Bamberg - Trotz der schwarzen Erde, glänzt etwas im Sonnenlicht. Marcel nimmt den Pinsel in die Hand und säubert es vorsichtig: es ist ein Schwert aus dem Mittelalter. Immer mehr Dinge werden zu Tage gefördert. Die Schüler finden ein Buckelschild und mehrere Tongefäße.
 
Lydia Hendel, Absolventin der Ur- und Frühgeschichtlichen Archäologie der Universität Bamberg, erklärt der Klasse 6b der Hugo-von-Trimberg-Schule die Bedeutung des Fundes: Es kann sich nur um ein Rittergrab handeln. Eine gefundene Kette und Ohrringe weisen auf seine Frau hin. Darauf beruhen also die Darstellungen im Schulbuch Mit Schaufeln, Kelle und Pinseln ausgerüstet, machen sich die Schüler auf Entdeckungstour im schuleigenen Garten. Dort finden sie nach einiger Zeit mittelalterliche Kochutensilien und ein Doppelgrab. Schließlich werden die Fundstücke gemeinsam mit Lydia Hendel und der Lehrerin Katharina Weingärtner (Geschichte-Sozialkunde-Erdkunde) in Tüten verpackt, beschriftet und der genaue Fundort fotografisch dokumentiert.
Die Schüler konnten damit die Arbeitsweise von Archäologen so realistisch wie möglich kennen lernen. Jetzt können sie nachvollziehen, worauf die geschichtlichen Darstellungen in ihrem Schulbuch beruhen. Dabei wurde deutlich, dass sich die Geschichte nicht exakt rekonstruieren lässt.
 
Eine Schülerin sagt bei der Reflexion im Klassenzimmer: „Auch wenn wir wissen, dass die Gegenstände von  Frau Hendel und Frau Weingärtner für uns eingegraben wurden, war die Ausgrabung echt cool.“