Wussten Sie, dass das Streamen einer beliebten Do-it-yourself-Internetseite für Erwachsene dem jährlichen - Ausstoß von Belgien entspricht? Oder dass Dorfbewohner in Wales jetzt schon die Evakuierung planen, weil sie wissen, dass es ihren Ort wegen des Anstiegs des Meeresspiegels in 30 Jahren nicht mehr geben wird?

"Three Days for Future" hießen die drei Projekttage, an denen sich die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik und die Schülerinnen und Schüler des Sozialpädagogischen Seminars in Coburg mit dem Thema Nachhaltigkeit befassten.

Was tut die Stadt Coburg?

Ungewöhnliche und spannende Fakten zum Thema hatte Wolfgang Weiß, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Coburg. Doch die Studierenden wollten von ihm auch wissen, was denn die Stadt Coburg für die Nachhaltigkeit mache. Er berichtete, dass die Stadt für den Umweltschutz Gelder zur Verfügung stelle. Es gebe viele unterschiedliche Ideen und Vorschläge, aber deren Umsetzung brauche einfach Zeit und Engagement.

Danach vertieften die Studierenden in zahlreichen Workshops ihr Wissen zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Klimaschutzmanager Michael Mosebach und Nachhaltigkeitsberater Sascha Jenke stellten die "17 Ziele der Nachhaltigkeit auf Grundlage der UNO" vor.

Dunja Behr erarbeitete mit einer Gruppe den "Regenbogen der Nachhaltigkeit". Denn jeder kann noch mehr für den Umweltschutz tun, beispielsweise weniger Fleisch essen und auf die Haltungsbedingungen der Tiere achten oder so weit wie möglich auf Plastik verzichten. Besonders für angehende Erzieherinnen und Erzieher ist es wichtig, Menschen zu sensibilisieren, mehr auf die Umwelt zu achten.

Raus in die Natur

Nicht alle Angebote fanden in der Schule in der Parkstraße statt. Die jungen Erwachsenen besuchten auch einen Demeter-Bauernhof und die Ökologische Bildungsstätte Wasserschloss Mitwitz. Dort zeigte André Maslo ihnen sehr eindrucksvoll den Unterschied zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft. "Es ist genug Nahrung für alle da. Man muss sie nur gerecht verteilen."

Den Gärtnerhof Callenberg besuchte eine weitere Gruppe. Bauer Dietrich Pax machte die Studierenden auf sehr eindringliche Weise darauf aufmerksam, welche Verantwortung, aber auch welche Chancen sie in ihrem Beruf als Erziehende haben. Denn gerade Erzieher können nachhaltiges Gedankengut bei den Kindern verankern und sie somit zu umweltbewusstem Handeln motivieren.

Wildnispädagoge Florian Essel lehrte die angehenden Erzieherinnen und Erzieher, wie sie die Themen Natur und Umwelt in ihrer späteren Arbeit umsetzen können. Bei einer Kräuterwanderung probierten sie essbare Pflanzen und stellten aus Spitzwegerich auch gleich ein Mittel gegen Insektenstiche her.

Upcycling - aus alt mach neu

Sehr beliebt waren die zahlreichen Upcycling-Projekte: Die Studierenden machten Taschen aus leeren Tetrapacks und alten Jeans. Aus Fliegennetzen wurden Obstnetze, Alltagsgegenstände wurden zu Spielsachen. Insekten können demnächst in ein Bienenhotel aus einer Konservendose einziehen. Und aus Schrott entstanden Instrumente für ein Orchester. Bekleidung konnten die Schülerinnen in einer Kleidertauschbörse tauschen. Wer nichts zum Tauschen hatte, konnte das eine oder andere Teil auch "kaufen". Der Erlös daraus ging an die Kinderkrebsstiftung Coburg.

Bei uns kocht die Chefin selbst

Den Beweis, dass man mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln vegetarisch, gut und günstig kochen kann, trat Verena Schreiber, Schulleitung der FakS, an. Nachdem eine Gruppe am Mittwoch auf dem Coburger Wochenmarkt einkaufen war, wurde am Donnerstag gekocht. Verschiedene Gemüsesuppen und einen Gemüseauflauf sowie selbstgemachte Limonaden gab's und allen schmeckte es.

Zum Abschluss stellten die verschiedenen Gruppen ihre Projekte und Projektergebnisse vor. Schulleiterin Verena Schreiber zeigte sich beeindruckt: "Diese drei Tage haben nicht nur gezeigt, wie umfangreich das Thema Nachhaltigkeit ist, sondern auch, wie groß das Interesse bei unseren Studierenden ist und wie engagiert sie sich dafür einsetzen."

Lioba Grasser in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen, die am Klartext-Projekt teilgenommen haben. Tipps der Schüler:

- Obstnetze aus Fliegennetzen nähen

- Windlichter aus Makramee und Marmeladengläsern

- aus Tetrapacks werden schicke Shopper

- "Schrottorchester" - Musikinstrumente aus Abfall

- Spielsachen gestalten aus Alltagsgegenständen

- für sauberes Geschirr: Spülmittel herstellen und

- Spülschwämme stricken und häkeln

- für eine saubere Umwelt: Müllsammeln in der Natur und

- Konservenbiene als Bienenhotel

- Kosmetik ganz ohne Mikroplastik: Handcreme und Körperpeeling selbst gemacht

- unsere Kleidung: alternative und faire Materialien zu Baumwolle und Polyester oder

- einfach mal Klamotten tauschen

- Carsharing - mit dem Auto unterwegs ohne eigenes Auto

- Taste the Waste: Lebensmittel nicht gleich wegwerfen, sondern erst probieren.