Kronach
Politik

40 Millionen Euro fließen in die Kreisstraßen

Umfangreiche Maßnahmen stehen für die nächsten Jahre auf der Agenda des Landkreises. Am Montag gab es in der Kreisausschusssitzung einen Überblick über geplante Investitionen in Gebäude und Infrastruktur.
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Rund 40 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in die Kreisstraßen fließen. Archiv
Rund 40 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in die Kreisstraßen fließen. Archiv

Der Leiter des Tiefbauamts, Gunther Dressel, gab in der Sitzung einen Überblick über den geplanten Ausbau und Unterhalt von Kreisstraßen und Radwegen (siehe Infobox). Dabei wurde deutlich, dass derzeit der Investitionsschwerpunkt im Oberen Rodachtal liegt. Die Priorisierung richte sich bei den Straßen nach der Verkehrsbelastung, Verkehrssicherheit und Bausubstanz, erklärte er.

Eine Priorisierung von Straßenbau- und Radwegebaumaßnahmen sei wichtig, so Gerhard Wunder (CSU). Er wies auf das Vorhaben hin, bei der KC 16 (Abzweigung Steinwiesen/Nurn) die Brücke über Rodach/Mühlgraben in Angriff zu nehmen. Er schlug vor, im Zuge dessen auch die Straße nach Nurn mit auszubauen. Das sei eine Gefahrenstelle. Er bringe sich gerne bei den Grundstücksverhandlungen mit ein. Was den Radwegeausbau betrifft, so hält der Steinwiesener Bürgermeister nicht zuletzt wegen der touristischen Entwicklung eine Querverbindung vom Rodachtal zum Rennsteig für sinnvoll.

Landrat Klaus Löffler (CSU) sprach von zwei großen Herausforderungen, nämlich von der KC 5 in Hummendorf und von KC 3 in Eila. Hier gehe es um die Verkehrssicherheit. Was den Radwegeausbau betreffe, so werden zuerst die Wege in Angriff genommen, bei denen mit Förderungen zu rechnen ist.

Der Landrat betonte, dass bei Radwegen frühzeitig mit Kommunen und Grundstückseigentümern gesprochen wird. "Es wird keine Planung mehr geben, die im Vorfeld mit irgendjemanden nicht abgesprochen ist und die dann nicht funktioniert." Insgesamt investiert der Landkreis in den Ausbau von Kreisstraßen in den nächsten Jahren 39 Millionen Euro, in Unterhaltsmaßnahmen knapp vier Millionen Euro. In den Ausbau von Radwegen werden 1,65 Millionen Euro fließen. Der Kostenanteil des Landkreises liegt bei voraussichtlich 333 000 Euro.

Kreiskämmerer Günther Daum gab einen Überblick über laufende und geplante Kreisbaumaßnahmen. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass - wie derzeit bei vielen Projekten - sich nicht nur die Bauzeit verzögert, sondern auch höhere Kosten - als geplant - anfallen. Beim Landratsamt werden derzeit unter anderem die Außenfensterbänke und Sonnenschutzanlagen montiert. Das hintere Treppenhaus erhält in diesem Jahr noch eine gedämmte Eternit-Fassade. Günther Daum sprach von einem aktuellen Kostenstand in Höhe von 1,3 Millionen Euro und von Mehrkosten von rund 500 000 Euro.

70 Prozent Förderung angestrebt

Bei der Volkshochschule ist hinsichtlich des Inventars, wie elektronische Whiteboards, ein Leader-Förderantrag auf den Weg gebracht worden. Der aktuelle Kostenstand belaufe sich auf 3,9 Millionen Euro bei einem geplanten Gesamtvolumen von 8,1 Millionen Euro. Dabei wird eine Förderung in Höhe von 70 Prozent angestrebt. Weiterhin wurden als Investitionsschwerpunkte die Heizzentralen am Schulzentrum (1,3 Millionen Euro) und bei der Berufsschule/KZG (knapp 900 000 Euro) genannt.

Für die Attraktivitätssteigerung des Ölschnitzsees in Windheim seien die Rodungsarbeiten durchgeführt worden. Begonnen haben nun die Erdarbeiten. Wie Daum ausführte, werde als nächste das Pumpwerk ausgeschrieben. Die Planungen für das Sanitärgebäude, Liege- und Spielflächen würden vorangetrieben. Der Abwasserkanal werde voraussichtlich im nächsten Jahr im Zuge einer Maßnahme der FWO mit realisiert.

