Man hört immer wieder von Unfällen, die Senioren aufgrund der Einschränkungen ihres Alters verursachen. Das Statistische Bundesamt hat jedoch ermittelt, dass 74 869 Menschen ab 65 Jahren 2017 an Unfällen mit Personenschaden beteiligt waren, das waren 13,3 Prozent aller Unfallbeteiligten. Senioren haben damit im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil eine unterproportionale Unfallbeteiligung.

Die Stadt leiht eine besondere Erfahrung aus

Was aber erwiesen ist: Ältere Menschen haben ein anderes Reaktionsverhalten als jüngere. Wir, Franz, Jakob, Theo, Ludwig und Mauricio aus der Klasse 8a, wollten wissen, wie es ist, wenn man "alt" ist und am Straßenverkehr teilnimmt. Deshalb haben wir den sogenannten Altersanzug ausprobiert, den man bei der Stadt Bamberg ausleihen kann.

Sofort gibt's Rückenschmerzen

Dieser Anzug besteht aus einer schweren Weste, die sofort extreme Rückenschmerzen verursacht und einem alle Bewegungen oder das Aufstehen erschwert. Eine Halskrause, verschiedene Brillen, die verschiedene Augenkrankheiten wie den grauen Star simulieren, Manschetten für Ellenbogen, Fußgelenke oder Knie sorgten für weitere Einschränkungen.

"Können wir das abnehmen, das ist so schwer!" oder "Ich kann damit nicht laufen" und "Ich werde niedergedrückt und kann mein Gleichgewicht nicht halten" sind nur einige der Klagen, die sofort laut werden, wenn man in diesem Altersanzug steckt. Die Beine waren teils kaum zu heben. Nun musste auch noch damit gelaufen werden. Das Fahrrad zu besteigen, war ohne fremde Hilfe nicht mehr möglich. Auch das Treppensteigen erwies sich als eher waghalsige Angelegenheit. Ständig musste man einen Sturz befürchten. Neben diesen Beschwerden und Gefahren, die das veränderte Körpergefühl mit sich bringt, konnten wir die Schmerzen erahnen, die sich aus einer solchen Dauerbelastung ergeben.

Opa vergisst immer den Sicherheitsgurt

In unseren Familien merken wir, dass Menschen im Alter meist vergesslich werden und einige motorische Einschränkungen haben. Laut der offiziellen Unfallstatistik sind die Hauptunfallursachen Fehler beim Abbiegen, Wenden und Einparken. Dies alles sind Vorgänge, welche alle viel mit Motorik und Beweglichkeit zu tun haben ...

Das wollte ich, Bruno Reuter aus der Klasse 8a, genauer wissen. Denn ich habe den Eindruck, dass ältere Menschen öfter gegen Verkehrsregeln verstoßen als jüngere. Darum habe ich mich entschlossen, mit meinem Großvater einen Praxistest zu machen: Auch bei ihm fällt mir ein verändertes Verhalten im Straßenverkehr auf. Er vergisst immer, seinen Gurt anzulegen, bevor er losfährt, was eine große Gefahr für ihn und andere darstellt.

Das Fahren ohne Sicherheitsgurt gehört laut Auskunft der Polizei auch zu den häufigsten Regelverstößen, außerdem das Parken im Halteverbot und die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt - das machen Fahrer aller Altersstufen.

Wie funktioniert ein Fahrtest?

Vom ADAC wird ein Fahrtest angeboten, bei dem der Fahrer in seinem normalen Fahrumfeld geprüft und dann zu seiner Fahrpraxis kostenpflichtig beraten wird.

Übrigens: Wer sich dazu entscheidet, den Führerschein abzugeben, kann das zum Beispiel im Rathaus tun. Freiwillig. Allerdings kann man auch dazu gezwungen werden, wenn man als fahruntüchtig eingestuft worden ist. Den Altersanzug haben Jakob, Franz, Theo Ludwig und Mauricio aus der Klasse 8a des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums Bamberg getestet; Bruno hat sich über den Fahrtest informiert.

Test: Welcher Autofahrertyp sind Sie?

Im folgenden - nicht zu ernst gemeinten - Fahrertest können Sie feststellen, welcher Fahrertyp Sie sind. Kreuzen Sie an, wie Sie in folgenden Situationen handeln würden, und je nachdem, wie oft Sie A, B oder C gewählt haben, können Sie feststellen, welcher Fahrertyp Sie sind.

Was machen Sie, wenn Sie an einem Fußgängerüberweg eine ältere Dame mit Rollator sehen?

? A: Über die Straße helfen

? B: Vorbei fahren

? C: Laut hupen

Wie schnell fahren Sie wirklich bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h?

? C: 90 bis 100 km/h

? B: 80 bis 90 km/h

? A: 75 bis 80 km/h

Sind Sie schon mal über eine rote Ampel gefahren?

? A: Nie

? C: Öfters

? B: Aus Versehen

Wie oft sind Sie durch die Führerscheinprüfung gefallen?

? C: Drei Mal oder öfter

? A: Ich habe sofort bestanden

? B: Ein bis zwei Mal

Wie reagieren Sie, wenn Sie als Erster an einen Unfallort kommen?

? B: Vorbei fahren

? C: Foto machen

? A: Anhalten und Helfen

Wie schnell fahren Sie in der Nähe von Schulen bzw. Kindergärten?

? B: Tempo 30 km/h

? A: Schrittgeschwindigkeit

? C: Vollgas

Hier finden Sie das Ergebnis: Am meisten A gewählt: Sie sind ein gutmütiger Fahrer, der auf seine Mitmenschen achtet und ihnen in Notsituationen hilft. Sie sollten andere Verkehrsteilnehmer von Ihrem Verhalten überzeugen.

Am meisten B gewählt: Sie sind ein normaler Fahrer, der sich wie die meisten durch das Verkehrschaos der Städte schlägt. Trotzdem können Sie sich auf manchen Gebieten noch verbessern.

Am meisten C gewählt: Sie sind ein Verkehrsrowdy, der keine Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nimmt. Sie sollten Ihr Verhalten überdenken und ändern.

Von Max, Jonas und Phoebe