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Kronach
Rosenbergfestspiele

Abend machte Laune und Lust auf mehr

Beim Rendezvous mit den Sponsoren beweist das Ensemble der Festspiele mit ein paar szenischen Appetithappen, dass das Geld gut investiert wurde.
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Balu mag es gerne gemütlich. Foto: Nicole Julien-Mann
Balu mag es gerne gemütlich. Foto: Nicole Julien-Mann
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Wenn Flaute in der Stadtkasse herrscht, braucht es Unterstützung von außen, Prestigeprojekte wie die Rosenbergfestspiele zu stemmen. Das Geld nützt in vielerlei Hinsicht: die Stadt ist entlastet, kann aber trotzdem in Qualität investieren. Die Strahlkraft erfolgreicher Festspiele wiederum erhellt auch das Image der Sponsoren, sofern dies denn überhaupt nötig wäre.
An diesem Abend in der Alten Markthalle im Historischen Rathaus in Kronach jedensfalls zeigen sich Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und Touristikchefin Kerstin Löw dankbar für die zum Teil schon langjährige Unterstützung.
Treue sei eine Tugend, so Löw, die hoffentlich nie aus der Mode komme. Auf ihr basierten Sicherheit, Mut und sie helfe, weiterzukommen.
Beiergrößlein, der sich im letzten Jahr bisweilen wie ein Regisseur in einem schlechten Drama gefühlt habe, wirkt sichtlich entspannt. Nach dem Ende der Faustfestspiele und zwei Neuanfängen gelte hoffentlich das alte Sprichwort "Aller guten Dinge sind drei". Die Zahl hat Symbolwirkung in Kronach, wie Löw pointiert ausführt: Die Drei-Flüsse-Stadt mit ihrem dreistufigen Aufbau und den drei berühmten Söhnen habe jetzt auch drei Regisseure für die Rosenbergfestspiele.
Aus sieben Profischauspielern besteht das Ensemble, das von Kronacher Statisten ergänzt wird. Alle sind in den drei Stücken zum Teil mehrfach besetzt, den Komödien "Das Wirtshaus im Spessart", "Mirandolina" und dem Kinderstück "Das Dschungelbuch." Letzteres sei sehr wichtig, erläutert der künstlerische Leiter Stefan Haufe, denn es richte sich an die Zuschauer von morgen. Es hängt also nichts weniger als die Zukunft des Theaters davon ab.
Aufgeführt wird die Fassung von Axel Weidemann, der das Stück auch auf der Festung inszeniert und einen Spaß für alle Generationen verspricht. Wie auf einer Familienfete kann man ein Wiedersehen mit Balu, Baghira & Co feiern.


Wie aus Billy-Wilder-Komödie

Komödienlastig sei das diesjährige Programm, so Haufe. Aber für ein erstes Rendezvous seien Spaß und Lachen die besten Zutaten. Sprach's und trat den Beweis an: Der gemütliche Balu trifft den gestelzten Baghira im Dschungel, der den kleinen Mogli in die Menschensiedlung bringen will. Balu und Mogli finden sofort einen Draht zueinander, denn "mit Gemütlichkeit, kommt auch das Glück zu Dir".
Deftig geht es danach im Wirtshaus im Spessart zu, wenn die Wirtin eine "Ballade" schmettert und dem Mannsvolk mit dem Nudelholz droht. Sebastian Paul Rehnert, ehemaliger Schüler an der Berufsfachschule für Musik, schrieb eigens sechs Lieder für das Wirtshaus. Die Musik passt zum Stück wie die berühmte Faust aufs Auge - im allerbesten Sinn. Die Schlafgemach-Szene zwischen Graf und Gräfin scheint direkt einer Billy-Wilder-Komödie entsprungen.
Stefan Haufe hat nicht zu viel versprochen. Wortwitz und Timing machen Laune und Lust auf mehr - demnächst auf den Rosenbergfestspielen in Kronach. Premiere des Wirtshauses im Spessart ist am 28. Juni, das Dschungelbuch startet am 9. Juli und Mirandolina gibt sich ab 26. Juli die Ehre.
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