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Bamberg
Glosse

Was wir vom sprottenähnliche Zartschupper lernen können

Die Paläontologische Gesellschaft hat ihr Fossil des Jahres 2016 gewählt. Mit dem sprottenähnlichen Zartschupper traf die Wahl auf einen geduldigen Urzeitfisch, der einst ein junger Wilder war.
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Der sprottenähnliche Zartschupper ist das Fossil des Jahres Foto: M. Schellenberger/Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie/Staatliche naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns/dpa
Der sprottenähnliche Zartschupper ist das Fossil des Jahres Foto: M. Schellenberger/Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie/Staatliche naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns/dpa
Leider konnte der Preisträger nicht persönlich zur Ehrung erscheinen. Das liegt weniger daran, dass der "Sprottenähnliche Zartschupper", den die paläontologische Gesellschaft bereits jetzt zum Fossil des Jahres 2016 gekürt hat, Starallüren entwickelt hätte.
Nein, das Problem lag eher darin, dass der Zartschupper seine beste Zeit bereits vor 150 Millionen Jahren hinter sich hatte und mit seinen bröckeligen Gräten nur schwer einer solchen Gala folgen konnte. Stolz und doch bescheiden, wie es seine Art ist, nahm er die große Ehre daheim entgegen. Seiner versteinerten Miene war die Rührung nicht anzusehen. Der Urzeitfisch dachte für einen Moment (höchstens 100 Jahre) zurück, an die wilden Abenteuer seiner Jugend, als er noch durchs Jurameer jagte und jedem Flugsaurier entwischte.
Kein Wort der Klage drang durch seine Kiemen, obwohl die Jury wirklich ziemlich spät an ihn gedacht hatte. Aber der Zartschupper hat eben Zeit. Er lehrt uns hektische Menschen, dass man auch mit viel Geduld und einem etwas seltsamen Namen durchaus Großes erreichen kann.
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