Laden...
Kronach
Gipfelgespräch

500 Baulücken im Kreis Kronach bieten eine große Chance

Der Landkreis Kronach wird aktiv. Gemeinsam mit den Kommunen sollen in nur zwei Jahren 200 Wohnungen geschaffen werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Anteil an "jungem" Wohnraum ist im Kreis niedriger als in Bayern.
Der Anteil an "jungem" Wohnraum ist im Kreis niedriger als in Bayern.

Familien und Singles auf Wohnungssuche, hohe Mieten oder hohe Instandsetzungskosten, viele Leerstände und weniger moderner Wohnraum als im bayerischen Durchschnitt (siehe Grafik) - das Thema Wohnen ist im Landkreis Kronach seit Jahren ein heißes Eisen. Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner und Landrat Klaus Löffler (beide CSU) haben es zur Chefsache gemacht. Ein erster Wohnbaugipfel am Donnerstag zeigte: Das Potenzial ist da, den Wohnungsmarkt im Kreis in Schwung zu bringen.

Beide Politiker werteten das zweistündige Treffen mit Vertretern der Bauwirtschaft, der Banken und der Kommunalpolitik als vollen Erfolg. Sie warteten anschließend mit konkreten Zielen auf.

"Es gibt über 500 Baulücken im Landkreis Kronach", hielt Baumgärtner angesichts einer Studie fest. "Unser Ziel ist es, 25 Prozent davon zu bebauen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt." Löffler stellte die Zielsetzung von 200 neuen Wohnungen in zwei Jahren in den Raum. "Das werden wir deutlich erreichen", fügte der Abgeordnete hinzu. Blauäugig gehen die beiden Politiker jedoch nicht an die Aufgabe heran.

Baumgärtner sprach einige Weichen an, die noch gestellt werden müssten. "Die Industrie muss raus aus der Kernstadt", betonte er auf die Kronacher Innenstadt bezogen. Dieser Raum, zum Beispiel im Umfeld des Gartenschau-Geländes, sollte seiner Ansicht nach dem Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Überhaupt müsse die Planung von Industrieansiedlungen besser werden. Unter die Lupe genommen werden müssten auch Investitionen bremsende Instrumente wie die Stellplatzordnung oder die Bauordnung.

Derweil müsse das Leerstandsmanagement aggressiv angegangen werden. Es müssten mehr Anreize geschaffen werden, in die Innenstädte zu gehen. Weiter müsse die Schere geschlossen werden zwischen dem niedrigen Mietniveau und dem sich erst spät rechnenden Investment, das Investoren im Kreis Kronach tätigen müssten. Für eine Lösung sei hierbei jedoch der Freistaat gefordert.

Wichtig erscheint dem Abgeordneten auch, Eigentum zu schaffen und mehr Menschen in ein Eigenheim zu bringen. Dass ferner der Immobilienverkauf durch das Land nicht immer zu Wohnzwecken genutzt, sondern auch zu Immobilienspekulationen missbraucht wird, ist dem Abgeordneten ebenfalls ein Dorn im Auge.

Straffer Zeitplan

Trotz dieser Herausforderungen war er gut gelaunt. Er freute sich über die Ergebnisse des Gesprächs mit "begeisterten Vertretern der Parteien, gut gelaunten Investoren und positiv gestimmten Banken". Löffler teilte seinen Eindruck. "Wir wollten alle einmal an einen Tisch holen", betonte. Das hat sich offenbar gelohnt.

Der Landrat machte das gleich an Zahlen fest. So habe die Sparkasse Kulmbach-Kronach von 15 Millionen Euro gesprochen, die in die beiden Nachbarkreise investiert werden könnten. Die beiden Raiffeisenbanken Oberfranken-Mitte und Küps-Mitwitz-Stockheim hätten ebenfalls positive Signale gesendet.

Kreis und Gemeinden arbeiten zusammen

Vor diesem Hintergrund möchte sich der Landkreis als koordinierende Stelle einklinken und mit den Kommunen gemeinsam Schlüsselstellen ermitteln, an denen der Leerstand angegangen werden kann. Die am Mittwoch eingeleiteten Vernetzungen sollen nun weiter vorangetrieben werden. Im ersten Halbjahr 2020 möchte der Landrat schließlich schon die weitere Zielrichtung festlegen. Dann soll es konkret werden.

"Ich glaube, es war heute ein wichtiger, ein notwendiger und auch ein starker Impuls", urteilte Löffler über den Wohnbaugipfel. Nun gehe man den "strengen Zeitplan" an.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren