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Kommentar

TSV 1860 München: Schluss mit der Erpressung

Löwenfans und Clubfans teilen sich in gewisser Weise das gleiche Schicksal: Sie müssen in regelmäßigen Abständen aus sportlichen und/oder finanziellen Gründen um die Zukunft ihres Vereins bangen. Könnte die Vereinsführung des TSV 1860 München verantwortungsvoll mit Geld umgehen, dann wäre der FC Bayern in der Landeshauptstadt vielleicht nicht um die Lichtjahre voraus, wie es derzeit der Fall ist. Das Fanpotenzial der Sechziger ist enorm.
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Dominik Stahl (vorne l) und Daniel Bierofka (r) vom TSV 1860 München kommen zum Training des Fußball-Zweitligisten auf dem Vereinsgelände in München. Symbolfoto: Andreas Gebert, dpa
Dominik Stahl (vorne l) und Daniel Bierofka (r) vom TSV 1860 München kommen zum Training des Fußball-Zweitligisten auf dem Vereinsgelände in München. Symbolfoto: Andreas Gebert, dpa
Zwei Fehler der jüngeren Vergangenheit bringen die Löwen erneut in Bedrängnis: Mangels Kapital war die Finanzierung der Allianz-Arena zusammen mit dem FC Bayern eine Farce, weil der Bau nie ein Geschäft auf Augenhöhe war. Stattdessen hing man am Tropf des ungeliebten Nachbarn, mit der Folge, dass der gebeutelte TSV 1860 später seine Anteile an die Bayern verkaufen musste. Und dann wagten sich gerade die Löwen vor eineinhalb Jahren an ein Experiment im deutschen Profifußball, das im Ausland stets mit hohen Risiken behaftet war: der Einstieg arabischer Investoren. Ein Jordanier sollte die Sechziger vor dem Ruin retten. Das tat er auch - für einen hohen Preis: Hasan Ismaik wollte die Alleinherrschaft bis hinein ins sportliche Geschäft.

Die Clubführung hat jetzt vernünftigerweise die Reißleine gezogen und lässt sich nicht weiter erpressen. Ohne Geld sind die Alternativen für die Löwen aber nicht groß. Wie wäre es mit einem Neustart in der Regionalliga? Schon einmal marschierten die Sechziger erfolgreich von der Bayernliga bis in die Bundesliga. Keine Frage, für die Fans sind das harte Zeiten. Aber ihre Leidensfähigkeit ist ja bekanntlich hoch.
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