Lange still sitzen und geduldig warten – das muss man können, wenn man ein guter Angler werden will. Torsten Zimmer aus Kulmbach bringt die besten Voraussetzungen dafür mit. „Ich mag die Stille, und ich interessiere mich sehr für Fische“, erzählt der 14-Jährige. Torsten ist einer von 113 Teilnehmern, darunter neun Mädchen,  des Jugendausbildungszeltlagers des Bezirksfischereiverbands Oberfranken, an dem sich 14 Vereine beteiligten und den der Bezirksfischereiverein Kulmbach am Oberauhof ausrichtete.
„Mir macht es Spaß, am Wasser zu sitzen und darauf zu warten, dass ein Fisch anbeißt“, sagt der Nachwuchsangler. Schon als Zehnjähriger ging er mit seinem Cousin zum Fischen, im März hat er seine Fischerprüfung bestanden und darf künftig auch allein angeln gehen.
Vier Tage lang gemeinsam mit gleichgesinnten Jugendlichen zu lernen und nebenbei auch im sportlichen Wettstreit beim Bogenschießen oder Kanufahren Spaß zu haben, hat dem Kulmbacher
gut gefallen: „Ich habe in diesen Tagen viel gelernt, vor allem, wie man richtig gute Knoten bindet.“ Wirbelknoten, Schlaufenknoten und den aufwendigen Plättchenhakenknoten hat Torsten in den vergangenen Tagen geübt und demonstriert seine Fingerfertigkeit mit einer perfekten Vorführung.
Das Ausbildungszeltlager ist nicht nur eine Gelegenheit zum Üben, sondern auch ein Wettkampf. Im Mannschaftswettbewerb müssen drei Disziplinen gemeistert werden: Ein Wissenswettbewerb, das Zielwerfen und das Königsfischen. Die Siegermannschaft darf Oberfranken beim bayerischen Ausbildungszeltlager vertreten. Diese Ehre erkämpfte sich ein Team aus Pettstadt, das im vergangenen Jahr schon bayerischer Meister und Dritter auf Bundesebene geworden ist.

Kevin Cegla angelt sich die Krone

Fischerkönig wurde Kevin Cegla aus Hallstadt, dem es gelang, den größten Fisch an Land zu ziehen: einen Karpfen mit einem stattlichen Gewicht von 1215 Gramm. Auch der 15-Jährige darf sich demnächst mit Bayerns Besten messen – beim Landeswettbewerb der Fischerkönige.
Der Wettstreit der Vereinsteams und der Einzelfischer war nur eine Facette des Ausbildungszeltlagers. Die Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren bekamen von erfahrenen Betreuern viele gute Tipps, um ihre Technik zu verfeinern. Kilian Liebe vom Fischereiverein Weißenstadt übte sich beispielsweise intensiv im Zielwerfen. Das Angeln liegt bei dem 13-Jährigen in der Familie. „Ich bin oft mitgegangen und wollte es dann selbst richtig lernen.“
Seine Ergebnisse beim Zielwerfen sind noch nicht top, aber er hat sich steigern können. Pendelwurf  und  Würfe von links und rechts sowie über Kopf aus verschiedenen Entfernungen sind eine anspruchsvolle Aufgabe. Geduld braucht man halt nicht nur beim Angeln, sondern auch beim Üben der Technik, weiß Kilian: „Und wenn man den richtigen Dreh raus hat, ist es gar nicht mehr so schwer.“

"Fischer machen Schule"

Bezirksjugendleiter Eduard Stöhr liegt die Jugendförderung sehr am Herzen. Nur so ist gut ausgebildeter Nachwuchs für die Fischereivereine gesichert. „Wir versuchen, Kinder und Jugendliche für das Thema zu begeistern, nicht nur fürs Fischen, sondern auch für Natur- und Umweltthemen.“ Diesem Ziel dient die Aktion „Fischer machen Schule“. Das Konzept: Erfahrene Angler und Ausbilder besuchen vierte und fünfte Schulklassen, halten Vorträge und bieten Schnupperkurse an. „Die Aktion trägt schon erste Früchte“, freut sich Stöhr.

Autorin: Dagmar Besand / Redaktion