"E-Rollerfahrer dürfen sich freuen", hieß es im Mai aus dem Bundesministerium für Verkehr bei der Ankündigung der "Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge". Diese regelt, wer wo mit welchem dieser noch recht neuen Geräte fahren darf. Offen bleiben jedoch viele Aspekte der Sicherheit. Erfahrungen mit den Fahrzeugen fehlen noch, doch Menschen, die beruflich viel mit dem Straßenverkehr und seinen Folgen zu tun haben, teilen die Begeisterung nicht ohne Einschränkung.

Fahrschulen haben bislang noch wenig mit E-Mobilität überhaupt zu tun. ,,Langsam aber stetig steigt die Zahl der Elektroautos auch auf den deutschen Straßen. Jedoch sind keine Fahrschulautos Elektroautos, da E-Autos nicht als Prüffahrzeuge zugelassen sind, da diese eine Automatikgangschaltung haben und die Fahrerlaubnis nach bestandener Prüfung auf Automatikfahrzeuge begrenzt wäre", meint der Fahrschullehrer Christian Lappat. Die Kleinfahrzeuge spielen im Fahrschulalltag keine Rolle.

Auf Fuß- und Radwegen wird's gefährlich

Der Polizeibeamte Johannes Götz sieht auf Radwegen oder der Straße die Sicherheit nicht gegeben, da besonders für Fußgänger eine Gefahr bestehe: "Der verantwortliche Fahrzeugführer sollte gewisse Voraussetzungen wie beispielsweise ein Mindestalter und einen Eignungsnachweis für E-Fahrzeuge erfüllen." Sollten Polizisten Verkehrsverstöße wahrnehmen, können sie eine unmittelbare Verkehrskontrolle durchführen.

Unfallchirurg empfiehlt Helm

Peter Landgraf, leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirugie am Klinikum Nürnberg, ist gegenüber den E-Scootern kritisch eingestellt. Da keine Helmpflicht besteht, wird es zu vermehrten Schädel-Hirn-Traumata kommen oder auch durch das Abfangen mit den Händen zu Handgelenksfrakturen. Er rät dringend dazu, einen Helm zu tragen, da die Fahrradunfälle ohne Helm schon gravierend sind; er möchte sich nicht vorstellen, wie schwerwiegend die Verletzungen bei einem 20 km/h schnellen E-Scooter sind. Feuerwehrmann Ferdinand Kemeth sagte uns im Interview: "Es besteht keine signifikant größere Gefahr beim Löschen von E-Fahrzeugen beziehungsweise E-Autos als bei normalen Autos, jedoch sind spezielle zusätzliche Kenntnisse und die Einhaltung verschiedener Vorschriften erforderlich, was das Löschen bei Bränden der Batterie angeht. Auch bei den Einsatzgeräten gibt es hierbei keine Unterschiede." Bei Hochvoltleitungen ist es allerdings nötig, sie nach einem Unfall oder einem Brand des E-Autos zu deaktivieren.

Handhabung von E-Fahrrädern ist für jugendliche Tester kein Problem

Die wenigsten Probleme betreffen das E-Bike. Es wird genutzt wie ein herkömmliches Fahrrad und wird nur kurz als Neuerung empfunden. "Am Anfang ist es ungewohnt gewesen, aber nach einer gewissen Zeit hatte ich den Dreh raus", sagte eine 15-jährige Schülerin des Gymnasiums Fränkische Schweiz nach dem Test. Diesen Artikel haben Von Timo, Moritz, Tom, Julian, Frederik, Ann-Kathrin, Elena, Leonie, Sophia, Sandra, Linda, Eva, Selma, Nele, Ben, Kilian, Linus, Marc, Christopher, Raoul, Jonathan, Alina, Matthias, Bastian, Christoph und Roman, Klasse 9d, Gymnasium Fränkische Schweiz, verfasst.

