Dass aus Tonpapier und Kunstblumen ein Film entstehen kann,  hätten die Kinder des Ökumenischen Kinderhorts nicht gedacht. Doch  mit genau diesen Materialien haben sie für das Kinderfilmfestival  eine interessante Geschichte über einen Fußball auf Reisen verfilmt.
„Wir haben Tiere, Menschen und den Fußball aus Papier ausgeschnitten, zurechtgelegt und fotografiert“, sagt die zehnjährige Christina Roth. „Dann haben wir den Ball verschoben und wieder ein Foto gemacht“, erklärt Christina die Filmtechnik.

Filme aus ganz Bayern

Die einzelnen  Fotos wurden am Computer aneinander gesschnitten und so  ist der Trickfilm entstanden, der beim Kinderfilmfestival KiFinale, das bis zum Freitag in Kulmbach stattfindet,  gezeigt wird. Aus ganz Bayern konnten für den Wettbewerb Filme eingesendet werden.
Gezeigt werden am KiFinale Filme, die bereits  auf dem Bezirksfinale   liefen und von einer Jury ausgewählt wurden.
„Wir wurden vom Bezirksjugendring angerufen, ob wir beim Kinderfilmfestival mitmachen wollen“, erinnert sich die Erzieherin Eli Wiederhold. Danach kam die Referentin Tanja Häringer, die auch Filmprojekte an Schulen betreut, in den Hort und hat mit den Kindern während der Osterferien, den Film fertiggestellt. „Obwohl der Film nur vier Minuten dauert, stecken in ihm drei Tage Arbeit“, sagt Wiederhold.
 
Selbstgemachte Tonaufnahmen


Besonders spannend fanden Christina Roth und die ebenfalls zehnjährige Arina Maria Hennig die Tonaufnahmen. „Im Film kommt der Ball unters Wasser, deshalb haben wir Wassergeräusche nachgemacht und auf der Insel war ein Affe, den wir auch nachgemacht haben“, sagt Arina.
Wie die Kinder darauf gekommen sind, einen Ball auf Reisen zu schicken? „Wir haben über Fußball geredet und darüber, dass der FC Bayern verloren hat“, sagt der zehnjährige Luca Francisos. Deshalb startet der Ball in dem Film auch in der  Allianzarena. Dass die Weltreise ausgerechnet in Paris, der Stadt der Mode endet, hat sich Anna Sachs ausgedacht. „Ich bin darauf gekommen, weil meine Freundin und meine Cousine eine Mütze mit Bommel haben und die ja auch wie ein Ball aussieht“, sagt die Elfjährige.
Aus kreativer Zusammenarbeit ist also eine interessante Geschichte entstanden. Dabei waren die Kinder bei dem Filmprojekt nicht nur für das Drehbuch und die  Bilder aus Tonpapier zuständig. Sie haben auch selbst die Fotos mit der Kamera geknipst, die an einer Art Kabine montiert war.
Den acht Kindern hat das Projekt Spaß gemacht. Jetzt sind sie gespannt, was die anderen Teilnehmer vor der Linse hatten. Die Kinder aus dem Ökumenischen Kinderhort werden  nun auf dem Filmfestival in der „Alten Spinnerei“ erfahren – und ob ihr Fußballfilm in dem Wettbewerb gewonnen hat.
Parallel zum Kinderfilmfestival findet von Freitag  bis Sonntag das bayerische Jugendfilmfestival Jufinale statt, bei dem  junge Filmemacher aus ganz Bayern ihre Werke in der Dr.-Stammberger-Halle präsentieren können. Künstlerischer Pate des Jugendwettbewerbs  ist der erfolgreiche bayerische Regisseur Marcus H. Rosenmüller, der durch Filme wie „Wer früher stirbt, ist länger tot“ und „Sommer in Orange“ bekannt geworden ist.

Autorin: Kerstin Gubitz