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Die Pkw-Maut steckt im Stau

Obwohl die Zulassung für die Straße noch fehlt, steckt die Maut bereits in der Entstehungsphase im Stau. Horst Seehofer droht mit Koalitionsbruch - sollte das Projekt scheitern. Diese schärfste Waffe hätte sich der Bayerische Ministerpräsident noch etwas aufsparen sollen.
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Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Seit drei Jahrzehnten arbeitet die CSU an dem Prototypen für einen modernen Wegezoll - bis vor kurzem nur auf Autobahnen.

Chefentwickler Alexander Dobrindt schickt sich gerade an, das Maut-Modell zur Serienreife zu führen. Mit viel Handarbeit will er nun eine In frastrukturabgabe für alle Straßen implementieren. Selbst deren Motor gerät nun allerdings noch vor dem Start ins Stocken.

Nicht einmal politische Gegner, nein, Unionspolitiker sind es, die den Maut-Erlkönig des Verkehrsministers kritisch unter die Lupe nehmen. Sogar Dobrindts Parteifreund und bayerisches Pendant Joachim Herrmann weist auf Fehlentwicklungen hin, regt Ausnahmen in den Grenzregionen an.

Das veranlasst jetzt Horst Seehofer, in die Endmontage einzugreifen. Er droht allen, die der Maut das Tüv-Siegel verweigern, mit dem Bruch der Regierungskoalition.

Diese schärfste Waffe hätte sich der Bayerische Ministerpräsident noch etwas aufsparen sollen. Denn die Qualitätskontrolle aller Beteiligten und die Querschüsse der Kritiker werden anhalten.

Bevor die Maut ihre durchaus umstrittene Kraft auf die Straßen bringen kann, wird es weitere Pannen geben. Nicht alle Pannenhelfer werden dem Projekt und den Projektverantwortlichen wohl gesonnen sein. Für diese benötigt Seehofer noch ein Ass im Ärmel.

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