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Fußball-Bundesliga

Klopp, Tuchel, Labbadia: Ein Trainer-Trio in der Job-Rotation

Verwunderung über den Aktionismus beim Hamburger SV, Staunen über den Abgang in Borussia Dortmund. Und was macht jetzt eigentlich Thomas Tuchel? Auf den Trainerbänken der Fußball-Bundesliga geht es rund. Doch nicht alles ist so unerklärlich, wie es scheint.
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Das Trainerkarussell in der Bundesliga dreht sich. Der Hamburger SV macht mit Bruno Labbadia weiter... und Borussia Dortmund ab der nächsten Saison ohne Jürgen Klopp (Bild). Foto: Friso Gentsch/dpa
Das Trainerkarussell in der Bundesliga dreht sich. Der Hamburger SV macht mit Bruno Labbadia weiter... und Borussia Dortmund ab der nächsten Saison ohne Jürgen Klopp (Bild). Foto: Friso Gentsch/dpa
Im April 2010 war die HSV-Chefetage schon einmal nervös wegen Bruno Labbadia. Damals setzte ihm der als Geheimfavorit in die Saison gestartete Dino drei Spieltage vor Saisonende den Stuhl vor die Tür - kurz vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League gegen Fulham. Labbadia hatte mit dem Abrutschen auf den siebten Tabellenplatz seinen in Leverkusen erworbenen Ruf als "Hinrundentrainer" bestätigt, zudem Führungsspieler mit fragwürdigen Entscheidungen düpiert.

Dass Dietmar Beiersdorfer, für den die Labbadia-Verpflichtung Mitte 2009 eine der letzten Amtshandlungen vor seinem Abgang war, nun wieder auf seinen langjährigen Weggefährten zurückgreift? Nicht abwegig. Der HSV hat nichts mehr zu verlieren, überhaupt nichts mehr. Alle Beteiligten wissen, dass vor dem Duell zum Untergang wenigstens noch eine Patrone im Revolver nötig ist. Image am Ende, Nerven am Ende, die Saison fast zu Ende. Kurzum: Das nackte Überleben ist es, was zählt. Labbadia soll kurzfristig motivieren können, ist gereifter als noch vor sechs Jahren: Er ist Beiersdorfers Strohhalm, zumal die allzu oft kolportierte "Grundreinigung", ein Neustart in der zweiten Liga, alle bisherigen Bemühungen zunichte und aus finanziellen Gründen keinen Sinn macht.

Noch mehr Geld, zudem die bereits von Jürgen Klopp ausgepolsterte starke Trainerposition wiederum könnten Thomas Tuchel ein Engagement in Dortmund schmackhaft machen. Es gibt sicher schlechtere Jobs, als die Verantwortung zu übernehmen für eine zwar schlingernde, aber doch nicht am Boden liegende Spitzenmannschaft wie die Borussia.

Und Klopp? Sein würdevoller Abgang ohne bitteren Beigeschmack war für alle Beteiligten richtig, hat sein bisheriges Lebenswerk doch den Zenit überschritten. Über seine Zukunft aber darf nun munter spekuliert werden. Fakt ist jedenfalls, dass Pep Guardiola beim FC Bayern noch über ein Jahr Vertrag hat. Ebenso, dass die englische Premier League Jürgen Klopp reizt. Und umgekehrt. Schon lange. Jetzt könnte das endlich auch was werden.
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