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KOMMENTAR

Autoindustrie: So einfach ist es nicht mit dem E

Jetzt einfach nur auf Elektromobilität zu setzen, hält unserer Kommentator für einen Fehler.
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Foto: Oliver Berg, dpa
Foto: Oliver Berg, dpa

Elektro-Autos, kurz E-Autos, schienen schon 2010 als die Antriebsform der Zukunft schlechthin. Doch aus dem Ziel der Bundesregierung, dass im nächsten Jahr eine Million Fahrzeuge aus deutscher Produktion hierzulande unterwegs sein werden, wurde nichts. Zu wenig Reichweite, zu teuer und keine Infrastruktur - die Kunden konnten sich verständlicherweise kaum für die alternative Antriebsform begeistern.

Inzwischen haben alle deutschen Autohersteller Elektroautos im Angebot und investieren kräftig in die Entwicklung weiterer Modelle. Doch die Probleme im Markt sind damit nicht von heute auf morgen gelöst. In Deutschland fehlt ein Konzept, den Strom zu den Autos zu bringen. Eine vernünftige Ladeinfrastruktur lässt auf sich warten. So etwas ist auch nicht so einfach wie einige immer vorgeben. Wenn in der Urlaubszeit an den Raststätten nur Elektroautos nachladen wollten, bräuchte es riesige Flächen dafür, weil die frische Energie nicht in knapp fünf Minuten wie beim Verbrennerfahrzeug getankt werden kann. Verkehrsminister Andreas Scheuer ist endlich ein umfassendes Konzept schuldig. Dieses sollte auf mehrere Standbeine setzen und Planungssicherheit bieten, indem es konkret festlegt, welche Antriebsart für welche Bereiche sinnvoll ist. Wir werden den Verbrennungsmotor benötigen. Wir sollten bei Möglichkeiten wie Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen den Fuß nicht vom Gaspedal nehmen. Und wir sollten die Elektromobilität nicht zu früh hochjubeln.

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