Glosberg
Ausbildung

Annette Urban kennt sich aus

Die Gundelsdorferin ist ausgebildete Kirchenführerin und will Besuchern die Geschichte und die Kunstschätze der Wallfahrtskirche Maria Geburt in Glosberg näher bringen.
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Annette Urban ist ausgebildete Kirchenführerin und freut sich auf Interessenten, die gerne die Wallfahrtskirche Maria Geburt Glosberg mit ihren wertvollen sakralen Schätzen näher kennenlernen möchten. Ihr Lieblingsgemälde ist das Deckengemälde in der Mitte der Decke im Kirchenschiff.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Annette Urban ist ausgebildete Kirchenführerin und freut sich auf Interessenten, die gerne die Wallfahrtskirche Maria Geburt Glosberg mit ihren wertvollen sakralen Schätzen näher kennenlernen möchten. Ihr Lieblingsgemälde ist das Deckengemälde in der Mitte der Decke im Kirchenschiff. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Annette Urban aus Gundelsdorf ist seit vielen Jahren engagierte Christin, Lektorin und Pfarrgemeinderätin in der Pfarrei Maria Geburt Glosberg. Die Mutter von zwei Kindern hat erfolgreich einen Lehrgang zur "Kirchenführerin" absolviert. Geprüfte Kirchenführerinnen sind recht rar in der Region. Wie kam sie dazu?

Nach ihrer Ausbildung zur Touristikfachkraft 2013 wurde in ihr der Wunsch wach, "den kleinen heimatlichen Schatz, die Wallfahrtskirche Maria Geburt Glosberg" und den gesamten Wallfahrtsort Glosberg mit gewissen Fachkenntnissen und fundierten historischem Wissen wieder etwas bekannter zu machen.

Dies habe sie schon immer bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Lektorin und Pfarrgemeinderätin sehr interessiert, verrät sie.
Und Glosberg hat immer wieder Besucher und Interessenten aus unterschiedlichsten Regionen, die sich für diese Wallfahrtskirche und ihre spannende Geschichte interessieren.

Dies übernahm glücklicherweise viele Jahre ein älterer Landwirt aus der unmittelbaren Nachbarschaft zur Kirche, doch musste er sich aus gesundheitlichen Gründen von diesem Engagement immer mehr zurückziehen.
"Damit die Tradition der Kirchenführung in der Wallfahrtskirche nicht auf Dauer für viele Generationen verloren geht, habe ich mich entschlossen, einen Kirchenführerlehrgang zu besuchen. Er wurde durch die Katholische Erwachsenenbildung angeboten. Ich war neugierig, ob ich als ,unwissende' normale Katholikin dieses Lernpensum schaffen kann. Und weil so ein Kurs auch Kosten verursacht, war die Kirchenverwaltung bereit, ihn mir zu finanzieren", sagt die gelernte Fleischfachverkäuferin.

Sie hatte vor längerer Zeit schon ein Fernstudium aufgenommen, um Grafikerin zu werden. Neun Jahre hat sie in einer Werbefirma diesen Beruf ausgeübt. Weiterbildungen in Softwareprogrammen führten sie schließlich als Dozentin für PC-Anwendungen für Senioren an die Volkshochschule Sonneberg. Und nun schloss sie zusätzlich das Seminar zur "Kirchenführerin" ab.

Nicht alle haben durchgehalten

Das Studium wurde hauptsächlich in Bamberg (Dom und Diözesanmuseum und St. Otto- Haus) absolviert, ferner in Vierzehnheiligen, Kirchschletten, in Nürnberg und im Kloster Schwarzenberg in Scheinfeld.

Die Lerninhalte erstreckten sich von Bistumsgeschichte, Bau- und Kunstgeschichte (Stilepochen und Begriffe der Architektur), Liturgie und Kirchenbau, Symbolik, Symboldidaktik und Ikonographie, Attribute der Heiligen, den Kirchenraum und Gemeinde erleben, Hören und Sprechen im Raum, Kirchenraum erfahrbar machen für jeden, Kirchenpädagogik, christliche Kunst vermitteln, zielgruppenorientierte Führungen, Kirchenführung als Bildungsgeschehen, Erprobung von Methoden, Modellen der Kirchenpädagogik und vieles mehr.

Dass diese Ausbildung nicht leicht ist, zeigte sich auch daran, dass von 27 ursprünglich eingestiegenen Kursteilnehmern am abschließenden Intensivkurs nur noch 14 Personen teilnahmen, erklärt Annette Urban.
Was erwartet sie als Kirchenführerin? Sie schmunzelt und erzählt: "Natürlich ist es immer spannend, unterschiedliche Leute kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. Am schönsten ist es, wenn man einem ,alten Glosberger Kirchgänger' noch ein erstauntes ,Aha, das hab ich noch gar nicht so gewusst oder so gesehen!' entlocken kann.

Selbst Nachforderungen angestellt

Die Kirche beeindruckt eigentlich jeden Besucher schon beim Betreten. Erhellt von der untergehenden Sonne erscheinen die bunten Glasfenster mit den Darstellungen des freudenreichen Rosenkranzes als würdiger Rahmen um den Hochaltar. Hier fand die spätgotische, fast einen Meter hohe Muttergottesstatue (1460/70) einen ehrenvollen Platz in der Mitte des Hochaltars.

Ich habe jetzt selber auch einige Nachforschungen angestellt. Maria wurde schon mit ausgebreitetem Mantel und stehend auf drei Engelsköpfen abgebildet, aber ich konnte keine zweite Abbildung dieser einen Madonnenstatue finden. Sogar die Nachbildung der Madonna links sieht anders aus. Das Gnadenbild ist noch immer das Original, das man um 1530 ins damalige kleine Holzkirchlein vom Wald herunter holte.

Lediglich die Kronen von Mutter und Kind sowie die jeweils wechselnden prunkvollen Chormäntel in den vier liturgischen Farben, wurden (1741) von einem Kommerzienrat aus Bamberg, einem Herrn Lobenhofer, gestiftet. Faszinierend sind aber auch die Deckengemälde", erzählt sie und deutet hinauf in die Mitte des Langhauses. Ihre Stimme verrät, dass sie mit Leidenschaft an ihrem Gotteshaus und seinen wertvollen Schätzen hängt und daher auch viel Freizeit für die Weitergabe der Geschichte opfert. Übrigens ist ihr offizieller Titel "Ausgebildete Kirchenführerin nach den Zielen und Standards des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e.V.".

Wer Interesse an einer Führung hat, kann sich im Pfarramt unter der Telefonnummer 09261/61850 oder bei Annette Urban. Tel. 0175/6657049, anmelden.







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