
Irene Piontek: Berechtigt ist jeder, der Sozialleistungen bezieht, also Sozialhilfe- beziehungsweise Arbeitslosengeldempfänger. Wir wollen nicht Löcher stopfen, wenn es der Staat nicht schafft, das Existenzminimum zu leisten. Aber wir wollen Hilfe leisten. Das Projekt ist in die Abteilung Soziale Hilfen des Caritasverbandes eingebunden und an die Soziale Beratungsstelle angegliedert. Das heißt in der Beratung wird die Einkommenssituation dargestellt und nach einem Berechnungsschlüssel wird ermittelt, wer eine Karte für das Lädla bekommt. Auf der ist auch die Haushaltsgröße vermerkt, damit die Lebensmittel auch gerecht verteilt werden.

Das Lädla besteht seit elf Jahren. Angefangen hat man im Dezember 2003 mit monatlich 170 Kunden. Diese Zahl hat sich mit der Zeit des Bestehens ja auch fast verzehnfacht. Woran liegt das?
Irene Piontek: Ja, die Inanspruchnahme ist gestiegen. Es gab auch schon vor zehn Jahren Bedürftige, aber je länger eine Arbeitslosigkeit andauert, umso mehr Substanz, zum Beispiel an Haushaltsgegenständen, ist aufgebraucht. Viele scheuen sich anfangs, das Angebot in Anspruch zu nehmen, kommen erst, wenn es nicht mehr anders geht, obwohl sie vielleicht schon eine ganze Zeit arbeitslos sind. Oft hören wir den Satz "Jetzt geht es nicht mehr. Jetzt ist die Zeit des Schämens vorbei." Gerade beim mobilen Sozialladen ist die Hemmschwelle groß, weil der ja direkt in den Ort kommt.
Helga Nickol-Löffler: Dann wird vielleicht das Kind in der Schule darauf angesprochen.
Irene Piontek: Dabei gibt es nichts zum Schämen. Niemand hat beispielsweise Skrupel, Kindergeld in Anspruch zu nehmen. Auch das ist eine Sozialleistung. Ich finde es eher bewundernswert, wenn jemand wenig Geld hat und schaut, wie er diese Situation meistert, damit er nicht in die Schuldenfalle gerät.

Wie funktioniert das Prinzip Lädla, mobiler Sozialladen denn genau?
Helga Nickol-Löffler: Wir bekommen aus etwa 60 Supermärkten, Metzgereien und Bäckereien in der Umgebung Lebensmittel, die diese wegen des Mindesthaltbarkeitsdatums aussortieren müssen. Wir haben einen festen Tourenplan, wann wir wo die Lebensmittel abholen können. Mit zwei Kühltransportern holen wir die Waren ab. Danach werden sie aussortiert, aufbereitet und zusammengestellt, damit wir sie schnell ins Lädla beziehungsweise in den mobilen Sozialladen bringen und verkaufen können. Dazu braucht es natürlich viele engagierte Helfer. Wir haben 36 - und die machen das alles ehrenamtlich. Doch wir könnten dringend noch welche gebrauchen, sowohl für den Fahrdienst als auch fürs Lager und den Laden.

Sie haben das Mindesthaltbarkeitsdatum angesprochen. Heißt das, das ist bei den Sachen, die es im Lädla oder im mobilen Sozialladen gibt, bereits abgelaufen?
Helga Nickol-Löffler: Nein, die Märkte müssen die Sachen ja schon teilweise vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum aussortieren. Wir unterliegen ja auch der Lebensmittelkontrolle und müssen deshalb nicht nur die Kühlketten einhalten, sondern auch durch Abholscheine nachweisen, was wir woher bekommen haben. Wir dürfen beispielsweise auch keine offenen Lebensmittel annehmen, sondern alles muss abgepackt sein.

Kann man den Missbrauch der Berechtigungskarten ausschließen?
Irene Piontek: Die Karten laufen nach einem Jahr ab, müssen dann neu beantragt werden. Besonders freut es uns immer, wenn Kunden kommen und sagen "Ich brauch' euch jetzt nicht mehr. Ich hab' Arbeit".

Sie haben angesprochen, dass der Kundenstamm wächst und Sie mehr Helfer bräuchten. Sicherlich auch mehr Lebensmittel, oder?
Irene Piontek: Das wäre beides ganz toll.
Helga Nickol-Löffler: Alles, was verpackt ist und bei dem nachvollziehbar ist, woher es kommt, nehmen wir. Für Nikolaus wären zum Beispiel ein paar Schoko-Nikoläuse schön, damit unsere Kunden ihren Kindern auch etwas zum Nikolaus schenken können.

Kann denn da die finanzielle Unterstützung durch "Franken helfen Franken" überhaupt gebraucht werden?
Irene Piontek: Unbedingt. Was viele ja nicht sehen, ist welche laufenden Kosten wir durch das Projekt haben. Allein Sprit- und Unterhaltskosten für unsere Fahrzeuge belaufen sich im Jahr auf 25 000 Euro, hinzu kommen die Miete fürs Lädla und die Stromkosten. Das muss alles erwirtschaftet werden - und über die Verkaufspreise funktioniert das nicht. Immerhin verlangen wir von unseren Kunden ja höchsten zehn bis 15 Prozent vom regulären Ladenverkaufspreis. Das ist mehr ein symbolischer Preis, um für unsere Kunden auch die Würde zu erhalten.
Helga Nickol-Löffler: Durch Spenden haben wir ja auch unseren Verkaufswagen und unser Kühlfahrzeug ersetzen können. Vielleicht können wir irgendwann auch unsere Kühlgeräte im Lädla ersetzen, die sind nämlich relativ alt und fressen dadurch natürlich ganz schön Strom.




Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken - Franken helfen Franken e.V.; Sparkasse Bamberg, BLZ: 77050000, Konto: 302194501, IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01, BIC BYLADEM1SKB

Verwendungszweck Wenn Sie das Lädla und den mobilen Sozialladen der Caritas Kronach unterstützen wollen, geben Sie als Verwendungszweck: "Spende für den Sozialladen" an.

Fragen? Mehr Informationen und Kontaktdaten finden Sie im Internet unter der Adresse:
franken-helfen-franken.de. Hier werden neben den allgemeinen Infosrmationen noch weitere Projekte vorgestellt, die vom Verein "Franken helfen Franken" das Jahr über unterstützt werden. ci





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