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Bamberg
Kommentar

Machtdemonstration des deutschen Fußballs

Der große Gewinner ist die Fußball-Bundesliga: Wembley, die Kultstätte des Weltfußballs, erlebte 50 Jahre nach Gründung der deutschen Eliteklasse eine großartige Demonstration der deutschen Topklubs, die schon im Halbfinale der einstigen Großmacht Spanien die Grenzen aufgezeigt hatten.
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Foto: dpa
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Bayern München und Borussia Dortmund agierten mit offenem Visier, zelebrierten modernen Fußball erster Güte und ließen die Herzen der Fans höher schlagen.

Die Münchner müssen dem BVB aber auch ein Stück weit dankbar sein: Weil die Gelb-Schwarzen den Rekordmeister in den letzten beiden Jahren zur Weißglut getrieben hatten, wuchs in München eine neue Übermannschaft, die in dieser Saison alle Rekorde pulverisierte.

Die Borussia begegnete den Bayern im Finale auf Augenhöhe, von den 25 Punkten Rückstand in der Meisterschaft war nichts zu spüren. Doch den Münchnern gelang im Gegensatz zu den verlorenen Endspielen 2010 und 2012 der K.o.-Schlag. Ausgerechnet Arjen Robben, der oftmals als Egozocker abgestrafte Niederländer, der die Bayern im letzten Jahr mit seinen verschossenen Elfmetern ins Tal der Tränen gestürzt hatte, war der umjubelte Matchwinner.

Die dritte Finalniederlage in vier Jahren hätte eine Wahnsinnssaison kaputt gemacht. Stattdessen hat der Rekordmeister jetzt die Gelegenheit, mit dem Pokalsieg gegen Stuttgart das Triple perfekt zu machen. Der eigentlich nur als Übergangstrainer geholte Jupp Heynckes hinterlässt seinem Nachfolger Pep Guardiola ein schweres Erbe.