Knellendorf
Restaurierung

Aller guten Dinge sind zwei

Vier Jahre nach dem ersten Mal durfte der freischaffende Bildhauer Manfred Fössel aus Knellendorf ein zerstörtes, wertvolles Kruzifix erneut in den Ursprungszustand zurückversetzen.
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In vielen Stunden filigraner Arbeit ist es Bildhauer Manfred Fössel gelungen, das wertvolle Wegekreuz wieder herzustellen. Auch der blaue Baldachin musste neu gerichtet und mit Farbe bemalt werden. Foto: K.- H. Hofmann
In vielen Stunden filigraner Arbeit ist es Bildhauer Manfred Fössel gelungen, das wertvolle Wegekreuz wieder herzustellen. Auch der blaue Baldachin musste neu gerichtet und mit Farbe bemalt werden. Foto: K.- H. Hofmann
Manfred Fössel blickt zurück: War es im Jahr 2011 eine Restaurierung die aufgrund von Alterserscheinungen und Witterungsschäden nötig war, ging es diesmal um die Beseitigung und Restaurierung von Unfallschäden. Durch einen Verkehrsunfall im April dieses Jahres wurde das Kruzifix, das an der B 85 in Nähe der Blumau gestanden hatte, von einem Pkw umgefahren und stark beschädigt. Der 63-jährige Autofahrer hatte damals Glück im Unglück, dass dieses Wegekreuz im Wege stand, sonst hätte höchstwahrscheinlich die Unfallfahrt in die Haßlach geführt, die damals einen hohen Wasserstand hatte.
Dritter Bürgermeister Markus Wich, war schon 2011 Initiator war, dass dieses Wegekreuz, welches wohl aus dem Jahr 1861 stammt, damals restauriert wurde. Weil die Knellendorfer schon immer dieses Holzkreuz unter ihren Schutz stellten, bemühte sich Markus Wich auch diesmal wieder, das von Unfallschäden gezeichnete Kruzifix herstellen zu lassen. Und er fand dafür den erfahrenen Bildhauer Manfred Fössel, der auch schon 2011 mit der Restaurierung beauftragt worden war. Für ihn stellte nun die Restaurierung des total beschädigten Holzkreuzes eine erneute Herausforderung dar. "Als ich das gute Stück zum ersten Mal gesehen und im Technischen Hilfswerk in Kronach inspiziert habe, war ich zutiefst erschrocken, denn es fehlten einige Teile. Diese sind aber zum Teil wieder aufgetaucht. Der Holz- Kreuzbalken war total zersplittert und so musste ich ein entsprechendes Ersatzholz besorgen. Aufgrund guter Beziehungen zum Sägewerk Müller-Zeiner Wallenfels ist dies gelungen. Größtes Problem waren aber einige kleine fehlende Teile, die aus Epoxidharz nachgegossen wurden sowie die abgerissenen Arme. Auch der Baldachin war verschoben und musste gerichtet werden. Sorge machte auch das Lendentuch, von dem ein Stück fehlte. Wie durch ein Wunder fand ich dieses Teilstück einige Wochen nach dem Unfall in der Nähe des ehemaligen Standortes des Kreuzes wieder und ich konnte dieses wieder mit erfassen." Jedes Teil dieses schmucken Wegekreuzes könne so seine eigene Geschichte erzählen, meint der Bildhauer, der sehr froh ist, nun das Kruzifix fertig zu haben, dass es wieder am ursprünglichen Standort aufgestellt werden kann: Ein Großteil der Schützenfestbesucher wird es während des Freischießens wieder am Wegesrand der B 85 an der Streßener Brücke sehen können. Im heimatkundlichen Jahrbuch schreibt Kreisheimatpfleger Roland Graf über dieses Wegekreuz: "Unter den zahlreichen Wegekreuzen unseres Landkreises ist wohl kaum ein zweites anzutreffen, das so von Sagen umgeben ist wie das schöne Kruzifix zwischen der Streßener Brücke und der Blumau" an der B 85 von Knellendorf in Richtung Kronach, rechts am Straßenrand stehend. Markus Wich erinnert sich. "Den Baldachin, des aus massivem Lärchenholz bestehenden Wegekreuzes, fanden wir eines Tages im Dezember 2010 vom 3,80 Meter hohen Kreuzstamm abgetrennt. Er wurde nur durch einen großen Ast eines Baumes von den Fluten der Haßlach abgehalten. Wäre dieser Ast nicht gewesen, wäre ein wichtiger Bestandteil des Wegekreuzes in den Fluten der Haßlach mitgerissen worden", schildert Markus Wich, wie es zur Restaurierung im Jahr 2011 kam. Das Kreuz dürfte um das Jahr 1861 errichtet worden sein und ist somit mittlerweile über 154 Jahre alt. Der vom akademischen Bildhauer Georg Bauer aus Bamberg im Jahre 1960 geschaffene Holzcorpus ist schon in seinen Ausmaßen von 1,55 Meter Armbreite und einer Höhe von 1,40 Meter imposant.


"Ich hatte so meine Zweifel"

"Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, das Kruzifix wieder herzustellen und zu restaurieren, wenngleich ich beim ersten Anblick so meine Zweifel hatte. Aber es ist geschafft und ich bin sehr zufrieden, dass die Wiederherstellung in vielen Stunden der Filigranarbeit so gut gelungen ist", sagt Manfred Fössel bei der Fertigstellung in seinem Atelier in Knellendorf.
Jetzt wartet das Kruzifix im Garten auf den Abtransport zur Wiederaufrichtung am ursprünglichen Standort. Pater Johannes Effern soll die Segnung des Kruzifixes vornehmen.



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