Franken
Kommentar

Maßlos überschätzt: Warum ich mit dem Spargel-Hype absolut nichts anfangen kann

Man kommt nicht dran vorbei: Spargel ist überall. In allen erdenklichen Variationen. Und scheinbar lieben alle dieses überschätzte Gemüse. Außer mir. Ich hasse Spargel! Ein Kommentar von Dunja Neupert.
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Die Deutschen lieben Spargel. Kaum ein Gericht kommt in der Spargelsaison ohne das "weiße Gold" aus. Symbolfoto: pixabay.com/Emilia_Baczynska
Die Deutschen lieben Spargel. Kaum ein Gericht kommt in der Spargelsaison ohne das "weiße Gold" aus. Symbolfoto: pixabay.com/Emilia_Baczynska

Spargel, wohin das Auge reicht. Grün oder weiß. Als Hauptakteur auf dem Teller oder Beilage zu Fisch oder Fleisch. Die Eröffnung der Spargelsaison wird von vielen gefeiert. Von da an wimmelt es auf sämtlichen Speisekarten nur so von Spargelgerichten. Die Regale in den Supermärkten sind voll von den weißen und grünen Stängeln. Auf den Märkten locken die Verkäufer mit Spargel im Überfluss.

Gefühlt jeder ist dem Hype um das unschöne Gemüse verfallen. Ich meine, wie unattraktiv sieht Spargel bitte aus? Im rohen Zustand erinnern die dünnen Stängel irgendwie an etwas Phallisches - gekocht ist Spargel einfach nur labbrig. Ansichtssache!

Selbst der größte Geizhals bezahlt plötzlich bereitwillig den teuren Spargelpreis. Denn Spargel kostet. Pro Kilo bis zu 20 Euro. Dabei besteht er zu 95 Prozent aus Wasser. In Franken wird Spargel großflächig angebaut. Beginnt dann im Frühjahr die Ernte, werden zahlreiche Helferlein zum Spargelstechen gebraucht. Ein unmenschlicher Knochenjob. Kein Wunder, dass das Kontingent an Erntehelfern langsam knapp wird.

Kein Fan von Geschmack und Konsistenz

Als bekennender Anti-Spargel-Jünger mache ich beim Einkaufen einen großen Bogen um das Stangengemüse, ignoriere Werbung und Rezeptideen - kaufe stattdessen lieber Gemüse, das auch nach etwas schmeckt. Denn machen wir uns nichts vor: Spargel schmeckt fad! Kaum Eigengeschmack und dann wäre da noch die Konsistenz. Bäh! Labbrig und faserig zergeht das "weiße Gold" im Mund. Wenn es nicht bereits auf dem Teller oder zuvor im Kochtopf zermatscht ist.

Wenn ich eine Sache so richtig hasse, dann Gemüse, das keine Konsistenz hat! Im Gegensatz zu seinem weißen Bruder, hat der grüne Spargel dieses Problem nicht. Den würde ich notgedrungen sogar mitessen, wenn er sich auf meinen Teller gemogelt hat. Oder aus Anstand, wenn sich ein lieber Freund die Mühe gemacht hat, mir etwas Leckeres aufzutischen. Wobei sich über das "Lecker" natürlich streiten lässt! Den weißen Spargel verweigere ich von Anfang an. Egal in welcher Form.

Grenzenlose Spargel-Obsession trifft auf Unverständnis

Ob als Suppe, mit Sauce Hollandaise und Kartoffeln, auf Pizza, im Salat - die Spargel-Obsession meiner Mitmenschen scheint grenzenlos. Unverständlich! Ich hasse Spargel! Wie dieses maßlos überschätzte Gemüse so vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, ich weiß es nicht. Stellen sich stundenlang in die Küche, schälen akribisch Stängel für Stängel und werden dann nicht mal richtig statt.Vom strengen Uringeruch will ich hier gar nicht anfangen.

Wie bei vielen anderen Gerichten, ist freilich Spargel auch Geschmackssache. Jeder soll essen, worauf er Lust hat. Aber können die Spargel-Jünger bitte damit aufhören, mich mit ihrem Faible zu nerven? Ich dränge schließlich auch nicht jedem auf, was ich gestern und vorgestern und vorvorgestern gegessen habe...

Ganz anderer Meinung ist mein Kollege Rupert Mattgey: Er liebt Spargel und unterstellt Spargelhassern mangelnden Geschmack!

Leckere Rezepte - mit oder ohne Spargel - finden Sie auch auf inFranken.de

Hinweis: Ein Kommentar spiegelt die persönliche Meinung des Redakteurs wider, nicht die der gesamten Redaktion.

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