Nurn
Theater

Auf der Bühne in Nurn tobt das Chaos

Die Theatergruppe Nurn tritt wieder auf. Ab 26. April stehen vier Aufführungen des turbulenten Schwanks "Die Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs" an.
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Turbulent geht es bei den Theaterabenden in Nurn zu.
Turbulent geht es bei den Theaterabenden in Nurn zu.
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Vorhang auf und Bühne frei, heißt es am Freitag, 26. April, und noch an drei weiteren Abenden für die Nurner Theatergruppe und ihren Schwank "Die Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs". Ein Blick in die seit Wochen laufenden Proben zeigt, dass es wieder einen Angriff auf die Lachmuskeln geben wird.

Nicht nur die acht Laiendarsteller sind motiviert, sondern auch ihr Regisseur Achim Hader. Eigentlich war er bei der Gründung der Theatergruppe im Jahr 1995 angesprochen worden, damit er als Darsteller mitwirkt. "Wenn, dann spiele ich höchstens einen Stummen oder einen Toten", war die Reaktion des heute 75-Jährigen, der in seiner Jugendzeit aber schon gerne als Theaterakteur im Einsatz war.

Schnell umgeplant

Die Verantwortlichen dachten sich: "Nun ja, wenn nicht als Schauspieler, dann eben als unser Regisseur." Heuer wird es die 15.
Aufführung, die unter der Leitung des gelernten Schneiders und zuletzt als Baustellen-"Kapo" tätigen Nurner Urgewächses im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne geht.

Auch wenn Hader die Stücke nicht selbst auswählt, auf eines hat er stets geachtet: Sie müssen in fränkischer Mundart gesprochen werden. "Dies hat auch einen guten Nebeneffekt, denn da tun sich die Darsteller viel leichter."

Wenngleich Hader immer zu einem Scherz mit seiner Truppe aufgelegt ist, kann er auch sehr ungehalten werden. Dies stellt Dieter Sonntag fest, der Vorsitzender die Theatergruppe war und diesmal die Hauptrolle spielt: "Unser Achim hat es einfach nicht gern, wenn wir bei der Probe nicht richtig bei der Sache sind und so auch ein Weiterkommen blockiert wird." Streit hat es deswegen aber noch nicht gegeben, sondern die Gruppe ist eine eingeschworene Gemeinschaft geworden, die sich zum Ziel gesetzt hat, ihre Zuschauer zum Lachen zu bringen und die Alltagsprobleme vergessen zu lassen.

Das Fass war leer

Apropos Probleme: Da gab es einmal ein Problem auf der Bühne, als ein Bierfass im letzten Akt angestochen werden und der flüssige Gerstensaft fließen sollte. Allerdings kam aus dem Fass kein Tropfen mehr heraus, denn schon während der Vorführung hatte der eine oder andere Mitwirkende hinter der Bühne das Bier genossen. Letztlich war der Verbrauch so hoch gewesen, dass das Fass leer war. Die Darsteller standen zunächst ratlos vor dem Publikum, schauten sich verdutzt an und prosteten sich eben mit leeren Gläsern zu.

Im aktuellen Stück ist es kein Morgen wie jeder andere, als der Schreiner Sepp (Dieter Sonntag), der keinerlei Wert auf sein Äußeres legt, in seiner Werkstatt erwacht. Am Abend zuvor hat er bei der Feier des Musikvereins zu viel gebechert! Die Folgen sind ein schwerer Kopf und - das Schlimmste - er weiß von der letzten Nacht so gut wie nichts mehr. Seltsamerweise findet er in seiner Werkstatt eine Leiter mit einer abgebrochenen Sprosse und vermisst seinen Geldbeutel.

Die Erinnerung fehlt

Seinem Sohn Frank (Daniel Schuberth) geht es nicht viel besser, denn auch er war auf der Feier und hat danach noch einen kaputten Fensterladen mit nach Hause gebracht. Auch Siegmund (Markus Merkl), ein Dorfpolizist mit Leib und Seele, hat wohl etwas zu tief ins Glas geschaut. Seine Erinnerung an die vergangene Nacht sind eine schwere Kopfverletzung und eine abgebrochene Leitersprosse. Seiner Meinung nach muss er wohl auf Einbrecherjagd gewesen sein. Außerdem vermisst er seine Schnupftabak-Dose und hat die Hosen vom Schreiner Sepp an.

Ein wenig Aufschluss geben kann Eugenie (Gerlinde Sonntag), die alte Pfarrhaushälterin. Sie will den Dorfpolizisten in ihrem Schlafzimmer auf Verbrecherjagd gesehen haben, denn schließlich hat man ihr in derselben Nacht den Stinkerkäs vom Fenstersims gestohlen.

Brenzlig wird es allerdings, als Hugo (Andreas Deuerling), der Dirigent des Musikvereins, auftaucht. Man weiß, dass er seine Zwillingstöchter (Jasmin Dehmel in Doppelrolle) hütet wie seine Augäpfel. Umso schlimmer, dass er im Schlafzimmer einer Tochter die verloren geglaubte Schnupftabakdose und den Geldbeutel entdeckt.

Evi, einer der Zwillinge, nutzt die allgemeine Verwirrung um die nächtlichen Geschehnisse genüsslich aus und bringt die Männer arg in Bedrängnis. Den achtköpfigen Darstellerkreis schließen Nadine Dehmel, als rabiate Frau des Dorfpolizisten, und Vroni Müller, als energische Frau des Schreiners Sepp.

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