Kronach
Gericht

Amtsgericht Kronach: Tätlichkeit hat kein Nachspiel

Das Verfahren gegen einen 52-jährigen Mann aus dem Kreis Kronach wegen Körperverletzung wurde wegen geringer Schuld und mangelnder Beweislage eingestellt.
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Das Verfahren gegen einen 52-Jährigen wegen Körperverletzung wurde am Donnerstag am Amtsgericht Kronach eingestellt. Foto: Marco Meißner/Archiv
Das Verfahren gegen einen 52-Jährigen wegen Körperverletzung wurde am Donnerstag am Amtsgericht Kronach eingestellt. Foto: Marco Meißner/Archiv
Das Verfahren gegen einen 52-jährigen Mann aus dem südlichen Landkreis Kronach wegen Körperverletzung wurde gestern am Amtsgericht eingestellt. Der Frührentner wurde beschuldigt, im Februar vergangenen Jahres einen anderen Mann in Kronach bei einer Auseinandersetzung zu Boden geschubst und anschließend in die Hüfte getreten zu haben. Dabei soll der Blasenkatheter des Geschädigten aus dem Kreis Kronach zerstört worden sein, dazu klagte das Opfer über Kopfschmerzen.

Die Verhandlung begann mit einer Überraschung. Per E-Mail hatte der Geschädigte sein Kommen vor drei Tagen auf Grund eines dringlichen Arzttermins abgesagt. Richter Hendrik Wich entschied sich auch wegen des Fehlens des wichtigsten Zeugen und auf Grund der mangelnden Beweislage für die Einstellung des Verfahrens. Staatsanwaltschaft und Verteidigung stimmten dem zu.
Nach der Einvernahme aller Zeugen kam Richter Wich zum Schluss, dass auch vom Geschädigten Aggressionen ausgegangen sind. "Er ist auch kein Kind von Traurigkeit", sagte er. Die beiden Männer und ehemaligen Arbeitskollegen trafen im Februar 2015 in der Innenstadt zufällig aufeinander. Laut Aussage des Angeklagten war ihr Verhältnis schon seit längerer Zeit angespannt. So sei er vom Geschädigten öfter mit Anrufen und E-Mails belästigt worden, erzählte der 52-Jährige.

Er gab jedoch zu, dass er den anderen Mann beim Aufeinandertreffen an den Kragen fasste und ihn aufforderte, mit den Belästigungen aufzuhören. "Danach ist er mit zwei Händen auf mich los und ist dann hingefallen. Sonst war nichts", sagte der Angeklagte. "Ich habe ihn weder getreten, noch geschlagen." Zustimmung für diese These gab es ausgerechnet von der Ehefrau des Geschädigten, die beim Vorfall dabei war und gleichzeitig auch noch mit dem Angeklagten befreundet ist. An den Ablauf der Auseinandersetzung konnte sich die Zeugin vor Gericht nicht mehr im Detail erinnern. Sie verriet aber, dass ihr Ehemann sich durch Schnorren von Geld und Zigaretten nicht nur Freunde gemacht und sie sogar um eine Falschaussage vor Gericht gebeten hatte. Die Verfahrenskosten trägt die Staatskasse.
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