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Kronach
Einsatz

Ammoniak tritt bei Kronacher Brauerei Kaiserhof aus Tank aus

Da aus einem Tank das giftige Gas austrat, musste am späten Montagabend die Feuerwehr ausrücken. Eine Gefahr für die Bevölkerung soll nicht bestanden haben.
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Weil der Drucklüfter, der den Ammoniak aus dem Brauerei-Gebäude beförderte, mit Wasser angetrieben wird, entstanden nicht nur im Hof reichlich Pfützen. Rasch lief es auch auf die angrenzende Friesener Straße. Foto: Marian Hamacher
Weil der Drucklüfter, der den Ammoniak aus dem Brauerei-Gebäude beförderte, mit Wasser angetrieben wird, entstanden nicht nur im Hof reichlich Pfützen. Rasch lief es auch auf die angrenzende Friesener Straße. Foto: Marian Hamacher
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Der erste Schein trügt: Immer mehr Wasser läuft aus dem Hof der Kronacher Brauerei Kaiserhof auf die Friesener Straße. Weil auf dieser noch dazu sieben Fahrzeuge der Feuerwehr Stadt Kronach stehen und die umliegenden Häuserwände in blaues Licht tauchen, liegt es fast nahe, Löscharbeiten zu vermuten. Doch dafür wurde das Wasser am späten Montagabend nicht genutzt. "Unser Drucklüfter wird mit Wasser betrieben", erklärte Feuerwehr-Kommandant Martin Panzer den nassen Boden.

Der Hochdrucklüfter musste eingesetzt werden, um Ammoniak aus dem Brauereigebäude zu bekommen, das zuvor aus einem Tank ausgetreten war. "Ich war alleine in der Firma und habe ein zweites Ventil nicht alleine schließen können. Daher habe ich mir sicherheitshalber Hilfe geholt" sagte Braumeister Thomas Kaiser. "Dass die Hilfe so groß ausfällt, hätte ich mir natürlich nicht vorgestellt."


Messungen an zwei Stellen

Gegen 21.30 Uhr wurde die Feuerwehr, die gerade eine Übung auf der Festung Rosenberg abhielt, wegen des austretenden giftigen Gases informiert. "Wieviel Ammoniak ausgetreten ist, wissen wir nicht", sagte Panzer. Die Ventile hätten aber alle abgedichtet werden können, sodass die Situation nach etwa 20 Minuten unter Kontrolle gewesen sei. Anschließend wurde mit Messungen im Hof der Brauerei und in der angrenzenden Rosenbergstraße überprüft, ob sich die Konzentration des Ammoniaks verringert. "Ein Liter Ammoniak macht ja 1000 Liter Gas, da dauert es immer etwas, ehe es sich neutralisiert", so Panzer.


Kein alltäglicher Einsatz

Eine Fachfirma soll nun die Anlage überprüfen und auch weitere Kontrollmessungen durchführen. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, sagte der Feuerwehr-Kommandant - was auch Kaiser noch einmal wichtig war zu betonen.

Alltäglich sei ein solcher Einsatz für die Kronacher Feuerwehr aber nicht, sagte Panzer, der mit seinen Leuten gegen 23.30 Uhr von der Einsatzstelle abrückte. Weil die Ausrüstung wegen des Gases kontaminiert war, zogen sich die Aufräumarbeiten im Gerätehaus noch bis 1.30 Uhr nachts.

Um die Einsatzkräfte abzusichern, war auch das Bayerische Rote Kreuz mit einem Rettungswagen vor Ort vertreten.

Stichwort Ammoniak

Chemische Verbindung: Bei Ammoniak handelt es sich um die chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Das Gas hat einen stark stechenden Geruch, ist farblos, löst Tränen aus und wirkt erstickend.

Kühlen: In Brauereinen wird es für Kältemaschinen verwendet. Tiefe Temperaturen werden nicht nur benötigt, um das Bier im Sommer gut Lagern, sondern auch untergärig Brauen zu können.

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