Bei der Berufsschule seien Voruntersuchungen durchgeführt worden. Nun gehe es darum, das Raumprogramm und auch Möglichkeiten der Bildungseinrichtung durch Nutzung von Dritten abzuklären.

Landrat Klaus Löffler betonte, dass ein Zukunftsrahmen für die gesamten weiterführenden Schulen gesteckt werde. "Wir haben das Ganze im Blick." Dementsprechend werden Planungen und Priorisierung gestaltet. Er sprach die Machbarkeitsstudie an, die der Kreis mit der Stadt Kronach durchführt. Es gehe darum zu prüfen, ob das Lehrschwimmbecken der Realschule I mit ans Crana Mare angedockt werden könne.

"Das Landratsamt macht viel - wir drehen ein großes Rad", betonte Richard Rauh anerkennend. "Wir haben ein kraftvolles Maßnahmenpaket für den ganzen Landkreis", so auch CSU-Fraktionsvorsitzender Bernd Liebhardt. Es sei der richtige Weg zu planen, zu priorisieren, Zeitfenster zu setzen und Kosten zu analysieren. Unverständnis äußerte er gegenüber Einträgen in den sozialen Medien, wonach der Landkreis der Untätigkeit bezeichnet wird. "Ich appelliere an alle, solchen Rattenfängern nicht zu folgen."

Transparenz gelobt

Der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn (CSU) lobte die Transparenz. Planungen seien wichtig. "Man kann mit Fördergeldern viel erreichen, man kann sich aber auch verzetteln." Landrat Löffler warb darum, die Kosten im Augen zu behalten. Er bat auch um Verständnis, dass nicht alles Wünschenswerte sofort realisiert werden könne.

In der Sitzung wurde der Stadt Ludwigsstadt ein Kreiszuschuss für die Ersatzbeschaffung einer Drehleiter in Höhe von 206 850 Euro gewährt. Die Mittel sollen im Haushalt 2022 bereitgestellt werden. Die Gesamtkosten der Drehleiter belaufen sich auf 650 000 Euro.

Sinnvolle Checkliste

Landrat Löffler wies darauf hin, dass die Kreisbrandinspektion eine Art Prioritätenliste erstellen werde. So eine Checkliste sei sinnvoll, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Rauh. Dann sei ersichtlich, welche Wehr welche Anschaffungen für notwendig erachte.

Ab 2020 geplante Maßnahmen an Kreisstraßen

Straßen KC 16 - Brücke über Rodach/Mühlgraben (1,9 Millionen Euro), KC 22 - Ortsdurchfahrt Burkersdorf (2,4 Millionen Euro), KC 3 von St 2200 bis Gifting (2,3 Millionen Euro), KC 16 Nurn (1,5 Millionen Euro), KC 5 Ortsdurchfahrt Hummendorf (2,4 Millionen Euro), KC 3 Ortsdurchfahrt Eila bis Pressig (1,1 Millionen Euro) KC 1 Ebersdorf (1,8 Millionen Euro), KC 31 Wolfersgrün / Landkreisgrenze (1,8 Millionen Euro), KC 17 von Brauersdorf bis Marienroth (1,6 Millionen Euro), KC 7 Ortsdurchfahrt Tschirn (800 000 Euro), KC 12 Ortsdurchfahrt Vogtendorf (1,8 Millionen Euro), KC 32 von B 173 bis Neuengrün (4,4 Millionen Euro), KC 12 Bachmauer/Ortsdurchfahrt Wötzelsdorf (1,2 Millionen Euro), KC 3 von Posseck bis Gifting (900 000 Euro), KC 17 B 85 / Brauersdorf (1 Million Euro), KC 12 von Vogtendorf bis Fischbach (1,7 Millionen Euro), KC 21 von Birnbaum bis Hubertushöhe (2,4 Millionen Euro), KC 3 von Eila bis Posseck 2,3 Millionen Euro.

Radwege KC 08 Haßlach/Teuschnitz bis Steinbach (550 000 Euro); KC 12 Planersgut bis Fischbach (170 000 Euro), KC 18 / ST 2209 Rennsteig bis Ölschnitzsee (230 000 Euro), KC 25 Letzenhof bis Kreisverkehr B 85 (700 000 Euro).

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