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Kronach
Jubiläum

70 Jahre Bauernverband

Der Kreisverband des BBV lädt am Sonntag zu einem Tag der offene Tür. Aus diesem Anlass blicken ehemalige und aktuelle Funktionäre zurück.
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Der Landfrauenchor bei einem seiner letzten Auftritte beim Landfrauentag 2011 unter Leitung von Hella Klumpp. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Landfrauenchor bei einem seiner letzten Auftritte beim Landfrauentag 2011 unter Leitung von Hella Klumpp. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Bayerische Bauern Verband (BBV) Kreisverband Kronach lädt für den morgigen Sonntag, 6. September, ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür mit Bauerntag in die Kreisgeschäftsstelle Kronach, Weißenbrunner Straße 1 a, herzlich ein. Zugleich feiert man das 70. Jubiläum des BBV in Bayern. Die Bauern feiern dieses Ereignis mit einer Ausstellung mit Bildern, Plakaten, Dokumenten die von damals zu heute führen. Außerdem wird der Präsident des BBV Oberfranken, Hermann Greif als Festredner erwartet. Für Kinder und Erwachsene wird für Kurzweile gesorgt.
Festplatz ist nebenan beim Siedlerhaus. Hier werden auch Speise-Spezialitäten und Schmankerl angeboten.
Wie in anderen Branchen auch, unterlagen die Landwirte dem Wandel der Zeit durch technischen Fortschritt, Klimawandel und demografischen Wandel und standen und stehen natürlich im ständigen Auf und Ab von Trends, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gesetzlichen Bestimmungen und dem Marktverhalten der Verbraucher. Einige, die da viel miterlebt und den Kreisverband aber auch durch ehrenamtliches Engagement als Kreisobmann, Kreisbäuerin oder als BBV-Präsident von Oberfranken mitgeprägt haben, blicken auf den folgenden Zeilen zurück.
Theo Zehnter aus Haig, der Ehrenpräsident des BBV Oberfranken ist ein Beispiel für das Ehrenamt im landwirtschaftlichen Beruf. Von 1977 bis 1992 stand er dem KV Kronach als Kreisobmann vor. Darüber hinaus war er aber auch von 1977 bis 1982 stellvertretender Präsident und von 1982 bis 2002 Präsident des BBV Oberfranken und von 1992 bis 1997 stellvertretender Präsident im BBV Landesverband. 2002 wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.
1977, Theo Zehnters erstes Jahr als Kreisobmann, so erinnert er sich, sei ein trockenes Jahr gewesen - man musste Futtermittel beschaffen. Waggonweise kamen Futtermittel aus Oberbayern in die Region.
Von einem Gewinn spricht Zehnter, als der BBV Oberfranken in München 50 Millionen Mark an Ausgleichzahlungen durchgeboxt hatte. "Davon profitieren wir heute noch." Was ihn besonders ärgert, ist, dass "inkompetente Leute immer wieder Gehör bei Journalisten" fänden und somit unsachgemäße ja berufsschädigende Nachrichten verbreitet würden. Weiter ärgert dem Ehrenpräsidenten, dass man Wolf und Biber schützen wolle. "Wir wollten damals diese Tierarten nicht mehr haben, weil sie den Landwirten Schaden zufügen." Eine große Last kam mit der BSE-Krise auf die Landwirtschaft zu. "Wir haben das offen diskutiert und diese Krise gut gemeistert, ohne dass im Landkreis Kronach ein Tier von BSE befallen wurde", blickte Zehnter auf das Jahr 2000 zurück.
Ewald Münch, sein Nachfolger als Kreisobmann, bekam die Sorge um die BSE-Krise voll ab. Es war ein Zittern und ein Bangen in jedem Hof, sagt er und: "Gott sei Dank wurde kein heimischer betrieb davon betroffen, denn das hätte den Ruin bedeutet." Man sei als Landwirt nie gewappnet, dass dich irgendeine Tier- oder Pflanzenkrankheit in Schwierigkeiten bringen kann, weiß Münch aus seiner über 50- jährigen Erfahrung in der Landwirtschaft. Er denkt zurück an viele Aktivitäten und Aktionen gegen den Preisverfall bei Rindfleisch oder Milchpreis. "Ein großer Fortschritt für den BBV-Kreisverband war der Bau der neuen Geschäftsstelle, und wir hatten die vielen Jahre auch immer gute Geschäftsführer bei uns und so konnten wir immer unsere Belange für unsere Mitglieder gut vertreten", sagt Münch.
Die derzeitige Kreisbäuerin, die Unterfränkin Rosa Zehnter, hat in die Verwandtschaft von Theo Zehnter geheiratet und ist bereits seit 18 Jahren in der Vorstandschaft der Landfrauen. Seit 2005 ist sie Kreisbäuerin. "Nicht nur die Landwirtschaft hat sich in dieser Zeit verändert, sondern auch die Bäuerinnen haben sich geändert", erklärt sie. Oftmals seien die Frauen der Landwirte in ihrem eigenen erlernten Beruf tätig oder sie seien im Betrieb als feste Arbeitskraft eingesetzt, sodass keine Zeit für den Besuch von Veranstaltungen sei. Rosa Zehnter: "Früher waren für viele Bäuerinnen die angebotenen Veranstaltungen eine größere Informationsquelle, heute sind die Möglichkeiten über Internet oder Smartphone wesentlich größer.
"Ferner unternehmen wir Lehrfahrten, schauen uns andere Betriebe an oder besichtigen Dörfer in unserem Landkreis", so Zehnter. Besonders erwähnen möchte sie "die schönen Erntedankfeste" und die Landfrauentage, die jährlich stattfinden. Bedauerlich findet sie heute noch, dass der Bäuerinnenchor ausgerechnet in ihrer Amtszeit seine Aktivitäten mangels Singstimmen einstellen musste.
Die Landfrauen packten überall mit an, würden Ideen einbringen und versüßten die Veranstaltungen oftmals mit Kuchen und anderen Schmankerln. So werde es auch beim Tag der offenen Tür am 6. September sein.
Ehrenkreisbäuerin Rita Hanna aus Fröschbrunn war von 1967 bis 1982 stellvertretende Kreisbäuerin und von 1982 bis 1997 Kreisbäuerin, also eine Ära von 30 Jahren in der Vorstandschaft der BBV-Landfrauen auf Kreisebene. Zur Ortsbäuerin in Kronach wurde sie 1952 bestimmt, denn damals wurde das Amt nicht in einer Wahl vergeben. Zur Kreisbäuerin wurde sie 1982 gewählt. In dieser Zeit sei vom großen Aufschwung der vergangenen Jahre in der Landwirtschaft nicht mehr viel zu spüren gewesen. "Die Landwirtschaft war rückläufig und es begann die Zeit des "Höfesterbens", blickt die Ehrenkreisbäuerin zurück. Sie denkt dabei auch an "die unvergesslichen Mahnfeuer", die in ganz Bayern 1988 brannten, um auf sinkende Preise und auf das "Bauernsterben" aufmerksam zu machen.
Dennoch sagt Hanna, Bäuerin sei der schönste Beruf, denn man ist Unternehmerin, Hausfrau, Mutter und noch viel mehr.
/> Zusammenfassend erklärten Kreisobmann Erwin Schwarz und Kreisbäuerin Rosa Zehnter, dass es trotz aller Technik, Automation und dem Einzug von Computern in den Kuhstall, viel Arbeit an sieben Tagen in der Woche zu tun gebe. Es bleibe aber von der Aussaat bis zur Ernte spannend, denn vieles zu einem guten Ertrag hänge auch vom Wettergott ab.

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