Neukenroth
Bildung

2000 Unterschriften für weiterführende Schule im Norden

Thomas Kreuzer, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, wurde in Neukenroth auch mit dem Thema weiterführende staatliche Schulen im nördlichen Landkreis Kronach konfrontiert.
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Den Besuch von Thomas Kreuzer (3. von links) nutzen Angela Wiegand (links) und Astrid Vetter auch, um eine Unterschriftenliste bezüglich weiterführende Schule im Norden zu übergeben. Mit im Bild: Der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner.  Foto: Schadeck
Den Besuch von Thomas Kreuzer (3. von links) nutzen Angela Wiegand (links) und Astrid Vetter auch, um eine Unterschriftenliste bezüglich weiterführende Schule im Norden zu übergeben. Mit im Bild: Der Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner. Foto: Schadeck
Auf Einladung des CSU-Landtagsabgeordneten, Jürgen Baumgärtner, war der Vorsitzende der CSU-Fraktion des Bayerischen Landtags, Thomas Kreuzer, im Business- und Wellness Hotel Rebhan in Neukenroth, um sich die Anliegen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft anzuhören.

Astrid Vetter und Angela Wiegand - beides sind Mütter, deren Kinder täglich einen über 30 Kilometer langen Schulweg nach Kronach in Kauf nehmen müssen - übergaben Kreuzer knapp 2000 Unterschriften von Bürgern aus dem nördlichen Landkreis. Dadurch soll die Forderung nach einer weiterführenden Schule im Norden nochmals zum Ausdruck gebracht werden.

Der Hauptabteilungsleiter von Heinz-Glas, Thomas Kneitz, betonte die Notwendigkeit von einer veränderten Bildungsstruktur bezüglich der Gewinnung von künftigen Fachkräften.


Rudi Schirmer, der Leiter der Lorenz-Kaim-Berufsschule, wies darauf hin, dass sich die aktuelle Bildungslandschaft stark auf den südlichen Landkreis konzentriert. Der nördliche Landkreis stellt über 5000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Unternehmer haben zunehmend Schwierigkeiten, ihr Fachkräftepotential aus der Region abzudecken. Hinzu kommt der demografische Wandel und ein zu erwartender Schülerrückgang bis 2015/16 um voraussichtlich mehr als 20 Prozent.

Es wurden dem Landtagsabgeordneten auch die wünschenswerte Bildungsstruktur vorgestellt. Demnach sollte in Ludwigsstadt neben dem Fachabitur auch die allgemeine Hochschulreife erworben werden können. In Steinbach am Wald sollte ein Real-Gymnasium und in Pressig eine Wirtschaftsschule etabliert werden.

Für eine Wirtschaftsschule in Pressig, so Rudi Schirmer, spreche der ab 2015/16 neue Lehrplan, die vorhandenen Räumlichkeiten in der Schule, die Mensa, die Zusammenarbeit mit den Unternehmern vor Ort. Zudem könnten auch Schüler aus dem Sonneberger Raum mit eingebunden werden.

Welche Strapazen die Kinder aus dem nördlichen Landkreis in Kauf nehmen müssen, um eine weiterführende Schule in Kronach besuchen zu können, darüber berichteten Angela Wiegand und Astrid Vetter. Fielen Nachmittagsstunden an, seit der Nachwuchs bis zu elf Stunden unterwegs. Die Tettauer Schüler müssten einen 39 Kilometer langen Schulweg in Kauf nehmen.

Bis zu elf Stunden unterwegs

Oftmals müssten Eltern ihre Kinder an Bahnhöfen in Steinbach und Pressig abholen, weil eine entsprechende Anschlussverbindung fehle, so Angela Wiegand. Die Krönung sei, dass gerade die Familien bestraft würden, deren Kinder einen weiteren Schulweg in Kauf nehmen müssten, indem sie ab der elften Klasse einen höheren Selbstkostenbeitrag bezüglich der Fahrtkosten entrichten müssten.

Der Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau, Bernd Hörauf, berichtete von den Sorgen der Glasindustrie bezüglich der Energiewende, der damit verbundenen Einleitung des Beihilfeverfahrens und der Versorgungssicherheit. Er sprach davon, dass die Unternehmen alle Kapazitäten bezüglich Energieeffizienz ausgeschöpft hätten. Nur solche Unternehmen sollten Vergünstigungen erhalten, die energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen.

Über die Notwendigkeit einer besseren Verkehrsanbindung und Autobahnanschlusses sprach der Vorsitzende des Rennsteigvereins Frankenwald, Wolfgang Feuerpfeil. Neben den vierspurigen Ausbau der B 173 zwischen Kronach und Lichtenfels könne er sich auch eine Anbindung zur Autobahn nach Rödental über Thüringen vorstellen.

Der Vorsitzende des IHK Gremiums, Kronach, Hans Rebhan, ging unter anderem auf die Beschäftigungsstruktur und Entwicklung der Arbeitslosenquote ein, die im Landkreis Kronach relativ niedrig ist. Er stellte klar, dass im Landkreis nicht die Abwanderung das Problem sei, sondern der Sterbeüberschuss. Rebhan appellierte ferner, sich auf den vierspurigen Ausbau der B 173 zu konzentrieren.

In die gleiche Kerbe schlug auch Jürgen Baumgärtner, der dieses Projekt in den nächsten viereinhalb Jahren realisiert haben will.

In Sachen weiterführende staatliche Schulen wies Thomas Kreuzer darauf hin, dass zuerst eine Einigung im Kreistag erzielt werden müsse. "Die Entscheidung muss vor Ort getroffen werden!".

Dem Einwand von Angela Wiegand, ob denn ein Bürgerbegehren einen Beschluss außer Kraft setzen könnte, räumte Kreuzer keine Chancen ein. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich die Staatsregierung über einen Beschluss des Kreistages hinwegsetze.
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