Die Tests in der Übersicht:

Der Klassiker - das E-Bike Das E-Bike ist schon ein Klassiker unter den E-Kleinfahrzeugen und dadurch, dass es sich ja um ein Fahrrad handelt, leicht zu beherrschen. Die Bremsleistung hängt wie beim normalen Fahrrad ganz vom Zustand der Bremsen ab, beim Testmodell war dieser sehr gut. Beim E-Bike ist es wichtiger, die Bremsen oft zu warten, da man hier schneller unterwegs ist und diese dadurch auch schneller verschleißen. Die Wendigkeit variiert nicht stark von der eines normalen Fahrrads. Mittlerweile gibt es auch schon E-Bikes für Kinder, bisher allerdings nur im größeren Format, das sich nicht an Anfänger richtet. (Von Christopher, Selma und Frederik) Der elegante Flitzer - der E-Roller Norbert Ritli, ein Teilnehmer am E-Roller-Test der Stadtwerke Bamberg, meint, dass die Scooter nicht mit anderen Fortbewegungsmitteln vergleichbar sind. Allerdings gibt es noch Probleme mit der Lenkung und dem Fahren auf Kopfsteinpflaster, was über längere Zeit für die Arme anstrengend ist. Dies könnte man laut Ritli mit einer Federung beheben. Lenken beim Abbiegen fällt schwer, denn man muss gleichzeitig ein Handzeichen und Gas geben. Das ist natürlich auch für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich. Wichtig sei vor allem, dass man verantwortungsvoll mit den E-Scootern umgeht. "Da die E-Tretroller mit 20 km/h sehr schnell sind, muss man schon aufpassen und Rücksicht im Straßenverkehr nehmen", erklärt Ritli. Auf jeden Fall sind die E-Roller eine spaßige Möglichkeit der Fortbewegung und eine gute Alternative zu anderen Verkehrsmitteln. (Von Timo, Tom und Moritz)

Das Einrad für Faule - das Ninebot X One Nach einem Test des Ninebots auf Wendigkeit, Bremsen und plötzliche Gefahrensituationen kann Jonathan Brändlein (16) das Fazit ziehen, dass das Ninebot sehr einfach zu steuern ist, sobald man ein wenig Übung hat. Aber auch das Bremsen mit hoher Geschwindigkeit ist gut machbar. Nachdem der Schüler das Fahrzeug getestet hatte, stellte er fest: "Das Fahrzeug war anfangs sehr schwer zu steuern und nicht zum Verleih für Anfänger geeignet." Im Interview meinte er, dass er es schnell erlernen konnte, jedoch müsse er es gut können, falls er in eine Gefahrensituation kommen sollte. Matthias Pfister, der schon einige Erfahrungen mit dem E-Einrad gesammelt hat, meint: "Nach fünf Stunden fühlte ich mich sicher. Dann geht auch eine Vollbremsung in einer Gefahrensituation."

(Von Alina, Jonathan, Raoul und Matthias)

Die neue E-Rakete - das Velomobil Das Velomobil ist ein dreirädriges Fahrrad, mit dem der Fahrer in der Lage ist, Spitzengeschwindigkeiten von 90km/h nur mit der körpereigenen Kraft, je nach Modell aber auch mit Unterstützung durch einen E-Motor, zu erreichen. Dafür sorgt zum größten Teil die aerodynamische Außenverkleidung, die den Luftwiderstand gering hält. Auch die Sicherheit kommt bei Velomobilen nicht zu kurz, es gab bisher nur wenige schwere Unfälle. Da das Velomobil relativ leicht ist, gibt es kaum schwere Zusammenstöße. Vor diesen wäre der Fahrer stets bestens geschützt, da die Verkleidung Stöße abfängt. Der begeisterte Velomobilfahrer und -experte Lutz Söhnchen erklärt, dass er oftmals das Auto stehen lässt und stattdessen mit dem Velomobil fährt. Von ihm erfuhren wir, dass man Velomobile sowohl auf Radwegen als auch auf der Straße fahren darf. Bislang ist er unfallfrei unterwegs. (Von Sandra, Linda und Eva)

Zurück in die Zukunft - das Hoverboard Christoph Breit hat das Hoverboard getestet: "Bei der ersten Fahrt fühlt man sich unsicher, da das Halten des Gleichgewichts am Anfang schwierig ist - der eine oder andere Sturz ist da kaum zu vermeiden. Sicherer ist eine Fahrt mit einem Helm, dieser ist jedoch keine Pflicht, selbiges gilt für Schoner." Steuern und Bremsen des Hoverboards stellen ebenfalls ein Problem dar. Insgesamt macht es aber viel Spaß. Fahren darf man mit dem als Spielzeug geltenden Hoverboard übrigens nur auf Privatgrundstücken und in Spielstraßen. (Von Ann-Kathrin, Sophia und Christoph)