"Am schönsten war der Moment, als ich die Obdachlosen einfach nur als Menschen gesehen hatte": Verantwortung für andere zu übernehmen scheint ein wichtiger Wert für Jugendliche in unserer heutigen Gesellschaft zu sein.

Toleranz, Respekt und Verantwortungsbewusstsein - was ist das wirklich?

Das zeigt zumindest das obenstehende Zitat von Antonia, einer Schülerin des Franz-Ludwig-Gymnasiums, die im Rahmen des Projekts "Sozialer Tag" die Obdachlosenwärmestube des Caritasverbands Bamberg unterstützte. Die Schülerin der Jahrgangsstufe 10 tauschte, wie ihre Mitschüler der gleichen Jahrgangsstufe, für zwei Schultage ihr Klassenzimmer mit einer sozialen Einrichtung. Zu den Zielen des Projekts, das dieses Jahr zum dritten Mal stattfand, gehört es, Werte wie Toleranz, Respekt und Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Über 120 Jugendliche erhielten dafür die Aufgabe, sich in sozialen Einrichtungen wie beispielsweise Senioren- und Pflegediensten, Tierheimen, Kindergärten und Flüchtlingsheimen zu engagieren.

Anstatt finanzieller Entschädigungen stehen hierbei die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Ein Schüler, der bei der Bamberger Tafel tätig war, bemerkte dazu, dass "man nicht immer entlohnt werden muss. Man kann sich auch zur Verfügung stellen, um was Gutes zu tun. Ein Dankeschön reicht völlig aus". Solche Erfahrungen und Einsichten der teilnehmenden Schüler sind es, die die verantwortlichen Lehrer des Projekts in ihrem Tun bestärken. Zusammen mit der Carithek Bamberg wird daher bereits jetzt am Konzept "Sozialer Tag 2019" gearbeitet. "Es sind gerade solche Projekte, die sozial weit entfernte Gruppen wieder auf menschliche Art und Weise zusammenbringen können", betont Alexander Chlistalla, einer der Organisatoren des Projekts. Zwar könne er nur indirekt nachempfinden, welchen Einfluss solche Social-Learning-Projekte auf seine Schüler wirklich haben.

Fortsetzung ist bereits geplant

Die Reflexion von Antonia über ihren "Sozialen Tag" in der Wärmestube lasse hingegen wenig Zweifel an der Wirksamkeit des Projekts: "Es war ein wahnsinnig lehrreiches Praktikum, das einem Werte wie Dankbarkeit und Mitgefühl näherbringt."