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Am Rande

Vom Kaufhaus zur Zeitung

Das Internet kauft eine Zeitung - so könnte man den Verkauf der renommierten Washington Post an Jeff Bezos zusammenfassen. Der Milliardär ist Chef des Internet-Kaufhauses Amazon.
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Die Washington Post hat einen neuen Eigentümer. Foto: Arno Burgis/dpa
Die Washington Post hat einen neuen Eigentümer. Foto: Arno Burgis/dpa
Der Chef des Internet-Kaufhauses Amazon, Jeff Bezos, ist ein reicher Mann. So reich, dass die 250 Millionen Dollar, die er für die renommierte Zeitung Washington Post auf den Tisch legen musste, für ihn Kleingeld sind. Der Mann, der mit seinen elektronischen Lesegeräten einen Angriff auf das gedruckte Buch startete, investiert in eine Branche, die gerade eine ihrer größten Krisen erlebt.


Kauf aus dem privaten Vermögen


Und er tut das nicht als Amazon-Chef, sondern als Privatmann, der die bisherigen Verleger schon lange kennt. Gut möglich also, dass er aus einer gewissen Sympathie für seine Freunde handelt. Auch wenn er das Gegenteil behauptet, darf man durchaus annehmen, dass er einen Plan für die Zeitung hat, die spätestens seit der Watergate-Affäre für seriösen Journalismus schlechthin steht.


Wird Jeff Bezos zeigen, dass Zeitung noch lange nicht tot ist?


Ob seine Absichten wirklich so uneigennützig sind und ob er tatsächlich aus Patriotismus eine amerikanische Institution kauft, wird sich zeigen, wenn er trotz seines Vermögens an der Sparschraube dreht. Dass es Veränderungen geben muss, ist klar, die Frage ist nur ob er es schafft, die Zeitung zu retten. Dass Bezos' Ideen erfolgreich sein können, hat er mit Amazon gezeigt, weil dort die Kunden schnell finden, was sie suchen. Mit diesem Gespür könnte er auch die Washington Post retten und zeigen, dass Zeitung noch lange nicht tot ist.

Was Jeff Bezos an die Mitarbeiter der Washington Post schreibt, lesen Sie hier.
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