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Kronach
Ausbildung

Acht neue Begleiterinnen für den Hospizverein Kronach

Ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter ist jetzt abgeschlossen. Acht Frauen nahmen daran teil und beschäftigten sich dabei intensiv mit den Themen Tod, Trauer und Sterben. Kursleiterin Anja Männl überreichte ihnen jetzt ihre Urkunden.
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Der Hospizverein Kronach mit seinem Vorsitzenden Peter Witton (rechts), seiner Stellvertreterin Anja Männl (zweite von rechts) sowie Hospizkoordinatorin Annette Hümmer (links) freut sich über acht neue Hospizbegleiterinnen.  Foto: Heike Schülein
Der Hospizverein Kronach mit seinem Vorsitzenden Peter Witton (rechts), seiner Stellvertreterin Anja Männl (zweite von rechts) sowie Hospizkoordinatorin Annette Hümmer (links) freut sich über acht neue Hospizbegleiterinnen. Foto: Heike Schülein
Ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleiter ist abgeschlossen. Acht Frauen nahmen daran teil und beschäftigten sich mit den Themen Tod, Trauer und Sterben. Kursleiterin Anja Männl überreichte ihnen jetzt ihre Urkunden.

Gemäß dem bundeseinheitlichen Standard der Hospizarbeit bestand der Kurs aus drei Teilen: dem Grundkurs und dem Aufbaukurs sowie einem Praktikum beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung. 120 Stunden umfasste die Ausbildungsmaßnahme, die den Menschen auf seinem letzten Weg in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig auch die Unterstützung für Angehörige im Blick hat.

Im Pfarrsaal in der Nikolaussiedlung freute sich die stellvertretende Vorsitzende Anja Männl, die den Kurs geleitet hatte, den ausgebildeten Hospizbegleiterinnen ihre Zertifikate überreichen zu können.


Sie erinnerte sich, wie sich diese Mitte November 2014 erstmals hier in den Räumlichkeiten getroffen hatten, um - aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus - mehr über die Thematik "Sterben, Tod und Trauer" zu erfahren. Der Grundkurs habe sich schwerpunktmäßig mit der eigenen Sterblichkeit befasst.


Wenn die "Ernüchterung" einsetzt

Im anschließenden Praktikum hatten die Teilnehmerinnen geprüft, wie gut sie als Begleiter von Schwerstkranken beziehungsweise Sterbenden zurechtkommen würden. "Ihr habt alle berichtet, dass dieses Praktikum eine ganz wertvolle Erfahrung für euch war", sagte Männl.

Dennoch habe sich manchmal auch eine gewisse "Ernüchterung" breit gemacht. Vielleicht hätten sich einige mehr versprochen, mehr Aktion - mehr "Tun" und weniger "Nicht-Tun: Vom Geschehen lassen, Achtsam sein, Hinsehen, Aushalten, Leer werden, sich einfach nur zur Verfügung stellen.

Das höre sich so nach "Passivität" an. So stelle man sich Begleiten nicht vor, man möchte die Dinge lieber anpacken, verändern, verbessern, zum Guten wenden.

"Und dennoch genau darum geht es oft im Leben und ganz bestimmt beim Sterben: ums Zulassen, Annehmen und Geschehen lassen. Es geht ums Akzeptieren, dass wir die Kontrolle verlieren, unsere Konzepte und Vorstellungen von den Dingen und von Situationen, wie sie sich richtig und gut anfühlen, loszulassen und aufzugeben, um dann aktiv damit zu arbeiten und zu leben, was ist", appellierte sie.

Spätestens beim Sterben stelle man nämlich fest, nichts kontrollieren zu können. Das Schwierigste für den Menschen sei das "Nicht-Tun".

"Wir können Schwerstkranken und Sterbenden am meisten dienlich sein, wenn wir mit dem Herzen aufmerksam anwesend sind", ermunterte sie und fügte hinzu: "Uns wirklich zur Verfügung stellen und somit auch die Würde des Sterbenden bis zuletzt aufrecht halten."

So hätten sich die Teilnehmerinnen dann auch im Aufbaukurs intensiv mit der Rolle des Hospizbegleiters auseinandergesetzt. Ob die Absolventen sich nun entschließen, aktiv ehrenamtlich als Hospizbegleiterin zu arbeiten oder nicht - Männl hoffte und wünschte, dass sie das eine oder andere haben mitnehmen können.

Dies bestätigten die frischgebackenen Hospizbegleiterinnen, die von vielen positiven Erfahrungen berichteten. "Im Umgang mit Sterben und Tod erhält man einen neuen Blick auf das Leben", waren sie sich einig. Die Absolventinnen hatten sich für den Kurs teilweise aus beruflichen Gründen entschieden, teilweise auch aus dem traurigen Grund, dass ein naher Verwandter oder Bekannter verstorben und damit das Thema "Tod und Sterben" für sie in greifbare Nähe gerückt war.

"Ein solcher Kurs öffnet einem die Augen für die wichtigen Dinge im Leben", so die Teilnehmerinnen. Zudem hätten sie das gute Gefühl, einen wertvollen Beitrag für Schwerstkranke, Sterbende und Angehörige zu leisten. Alle sollen aktiv als Hospizbegleiterinnen im Ehrenamt arbeiten.

Hospizvereins-Vorsitzender Peter Witton würdigte, dass sie sich der immensen, insbesondere psychischen, Herausforderung des Kurses gestellt hätten. Die Menschen sollen wissen, dass niemand mehr alleine sterben muss, sondern dass jemand für sie in der letzten Phase des Lebens da sei.

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