Ein echtes "Schmankerl" der Schulmensa am Kaiser-Heinrich-Gymnasium (KHG) steht gleich links neben der Theke: eine Salat-Bar. Jeden Tag können sich hier die Schüler, die zu Mittag essen, bedienen: Heute gibt es unter anderem Feldsalat mit Melonenstückchen und halbierten Weintrauben. Und Rucola-Salat mit Cocktailtomaten und Parmesankäse. Und Gurkensalat und Rote Bete. Dazu mehrere Salatdressings. "Das ist ziemlich klasse", meint Susanne Dobelke, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Oberfranken.

Mit klar.text testet sie heute zum letzten Mal das Essen an Bamberger Schulen. Und zum ersten Mal gibt es heute ein Menü, das in der Schule gekocht wird. Tutto completo. Fahrtzeiten von Küche zur Schule entfallen damit. Um 11.40 Uhr ist das Essen fertig, um 12.15 Uhr kommen die ersten hungrigen Schüler. Das Essen ist so frisch, wie es nur sein kann. Gut so.

Verantwortlich für die heutige geröstete Grünkernsuppe (Vorspeise) die Vollkornnudeln mit Rindfleischragout und buntem Gemüse (Hauptgericht I) sowie das Apfeltiramisu (Nachspeise) sind zwei Damen: Margit Hofmann-Schmitt und Claudia Gräf vom E.T.A.'s Pausentreff.

Das Hauptgericht entspricht tatsächlich allen Qualitätsanforderungen, die Dobelke in Anlehnung an die DGE-Standards erwartet: Es ist ausgewogen, enthält Gemüse, ist leicht bekömmlich und kann auch von jenen Schülern gegessen werden, die aus religiösen Gründen zum Beispiel kein Schweinefleisch essen dürfen. (Für Vegetarier gibt es ebenfalls täglich eine Alternative: heute Zucchini-Pasta mit Mandelsoße und Salat).

Und auch die - berühmt-berüchtigten - Vollkornnudeln liegen diesmal auf den Tellern der Gymnasiasten. Eine ballststoffreiche Beilage, die bislang bei den anderen Tests noch nicht auftauchte - und die auch in der Schulkantine des KHGs nicht allzu oft auf dem Speiseplan steht. Claudia Gräf ist da ehrlich: "Vollkornnudeln werden von den Kindern einfach nicht so gern gegessen", sagt sie und schiebt gleich hinterher: "Auch das Gemüse müssen wir eher verstecken."

Hauptgericht für 3,50 Euro

"Es ist nicht immer einfach, für Kinder und Jugendliche gesund und schmackhaft zu kochen", sagt Dobelke, die heute auch den ein oder anderen halbvollen Teller zurückwandern sieht. "Ein Gegensatz ist es aber nicht", betont sie. Denn auch wenn die Suppe etwas überwürzt daherkommt und man sich unter einem Rindfleisch-Ragout vielleicht etwas anderes vorstellen könnte - "das Essen ist in Ordnung". Das gilt auch für das Getränkeangebot: Zu jedem Essen gibt es Wasser. Im Gegensatz zu Limonaden und Saftschorlen ist das im Preis inbegriffen. Auch den Salat gibt's gratis dazu.

Apropos Preis: Das Hauptgericht kostet 3,50 Euro, Nachspeise und Suppe noch einmal je einen Euro. Wer also den ganz großen Hunger schiebt und sich alles aufs Tablett lädt, muss 5,50 Euro berappen. Damit ist die Verpflegung am KHG deutlich teurer als die bisher getesteten Menüs. "Was daran liegt, dass bei allen anderen Schulen bislang Caterer die Verpflegung übernommen haben, die die Mahlzeiten in Großküchen zubereiten und dann im noch warmen Zustand ausliefern." Diese Verpflegungsform sei eben gerade bei geringeren Essenszahlen auch kostengü
nstiger als vor Ort zu kochen, weiß die Expertin. Und Qualität hat gerade in der Schulverpflegung ihren Preis.
Am Geld liegt es aber wohl nicht, dass viele Schüler heute den Mittags-Snack bevorzugen: Toast Hawaii. Der ist sicher nicht so gesund wie das Hauptgericht, aber immerhin - wie alles in der KHG-Mensa - auch hausgemacht.


Pro Bewertungskriterium sind fünf Sterne zu erreichen. (Bonusstern maximal einer)
1. Ausgewogenheit der Mahlzeit: fünf Sterne
2. Fettgehalt: fünf Sterne
3. Frische: fünf Sterne
4. Einen Bonusstern bekommt die Mensa am Kaiser-Heinrich-Gymnasium für
- die Saisonalität der Gerichte,
- die Beachtung der religiösen Belange
- die ordnungsgemäße Deklaration der Zusatzstoffe
- das Alternativangebot
- Vollkornkost.