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Schwärzdorf
Grünen-Nominierung

Alle Stimmen für Michael Eckstein

Der 48-jährige Coburger wurde als Bundestagskandidat nominiert. Nun will er ein Wahlkampf-Programm erstellen.
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Die Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Edith Memmel, freut sich über das hervorragende Ergebnis von Michael Eckstein. Foto: vs
Die Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Edith Memmel, freut sich über das hervorragende Ergebnis von Michael Eckstein. Foto: vs
Am Montagabend haben die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Coburg-Stadt, Coburg-Land, Kronach und Geroldsgrün/Landkreis Hof im Gasthaus Schäfer ihren Kandidaten für den Bundestagswahlkampf 2017 nominiert. Der Coburger Michael Eckstein erhielt 20 Stimmen und wurde somit zu 100 Prozent gewählt. "Ich freue mich, dass ich antreten darf", bedankte sich Michael Eckstein, der Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen - Kreisverband Coburg-Stadt bei seinen Parteikollegen. Die politischen Schwerpunkte, die der 48-Jährige setzen will, sind Ökologie, Energie, Mobilität, Integration und Gerechtigkeit. In seiner Rede vor der Nominierung ging der Historiker auf diese Punkte näher ein.
Gerechtigkeit, so betonte Michael Eckstein, bedeute nicht nur eine entsprechende Entlohnung, mit der jeder Erwerbstätige seinen Lebensunterhalt bestreiten könne.
Beim Thema Gerechtigkeit gehe es auch darum, dass "Kinder aus bildungsfernen Schichten die gleichen Chancen haben, wie der Nachwuchs aus dem Mittelstand und von reichen Leuten". Er sprach sich zudem für die Einführung eines Grundeinkommens aus: "Das würde vielen Druck von Familien und Arbeitnehmern nehmen". Ein weiteres Anliegen sei ihm die Bekämpfung der Altersarmut, von der vor allem Frauen betroffen sind.
Michael Eckstein sprach weiter von einer "weltweiten Gerechtigkeit". In diesem Zusammenhang ging er auf das Handelsabkommen der EU mit afrikanischen Ländern ein. Dadurch würde diesen Menschen die Chance für ihre Existenz genommen. Diese Leute sind es, die neben den Flüchtlingen aus Kriegsregionen, sich auf den Weg nach Europa begäben, in der Hoffnung, ein besseres Leben führen zu können.
Klar sprach sich Eckstein bei dem Flüchtlingsthema gegen eine Quote aus. Der Westen müsste Sorge dafür tragen, dass in diesen Ländern der Friede wieder hergestellt werde. Er war überzeugt, dass zumindest ein Großteil der Flüchtlinge gerne wieder in ihre Heimat zurückkehren möchte.


Kritik an der Bahn geübt

Michael Eckstein traf den Nerv seiner Parteifreunde, als er die Bahn kritisiere, die verstärkt den Güterverkehr von der Schiene nahm und nimmt. Was die Energieversorgung betrifft, so räumte er ein, dass Deutschland nicht um Stromtrassen herumkomme. Es müsste aber mehr in Stromspeicherkapazitäten investiert werden. Außerdem sprach er sich für eine verstärkte dezentrale Stromerzeugung aus. Was die Ökologie betrifft, so meinte Eckstein: "Eigentlich sind doch wir die konservative Partei!". Den Grünen liege doch daran, den Planeten für die nächsten Generationen zu erhalten. Ökologie beinhaltet für den Grünen-Bundestagskandidaten unter anderem die artgerechte Tierhaltung bis zur Schlachtung, Vermeidung von Müll etc.
In den nächsten Wochen will Michael Eckstein nun zusammen mit seinen Mitstreitern ein Programm für den Bundeswahlkampf erstellen. Er will sich auch der Öffentlichkeit vorstellen, sei es bei politischen oder gesellschaftlichen Veranstaltungen. In den nächsten Monaten wird also eine Menge Arbeit vor ihm liegen.


Zur Person


Vorstellung Vor seiner Wahl und der Vorstellung seiner Ziele hatte sich Michael Eckstein vorgestellt. Demnach ist er in München geboren und in Neustadt aufgewachsen. Nach dem Abitur hat er in Bayreuth Geschichte und Germanistik studiert. Derzeit arbeitet Michael Eckstein bei der HUK in Coburg und ist unter anderem für Personalentwicklung zuständig.

Umwege An den Ausführungen wurde deutlich, dass Michael Eckstein auch einige Umwege gehen musste, um seine politische Heimat zu finden. So war er Mitglied bei der Jungen Union und beim CSU-Ortsverband Coburg. In dieser Partei habe er den Einsatz für eine soziale Gerechtigkeit vermisst. Unstimmigkeiten gab es auch bei Energiefragen. Als es schließlich Anfeindungen gegenüber seiner Person gab, "habe ich die Reißleine gezogen". Ein Jahr lang, so gestand er, sei er auf Orientierungskurs gewesen, bis er schließlich sich bei den Grünen in Coburg wiedergefunden habe. vs

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