Tettau
Gemeinderat

Angebote differieren um 50 Prozent

Die Räte heben die Ausschreibung für neue Wasserleitungen in der Christian-Hammerschmidt-Straße auf.
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Der Bürgermeister und die Gemeinderäte hoffen, dass trotz erneuter Ausschreibung der Ausbau des zweiten Bauabschnitts der Christian-Hammerschmidt-Straße noch heuer erfolgen kann. Foto: Veronika Schadeck
Der Bürgermeister und die Gemeinderäte hoffen, dass trotz erneuter Ausschreibung der Ausbau des zweiten Bauabschnitts der Christian-Hammerschmidt-Straße noch heuer erfolgen kann. Foto: Veronika Schadeck
Nicht zuletzt durch die Aushändigung des Förderbescheids aus dem ELER-Förderprogramm für den Ausbau des zweiten Bauabschnitts der Christian-Hammerschmidt-Straße in Höhe von 210 000 Euro, waren die Mandatsträger überzeugt, dass diese Maßnahme heuer in Angriff und vollendet werden kann. Insgesamt will die Gemeinde 1,1 Millionen in den Ausbau der 641 Meter langen Straße investieren.
Jetzt besteht allerdings nur noch die Hoffnung. Der Grund: Der Gemeinderat hält die eingegangenen Angebote für die Wasserleitungen, die im Zuge der Maßnahme neu verlegt werden sollen, für überteuert. Bei der Ausschreibung differierten die Angebote zwischen 244 000 und 368 000 Euro. Das Gremium kam bei der Gemeinderatssitzung am Montag zu dem Entschluss, die Ausschreibung aufzuheben und neu aufzulegen. Dadurch kann sich der Startschuss verzögern. Insgesamt herrschte Einigkeit in der Sitzung. Alle Beschlüsse wurden einstimmig verabschiedet.
Unverständnis löste ein Schreiben der Pfarrerin Kristine Wachter an die Kommune aus. Inhaltlich ging es darin um die Sanierung der Langenauer Kirche. Die Gemeinde wurde aufgefordert, ihrer "primären Baupflicht" nachzukommen. Das sei Aufgabe der evangelischen Kirche, meinte Ebertsch. Er wies darauf hin, dass die katholische Kirche 800 000 Euro in ihre Sanierung investiert habe, die Gemeinde habe diese Maßnahme lediglich durch den Bauhof unterstützt.
Keine Einwände gab es bei dem Vorschlag des Bürgermeisters, die drei gemeindeeigenen und geleasten Fahrzeuge für eine Summe von insgesamt rund 30 000 Euro abzulösen.
Am Anfang der Sitzung forderte Ebertsch sein Gremium und auch die Bürger auf, sich für das Allgemeinwohl zu engagieren. Er als Bürgermeister sei auf die Unterstützung seiner Räte und seiner Bürger angewiesen. Er bat zudem um Verständnis dahingehend, dass eine Kommune nicht alle Wünsche seiner Bürger erfüllen könne.
Sein Dank galt der Sparkassenstiftung für eine Spende in Höhe von 5000 Euro für den Kino-Sommer, der vom 21. bis 24. August in Tettau stattfindet. Sein Dank galt zudem für die Unterstützung der Stiftung an den Glasbewahrerverein in Höhe von 5000 Euro. Das Geld soll für die Schaffung eines "überdimensionalen Glasflakons" am Friedrichsdamm verwendet werden. Ebertsch wies darauf hin, dass die letzte Spende nur unter der Auflage ausgehändigt worden sei, dass die Gemeinde die Realisierung des Glasprojektes mit einer gleichen Summe unterstützt.
Unter Punkt "Sonstiges" forderte Helmut Neubauer die Gemeinde auf, nun endlich Entbuschungsmaßnahmen vorzunehmen. Solche Maßnahmen können jedoch nur bis 28. Februar durchgeführt werden. Ebertsch will sich nun um eine Fristverlängerung bis Ende März bemühen, da seine Mitarbeiter derzeit stark mit dem Winterdienst beschäftigt seien.


Tettauer Gemeinderatssplitter


Feuerwehren Die Langenauer und die Schauberger Feuerwehr erhalten jeweils ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Wie der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Tettau, Christian Wick, erklärte, sind die bisherigen Fahrzeuge der beiden Ortsteilfeuerwehren über 30 Jahre alt. Helmut Neubauer (BfT) konnte nicht nachvollziehen, warum für die beiden TSF jeweils 80 000 Euro aufgebracht werden sollen und für das Kleintettauer Fahrzeug 50 000 Euro ausreichten. Bei den Kleintettauern handele es sich um ein Mehrzweckfahrzeug, so Wick. Michael Müller (BfT) fragte, ob denn in einigen Jahren so kleine Wehren überhaupt noch über eine schlagkräftige Truppe verfügen. "Ich brauche diese Leute!", so Christian Wick. Wenn die Ortsteilfeuerwehren wegbrechen würden, hätten auch die größeren Wehren Probleme bei Einsätzen. Wohl keiner aus den kleineren Ortschaften würde sich bei den Wehren in größeren Gemeinden engagieren, mutmaßt er. Es könne keiner in die Zukunft blicken, meinte Kreisbrandmeister Harald Meyer. Sollte eine der kleinen Wehren nicht mehr existieren, dann könnte die Kommune das Fahrzeug verkaufen.

Kooperation Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) wies auf die Bedeutung der Feuerwehren hin. Er sprach davon, dass man bei der Anschaffung mit den Stockheimern kooperieren wolle. Dadurch spare die Gemeinde Kosten. Zudem könne man bei Neuanschaffungen mit rund 20 000 bis 30 000 Euro pro TSF an Zuschüssen rechnen.
Die Schauberger wurden beauftragt, schnellstmöglich festzustellen, ob ein neues TSF in ihrem Gerätehaus untergestellt werden kann. Man will nun mit den Stockheimern die Anschaffungen ausschreiben. 2018 sollen die Langenauer ihr neues TSF bekommen, ein Jahr später die Schauberger.

Rechnungsprüfung Zuvor verlas der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Carl-August Heinz (BfT), den Bericht der Rechnungsprüfung 2015. Er stellte ein zuverlässiges und sorgsames Arbeiten der Kämmerei fest. Die Entlastung der Verwaltung erfolgte einstimmig. Im Zuge seiner Ausführungen forderte er das Gremium auf, das in die Jahre gekommene Schulschwimmbad durch einen externen Gutachter auf den Prüfstand zu stellen. Die Einnahmen würden nicht einmal die Einhaltung der Hygienevorschriften kompensieren. Von "Glauben und Hoffnung" könne kein Schwimmbad betrieben werden. Dass ein Schwimmbad einen Zuschuss bedürfe, wisse jeder, so Willi Güntsch (SPD). Er sah vor allem einen Nutzen für die Kinder, der erhalten werden sollte. Anika Kappelt (SPD) sprach von einem Herzensanliegen. Und Ebertsch stellte klar, dass jedem daran gelegen sei, diese Einrichtung solange wie möglich zu erhalten. vs
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