Sum, es, est, sumus, estis, sunt - die Konjugation des lateinischen Verbs "esse" dürfte wohl jedem Lateinschüler ein Begriff sein. Über die für Schüler nicht selten nervenstrapazierende Grammatik vergisst man leicht, dass das alte Rom weit mehr als nur die lateinische Sprache zu bieten hatte. Aus diesem Grund luden die Zwölftklässler des Projekt-Seminars "Dies Romanus" (wörtlich: römischer Tag) unter der Leitung ihrer Lehrerin Kathrin Schiersch die siebten Klassen des Bad Brückenauer Gymnasiums dazu ein, mit ihnen für einen Schultag lang in das Leben der alten Römer einzutauchen.

Vier Stationen

In vier Gruppen eingeteilt, die nach den römischen Gottheiten Jupiter, Ceres, Mars und Minerva benannt waren und mit der dazugehörigen Standarte ausstaffiert, ging es für die Schüler los. Der Reihe nach durchliefen sie vier Stationen, die die Oberstufenschüler während des letzten Schuljahres im Rahmen ihres P-Seminars ausgearbeitet hatten. Ziel war es dabei, den Siebtklässlern möglichst spielerisch nahezubringen, wie sich der Alltag im alten Rom gestaltete.

So lernten sie beim Thema Wellness und Körperpflege Rituale, wie Schminken, Frisieren oder den Thermenbesuch kennen. Mit der Unterstützung der Zwölftklässler ging es nun an das Flechten römischer Frisuren, die Herstellung von Badesalz oder das Anrühren von Masken und Peelings nach römischer Rezeptur. Wer jetzt glaubt, dass diese Station nur etwas für Mädchen war, der irrt sich gewaltig. Denn auch die Jungen waren mit Feuereifer dabei.

Römische Baumeister

Gepflegt und frisiert ging es nun beim Themengebiet Architektur weiter. Hierfür war das Modell einer "villa urbana" bereitgestellt worden. Eine Villa, wie sie die reichen Bürger Roms besaßen. Mit viel kreativer Energie statteten die Siebtklässler das noch leerstehende Modell mit selbst gebasteltem Mobiliar aus.

Schreiben und Rechnen

Für Abwechslung sorgte die Station Schule und Spiel. Mit selbst gedrehten Kurzfilmen erhielten die Siebtklässler eine kurze Einführung über das Schreiben im alten Rom und die römischen Zahlen, das Rechnen mit dem Abakus (Rechengerät mit verschiebbaren Kugeln) und die Vielfalt der Spiele im Alltag. Anschließend durften sie selbst auf Wachstafeln schreiben und mit dem Abakus rechnen. Beim Deltaspiel mussten sie schließlich ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Bei der vierten Station drehte sich alles rund ums Essen. Nach einem kurzen Theorieteil zur Tischkultur, in den auch ein Bilderquiz über Nahrungsmittel der Römer integriert war, ging es an die selbstständige Zubereitung einer Mahlzeit. Unter kompetenter Anleitung schnippelten die Schüler eifrig die Zutaten für Moretum, eine Art Kräuterquark, der zusammen mit "Panis militaris" (deutsch: Militärbrot) verzehrt wurde, weshalb es kurz darauf im ganzen Schulhaus nach Knoblauch "duftete".

Gestärkt ging es nun in die finale Runde. Unter dem Motto "Erklimme den Olymp" mussten die vier Gruppen der siebten Klassen mit ihrer jeweiligen "Gottheit" versuchen, über eine am Boden aufgeklebten Leiter in den Olymp zu gelangen. Mithilfe ihres über den Tag gesammelten Wissens konnten sie die Fragen beim Endspiel "Eins, zwei, oder drei" beantworten und entsprechend Punkte sammeln. Nach einem anfänglichen Kopf-an-Kopf-Rennen konnte aus der 7b die Gruppe der Gottheit Ceres das Spiel für sich entscheiden.