Kronach
Künstler

Alfred Schmitts Krippe hat Wurzeln in Neapel

Alfred Schmitt aus Zeyern ist einer der 16 Künstler, die handgebaute Weihnachtsszenen in der St. Anna- Kapelle ausstellen.
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Alfred Schmitt aus Zeyern baute seine Krippe im neapolitanischen Stil. Er formte seine Figuren in Ton und ihre Kleidung nähte er mit der Hand. Das Gebäude schuf er aus Sperrholz, das er mit Krippenmörtel überzog und mit dem Pinsel marmorierte.  Fotos: Heike Schülein
Alfred Schmitt aus Zeyern baute seine Krippe im neapolitanischen Stil. Er formte seine Figuren in Ton und ihre Kleidung nähte er mit der Hand. Das Gebäude schuf er aus Sperrholz, das er mit Krippenmörtel überzog und mit dem Pinsel marmorierte. Fotos: Heike Schülein
Die Heiligen Drei Könige, Maria und Josef richten ihre Augen auf das Jesuskind, das in der Krippe im Stall liegt. Auch der Blick des Betrachters ruht sofort auf dem Kindlein, das den Mittelpunkt der neapolitanischen Krippe von Alfred Schmitt darstellt. "So muss es sein. Das Wichtigste bei einer Krippe ist die kleinste Figur, das Jesuskind - trotz allem Drumherum", meint der Hobby-Krippenbauer. Und "Drumherum" gibt es bei seinen Szenen von der Geburt Jesu jede Menge. Seit Samstag sind die Werke von Alfred Schmitt und 15 anderen Künstlern in der Krippenausstellung in der St. Anna-Kapelle in Kronach zu sehen.

Maria und Josef sind vor einem antik anmutenden Gebäude zu sehen. Das Haus baute Schmitt aus Sperrholz, das er mit Krippenmörtel überzog und mit dem Pinsel marmorierte. Maria und Josef tragen fein gearbeitete Stoffgewänder - ebenso wie die üppig orientalisch gekleideten Drei Könige.
Hinter der Krippe hängt smaragdgrüner Samt, über alledem "schwebt" ein Engel. All das hat der Zeyerner Schmitt selbst gemacht. "Ich habe die Körper und die Gesichter der Figuren aus lufttrocknendem Ton modelliert. Sobald der hart war, habe ich ihn mit Acrylfarben bemalt", verrät Schmitt, der auch alle Gewänder seiner Figuren gefertigt hat. Dafür hatte er Stoff nach eigenem Entwurf zugeschnitten, bevor er ihn seinen Figuren als Kleider auf den Leib schneiderte - mit der Hand, per Steppstich. Nur der Saum des großen Engels wurde von Schmitts Ehefrau mit der Nähmaschine genäht. "Besonders gut eignet sich Seide für die Kleidung, weil da der Faltenwurf bestehen bleibt", erklärt er.

Engelsaugen aus Neapel

Der Zeyerner hat viele Stunden an der Krippe gearbeitet: Bereits 2010 habe er die Köpfe der Figuren modelliert, verrät der 52-Jährige, dem Krippen bereits als kleiner Junge gefielen. Mit acht Jahren begann er mit dem Krippenbauen. Später kaufte er sich von seinem ersten Lehrlingsgehalt Krippenfiguren. "Der neapolitanische Stil gefällt mir am besten, weil er von sehr hohem künstlerischem Wert ist", meint er. Kunstvolle Weihnachtskrippen hätten in Neapel eine lange Tradition. Und Schmitts Krippe verfügt sogar über ein original neapolitanisches Bestandteil: Die Augen des großen Engels sind aus der italienischen Stadt.

Ganz zufrieden der Künstler mit seiner Krippe übrigens nicht. Es falle ihm immer wieder etwas auf, das er noch hätte besser machen können, sagt er. Liebgewonnen hat er das Stück dennoch, verkaufen würde er die Krippe "allerhöchstens, wenn ich wüsste, dass sie in gute Hände kommt."

Denn während die kleinen Bauten für viele nur eine Bastelarbeit oder Weihnachtsdeko sind, sind Krippen für Schmitt "ein Ort zum Innehalten und Nachdenken - ein dreidimensionales Evangelium, das die Freude ausdrückt, dass uns Gottes Sohn geschenkt wird", so der Zeyerner, der den Menschen ans Herz legt: "Stellen sie ihre Krippe nicht an den Rand, sondern in den Mittelpunkt ihres Weihnachtsfests."
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